LuftOptiZweistoff

Allgemeine Projektinformationen

Titel (deutsch)

Konzeptionierung einer neuen Verfahrenstechnik (Zweistoffdüse) zur Stallluftkonditionierung sowie Reduktion von Emissionen in Ställen der Nutztierhaltung

Titel (englisch)

Conception of a new process technology (two-substance nozzle) for air conditioning and reduction of emissions in livestock buildings

Abstract (englisch)

The development work focuses on improving the housing conditions in animal husbandry. To this end, a new process for the application of aerosols is to be used. For this, the relevant criteria of animal welfare and animal health are essential input parameters for the planned development work. The importance of air quality with regard to the development of respiratory diseases is documented in numerous studies. Dust, high concentrations of pollutants, dryness and extremely high or low air humidity increase the sensitivity of farm animals to pneumonia and cause lung changes. Dust particles can harbor infectious agents and endotoxins and, together with other air pollutants, damage the respiratory tract. For these reasons, it is necessary to carry out surveys over a longer period of time in order to cover all scenarios and climatic conditions that occur during a year.

Schlagwörter (deutsch)

Stallklima, Staub, Tierwohl, Zweistoffdüse, Stallluftkonditionierung, Emissionen

Projektleitung

Irene Mösenbacher-Molterer

Forschungseinrichtung

HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus
Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Projektnummer

101619

Projektlaufzeit

-

Projektziele

Das Projekt zielt auf eine Optimierung der klimatischen Innenraumsituation in Ställen der Nutztierhaltung als auch eine verbesserte Umweltwirkung durch eine Minderung luftgetragener Emissionen (va. Staub, Ammoniak, etc.) ab. Weiters soll durch eine Befeuchtung der Luft eine Temperaturabsenkung während der Sommermonate sowie eine Konditionierung der Stallluft während der Wintermonate (Anpassung der rel. Luftfeuchtigkeit) erwirkt werden. Eine günstige Beeinflussung der Ammoniakemissionen, insbesondere durch Absenkung der Stalltemperatur durch erhöhte Verdunstungswirkung im Sommer (Klimawandelanpassung) und generell durch die Bindung von Stäuben wird erwartet. Ammoniak gilt im Luftschadstoffregime als Feinstaubvorläufersubstanz und belastet in diesem Kontext die Schadstoffinventur des Sektors erheblich. Insofern ist jede Technik zur Eindämmung von Ammoniakemissionen von Bedeutung, wenn sich aus der Untersuchung ein Emissionsfaktor ableiten lässt.
Einsetzbar ist dieses System überall dort, wo die vorhandene Technik gut beherrscht wird und alle Verbesserungsmöglichkeiten im Gebäude bereits ausgeschöpft sind. Klimatisch gesehen ist eine aktive Kühlung oder Zuluftkonditionierung vor allem bei Stallsystemen ohne aktiver Zu- und Abluftführung in Zukunft zwingend notwendig, die Anzahl an Hitzetagen steigt und die Funktionssicherheit wäre jedenfalls gefährdet.
Auch Stäube üben in der Tierhaltung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit der Lebewesen, aber auch das Betreuungspersonal und über die Emission auf die Umwelt aus. Aus diesem Grund erfolgt eine enge Zusammenarbeit und laufende Abstimmung mit der Abt. II/6 des BMLRT bzw. der Veterinärmedizin.
Wenn man den Weg Richtung mehr Tierwohl weiterhin forciert, so muss man sich eingehend Gedanken sowohl über das Einstreumaterial/-verfahren als auch die Qualität des angebotenen Beschäftigungsmaterials machen.
Eine Anerkennung des Systems durch das österreichische Tierschutz-Kennzeichen nach positivem Versuchsablauf mit einer unabhängigen Überprüfung gemäß § 18 Tierschutzgesetz wird angestrebt.

Praxisrelevanz

Mithilfe der neuen Technik soll es möglich sein, durch das Versprühen von Wasser sowie fallweise flüssigen Additiven die Staubbelastung in eingestreuten Ställen zu vermindern sowie durch den gezielten Eintrag von Feuchtigkeit eine Absenkung der Stalltemperatur/ganzjährige Konditionierung der Stallluft zu erreichen. Durch eine sehr feine Vernebelung flüssiger Bestandteile soll das Sprühsystem mit oben angeführter Wirkungsweise unter Beachtung der wirtschaftlichen Komponente und einer nachhaltigen Einsatzweise zu einer verbesserten Tiergesundheit, einer Abnahme respiratorischer Erkrankungen sowie einer Verbesserung der gesamten Umweltwirkungen (Reduktion von Stäuben, Keimen sowie luftgetragenen Emissionen) führen.

Mögliche Zusatz-Produkte neben dem Einsatz von Wasser: hochkonzentrierte, ätherische Öle (Eucalyptus, Salbei, Anis, Kümmel, Thymian) als Vormischung zur Fütterung oder zum Versprühen im Stall

Die Umweltwirkung eingesetzter Zusatzprodukte wird durch zusätzliche Untersuchungen erhoben.