SUSTIM (WF-Projekt)

Allgemeine Projektinformationen

Titel (deutsch)

Waldfonds-Projekt: Nachhaltigkeitsbewertung der Holzernte im Gebirgswald

Titel (englisch)

Sustainability Assessment of Timber Supply in Mountain Forests

Abstrakt (englisch)

The project aims to evaluate and improve the cost and energy efficiency as well as the possible environmental impacts of timber harvesting by a sustainability analysis.

The following questions will be answered:
• Which conventional timber harvesting systems are suitable to enable sustainable timber harvesting in mountain forests?
• Which innovative systems can be used to increase sustainability?
• Which criteria are suitable for evaluating the sustainability of timber harvesting systems and how is their relevance evaluated by practitioners?
• How can a model look that enables the harvesting systems to be ranked on the basis of sustainability criteria?
• How can the model be implemented in practice?

The focus of a literature review is on studies relating to sustainability assessments in timber harvesting. A special focus is placed on sustainability models, methods of sustainability assessment and sustainability criteria and indicators in the forest supply chain.

For a multi-criteria assessment, it is important that the corresponding indicators for the assessment are fully available for each alternative. If this is not the case, then the relevant data must be collected during field surveys or by expert interviews. If all the necessary data is available, a hierarchical target system is set up, which represents the goals, sub-goals, criteria and indicators of sustainable forest management in the form of a decision tree. The evaluation and ranking of the alternatives is done with the help of conjoint analysis or a similar method. The conjoint analysis is carried out in a joint evaluation workshop in which selected experts in the field of steep slope timber harvest are invited. Recommendations for action for timber harvest planning in mountain forests are derived from the results.

In order to strengthen the practical relevance and to prove the feasibility of the sustainability model, the sustainability model will be tested and implemented at interested forest companies. The ranking of the available harvesting systems is done for each harvesting site and for each alternative, the indicator values of the sustainability criteria.

Two events with the stakeholders are planned: (1) Evaluation workshop with experts in the field of timber harvesting in mountain forests, (2) Closing event together with the forest training centers: How sustainable is forest engineering? - Examples from science and practice

Schlagwörter (deutsch)

Nachhaltigkeit, Holzernte, Gebirgswald, Klimawandel

Projektleitung

Martin Kühmaier

Forschungseinrichtung

Universität für Bodenkultur - Institut für Forsttechnik

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Projektnummer

101677

Projektlaufzeit

-

Projektziele

Der vorliegende Projektentwurf zielt darauf ab, die Kosten- und Energieeffizienz sowie die möglichen Umweltauswirkungen der Holzernte durch eine umfassende Nachhaltigkeitsanalyse zu bewerten und zu verbessern. Auf die Praxistauglichkeit der entwickelten Modelle wird dabei besonderer Wert gelegt. Im Detail sollen nachfolgende Fragestellungen beantwortet werden:

Auswahl geeigneter Alternativen für die Durchführung der Holzernte im Gebirgswald:
• Welche etablierten Holzerntesysteme sind geeignet um eine nachhaltige Holzernte im Gebirgswald zu ermöglichen?
• Welche innovativen Systeme können eingesetzt werden um die Nachhaltigkeit noch weiter zu steigern?

Auswahl geeigneter Kriterien zur Bewertung der Nachhaltigkeit:
• Welche Kriterien eignen sich zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Holzerntesystemen und wie wird deren Relevanz durch Praktiker eingeschätzt?

Modellentwicklung zur Bewertung der Nachhaltigkeit:
• Wie kann ein Modell ausschauen, dass eine Reihung der Holzerntesysteme auf Basis von Nachhaltigkeitskriterien ermöglicht?
• Wie erfolgt die Umsetzung des Modells in der Praxis?

