LABEDI

Allgemeine Projektinformationen

Titel (deutsch)

Landwirtschaftliche Bewässerung – Chancen der Digitalisierung

Titel (englisch)

Irrigation – Opportunities of digitalisation

Abstract (deutsch)

 -

Abstract (englisch)

Water management, in particular agricultural water management and irrigation practices, requires current data and reliable prediction tools to be able to establish adequate measures for maintaining water and food security. Some of these data have been obtained or are obtained regularly and are available in analog or digital form. Several methods and tools for monitoring and managing water resources have been evaluated by different project consortia. However, an overview or compilation of relevant data or data sources is missing for Austria. The aim of this project is to elaborate a data overview required for irrigation management practices involving stakeholders, such as water managers, farmers, and researchers. First, workshops are planned to identify topics and stakeholders. On this basis, a concept for factsheets will be developed. These factsheets will be web-compatible making them easily available and provide the information to a broad community. Finally, the linkage of available data will be evaluated and further required data will be identified for future planning and research activities with the goal to improve digitalized irrigation practices in Austria in future.

Schlagwörter (deutsch)

Bewässerung,Landwirtschaft,Wasserwirtschaft

Schlagwörter (englisch)

Irrigation,agriculture,water management

Projektleitung

Reinhard Nolz

Forschungseinrichtung

BOKU

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Projektnummer

101705

Projektlaufzeit

-

Projektziele

Österreichweit ist der Anteil der Bewässerung am gesamten Wasserbedarf zwar gering, aber auf wenige Regionen in Ostösterreich und zeitlich auf die Vegetationsperiode konzentriert. Bis 2050 ist aufgrund der klimatischen Veränderungen beinahe von einer Verdoppelung des Bedarfes auszugehen. Digitalisierung bietet die Chance den Ausbau der Bewässerung wasserressourcenschonend zu gestalten.

Um die übergeordneten Ziele (1) Ernährungssicherheit und (2) verantwortungsbewusste Nutzung der verfügbaren Wasserressourcen zur Sicherung des guten Zustandes der Gewässer entsprechend Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen, sind deshalb aktuelle Daten und möglichst realistische Prognosen insbesondere zum Wasserbedarf, Wasserverbrauch, zur Wassereffizienz und Wasserqualität notwendig. Dies gilt sowohl für das eingesetzte Bewässerungswasser aus Sicht der landwirtschaftlichen Praxis als auch für die genutzte Wasserressource aus Sicht der wasserwirtschaftlichen Planung. Entsprechende Informationen sind eine unabdingbare Voraussetzung für eine nachhaltige wasserwirtschaftliche Planung und effiziente landwirtschaftliche Bewässerung.

Digitale Daten und Werkzeuge sind in zunehmenden Ausmaß Bestandteil der landwirtschaftlichen Praxis und Wasserwirtschaft in Österreich. Bewässerungscomputer werden regional eingesetzt, um Bewässerungen digital und den agrometeorologischen Rahmenbedingungen angepasst zu steuern. Apps und webbasierte Dienste (z.B. ada.boku.ac.at, eo4water.com) wurden entwickelt, um unter Nutzung von öffentlich zugänglichen Satelliten-, Wetter- Boden- und Landnutzungsdaten (z.B. opendatacube.org, data.gv.at) die Bewässerungsplanung zu erleichtern. Onlinesonden (z.B. ehyd.gv.at) ermöglichen die Echtzeitdarstellung von Grundwasserständen oder Abflüssen im Oberflächengewässer. Wasserentnahmen zu Bewässerungszwecken werden mit unterschiedlicher Informationsdichte über Wasserinformationssysteme erfasst.

Einige digitale Werkzeuge werden bereits genutzt, verschiedene Forschungsprojekte befassen sich mit Teilaspekten dieses Themas, Datengrundlagen liegen in unterschiedlicher Form bei einer Reihe von Institutionen auf. Es fehlt jedoch eine Zusammenschau des aktuellen Forschungsstandes, der verfügbaren Datengrundlagen und digitalen Werkzeuge, sowie der Entwicklungen und Herausforderungen in diesem Themenbereich, die zielgerichtete Weiterentwicklungen und synergetische Nutzungen vorhandener Daten ermöglichen würde.

Deshalb sollen unter intensiver Einbindung der entsprechenden Stakeholder (Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Forschung) der aktuelle Forschungsstand, verfügbare Datengrundlagen und digitale Werkzeuge, sowie aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in Form von webtauglichen Themenblättern (Factsheets) zusammengeführt und dargestellt werden. Dazu werden in einem ersten Schritt in Kommunikation mit den Stakeholdern die relevanten Themenbereiche definiert, die Recherchequellen festgelegt, die Kriterien für die Berücksichtigung und Bewertung von Informationen festgelegt und eine standardisierte Form der Darstellung entworfen. Die vorhandenen Datengrundlagen und Werkzeuge werden auf ihre konkrete Umsetzbarkeit, ihr Synergiepotential und ihre Verfügbarkeit/Zugänglichkeit für verschiedene Stakeholder bewertet. Ergänzend dazu werden identifizierte Lücken dargestellt.

Aus der Zusammenschau und einem Stakeholder-Workshop sollen priorisierte Empfehlungen zu verschiedenen wasserwirtschaftlich relevanten Teilbereichen des Themas "Digitalisierung in der Bewässerung" abgeleitet werden. Damit soll die Zugänglichkeit vorhandener Informationen verbessert und eine Grundlage für zielgerichtete Folgearbeiten geschaffen werden, die allen genannten Stakeholdern zur Verfügung steht und die bereits vorhandene Erkenntnisse und Ergebnisse bestmöglich nutzt.

Praxisrelevanz

Die Ergebnisse des Projektes liefern wichtige Beiträge zur Umsetzung:

der UN-Agenda 2030 – Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals), d.h. zur nachhaltigen Lebensmittel- und Ernährungssicherung und zur Verfügbarkeit und nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasser,

des REGIERUNGSPROGRAMMS 2020-2024, d.h. zur Weiterentwicklung der integrativen wasserwirtschaftlichen Planung im dritten Nationalen Gewässerschutzplan im Rahmen des Unionsrechts; zur nachhaltigen Sicherung der Wasserressourcen unter Berücksichtigung von Klimawandel und Grundwasserverunreinigungen; zur Nutzung der Vorteile der Digitalisierung und zur Sicherstellung der Versorgung mit hochqualitativen, leistbaren sowie regionalen Lebensmitteln,

die ÖSTERREICHISCHE STRATEGIE ZUR ANPASSUNG AN DEN KLIMAWANDEL (BMNT, 2017), d.h. mit effizienzsteigernden Maßnahmen und durch die Nutzung verbesserter Informationsgrundlagen sowie den vermehrten Einsatz digitaler Technologien zur Wasserbedarfssteuerung die Effizienz z.B. in der Bewässerung weiter verbessern,

der GEMEINSAMEN AGRARPOLITIK (GAP), d.h. zum Erhalt und Ausbau der Wasserqualität (Unterstützung im vorbeugenden Grundwasserschutz) und zum - unter Berücksichtigung der Vorrangstellung der Trinkwasserversorgung - Aufbau von landwirtschaftlichen Bewässerungssystemen für eine nachhaltige und effiziente Bewirtschaftung, unter Beachtung der Erhaltung eines guten Zustandes der damit verbundenen Wasserkörper,

des NATIONALEN GEWÄSSERBEWIRTSCHAFTUNGSPLAN 2021 (NGP 2021), d.h. der Verbesserung der Datengrundlagen in Bezug auf tatsächliche Wasserentnahmemengen (siehe auch Projekt “Wasserschatz Österreich” sowie eine mögliche Intensivierung der hydrografischen Überwachungsprogramme für Oberflächengewässer und Grundwasser,

des PROGRAMMS FÜR FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IM BMLRT, 2020-2025; d.h. zur Stärkung moderner Land-, Forst- und Wasserwirtschaft; zur Nutzung neuer Technologien und Modellen der Zusammenarbeit in der Produktion, mit der die Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit land- und forstwirtschaftlich erzeugten Produkten sowie mit sauberem Wasser nicht nur erhöht, sondern auch effizienter und sicherer werden kann.

Generell ermöglichen leicht zugängige und aktuelle Daten die Entwicklung und Weiterentwicklung von Prognosemodellen und Entscheidungshilfesystemen. Aus wasserwirtschaftlicher Sicht kann dadurch das Monitoring und die Planung verbessert und Maßnahmen besser an die jeweilige Situation angepasst werden. In der Landwirtschaft können angepasste Entscheidungshilfen zu einem effizienteren Ressourceneinsatz bei der Bewässerung und einer nachhaltigen Lebensmittel- und Ernährungssicherung führen. Im Idealfall können dadurch Kosten eingespart werden. In diesem Zusammenhang ist auch Nährstoffverfügbarkeit zu nennen. Durch Optimierung der Bewässerung können unter Umständen auch Auswaschungen von Nährstoffen ins Grundwasser eingeschränkt werden, wo sie zu Schadstoffen werden. Somit kann auch zum Schutz der Wasserressourcen beigetragen werden.

Durch die Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Bewässerung und die Einbeziehung von Stakeholder*innen wird die Netzwerkbildung im Bereich landwirtschaftlicher Bewässerung gestärkt. Derartige Netzwerke sind eine wichtige Grundlage für zukünftige Herausforderungen im Umgang mit Wasserressourcen.