Praxisrelevanz

Das vorliegende Projekt leistet einen Beitrag zu folgenden Themen:

Im österreichischen Forschungs- und Technologiebericht 2020 wird als Hintergrund für die geplante Reform angegeben, dass es Herausforderungen durch globalen Wandel, Globalisierungsprozesse sowie knappe Rohstoffe gibt. Vor diesem Hintergrund wird folgendes Ziel genannt: „es gilt, Modelle für die nachhaltige Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft zu entwerfen und die erforderlichen Transformationsprozesse evidenzbasiert zu führen.“ Das Projekt stellt einen Baustein für die nachhaltige Entwicklung dar.

Die österreichische Bundesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm 2020 ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Umsetzung von Nachhaltigkeit in allen Gesellschaftsbereichen verabschiedet. Unter dem Punkt Forschung und Entwicklung sind vor allem Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft eingeladen, maßgebliche Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten, die Klimaneutralität, Ressourceneinsparung, Ressourceneffizienz sowie eine saubere, kreislauforientierte Wirtschaftsweise in Österreich, Europa und darüber hinaus anzustreben. Das Projekt unterstützt diesen Ansatz.

Österreich hat – so wie 192 weitere UN-Mitgliedsstaaten – die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung unterzeichnet. Sie soll mit ihren nachhaltigen Entwicklungszielen, den SGDs, dazu beitragen, künftigen Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen und für die komplexen Herausforderungen der heutigen Zeit umwelt- und sozialverträgliche Lösungen zu finden. Das Projekt unterstützt diesen Ansatz und greift bei der Auswahl der Nachhaltigkeitskriterien auf die SDGs zurück.

Um dem weiteren Voranschreiten des Klimawandels aktiv entgegenzusetzen, wurde im Jahr 2019 der Europäische Grüne Deal von der Europäischen Kommission vorgestellt. Darin ist festgelegt, dass die Netto-Treibhausgasemissionen der EU bis zum Jahr 2050 auf null reduziert werden sollen und das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abgekoppelt werden soll. Außerdem sind die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen sowie der Schutz vor umweltbedingten Risiken und Auswirkungen als Zielsetzungen festgeschrieben. Das Projekt unterstützt den Grünen Deal und bezieht sich auf die darin festgelegten Ziele für nachhaltige Entwicklung.

In Österreich sind ca. 20% der Waldfläche Schutzwälder. Schutzwälder sind aufgrund ihrer Exponiertheit in der Regel sensible Ökosysteme, die sehr empfindlich auf Eingriffe jeglicher Art reagieren. Deshalb ist es besonders relevant über die Auswirkungen der Holzernte auf die Nachhaltigkeit Bescheid zu wissen und Maßnahmen zu erstellen, welche eine nachhaltige Bewirtschaftung in Schutzwäldern ermöglichen.

In Zukunft werden in Wirtschaft und Gesellschaft die Relevanz und das Ausmaß einer nachhaltigen Produktionsweise noch stärker zunehmen. Das vorliegende Projekt soll die Akzeptanz der Akteure entlang der Wertschöpfungskette Holz im Zusammenhang mit nachhaltiger Holzbereitstellung steigern und Ihnen die Bedeutung und Chancen der einer nachhaltigen Bewirtschaftung besser bewusstmachen.

Aus der Sicht der Forstwirtschaft kann die Anwendung der entwickelten Modelle nicht nur zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen, sondern liefert in Zeiten des Klimawandels wichtige Impulse zur Steigerung der Energie- und Kosteneffizienz sowie Ressourcenschonung in Kontext mit einem klimaangepassten Waldmanagement.

Die Anwendungsmöglichkeiten und Praxistauglichkeit von Nachhaltigkeitsmodellen in der Forsttechnik werden in diesem Projekt demonstriert. Für sämtliche Akteure der Wertschöpfungskette Holz (z.B. Waldbesitzer, Holzernte- und Transportunternehmer und Holzverarbeiter) wird ein verstärkter Fokus auf die Nachhaltigkeit Steigerungen der Energie- und Kosteneffizienz sowie Ressourcenschonung mit sich bringen.