Extensive zum ersten Aufwuchs mit Margeriten, Wiesensalbei und Glatthafer. Im Hintergrund ist der Bergstock des Grimming ersichtlich.

© Walter Starz

BioOptiGL

Allgemeine Projektinformationen

Titel (deutsch)

Optimierungsstrategien zur Steigerung der Effizienz von Bio-Dauergrünlandbetrieben (Mitarbeit in 2 Projekten in EIP-AGRI)

Titel (englisch)

Optimization strategies to increase the efficiency of organic permanent grassland farms

Abstract (deutsch)

Dieses Projekt beinhaltet zwei Teile, die Bestandteil von zwei EIP-Anträgen sind.
Den abgestuften Wiesenbau gibt es derzeit vor allem als Konzept in der Beratung. In der Praxis findet man immer wieder ein unausgewogenes Verhältnis von Nutzung und Düngung der Grünlandflächen. Meist findet eine traditionelle (meist 2-3 Nutzungen) oder ertragsbetonte (4 und mehr Nutzungen) Bewirtschaftung des Grünlands statt. Eine Umsetzung des abgestuften Wiesenbaus gibt es, wenn überhaupt, nur unbewusst und ungeplant.
Ziel des Teilprojektes abgestufter Wiesenbau ist die Umsetzung des Konzepts des abgestuften Wiesenbaus auf Betriebsebene:
• Etablierung und Erhaltung von leistungsfähigen Pflanzenbeständen auf den ertragsbetonten Flächen
• Angepasste Düngung und Nutzung der ertragsbetonten Flächen
• Etablierung und Erhaltung eines betriebsindividuell passenden Ausmaßes an extensiver bewirtschafteten Wiesen
• Auf die Nutzung abgestimmte Düngung der extensiver bewirtschafteten Flächen
• Sinnvoller Einsatz der unterschiedlichen Futterqualitäten im Betrieb
• Erhöhung bzw. Erhaltung (je nach Ausgangslage) der Artenvielfalt im Grünland auf Betriebsebene
• Verbesserte gesellschaftliche Akzeptanz – Stichwort Blumenwiesen
• Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung ermitteln, damit eine Weiterentwicklung des Konzepts stattfinden kann

Daneben stellt der Ampfer immer noch ein bedeutendes Problem auf Wiesen dar. Die Pflanzen besiedeln Lücken in den Grünlandbeständen und zeigen auf, dass ertragsstarke Futtergräser und wertvolle Kräuter fehlen, weshalb ein deutlicher Minderertrag zu erwarten ist. Bei Mähwiesen mit starkem Ampferbefall ist die Qualität der gesamten Futterernte herabgesetzt und die Konservierung des Wiesenfutters wird erschwert. Da die starke Regenerationsfähigkeit von Ampferpflanzen auf deren ausdauernde Wurzeln zurückzuführen ist, ist eine Schwächung der Wurzeln durch rhizophage Organismen, wie den Glasflügerln, besonders vielversprechend. Das Ziel im zweiten Teilprojekt ist eine effektive biologische Ampfer-Bekämpfungsstrategie zu formulieren, zu verbreiten und voranzutreiben. Zu diesem Zweck strebt sie die Durchführung von Pilotprojekten an, in denen innovative Ansätze zur biologischen Ampferregulierung getestet werden. Daneben gilt es Entwicklung und Umsetzung mit dem Ampferglasflügler, welches zum Ziel hat, die Realisierbarkeit des Einsatzes heimischer Ampferglasflüglerarten (Pyropteron triannuliformis, P. chrysidiformis) in der österreichischen Grünlandwirtschaft zu testen. Diese Methode wäre nach den bisherigen Erkenntnissen besonders dazu geeignet, große etablierte Ampferstöcke mittels einer Infektion mit den wurzelfressenden Raupen der Ampferglasflügler abzutöten oder soweit zu schwächen, dass sie durch eine konkurrenzstarke Grasnarbe verdrängt werden können.

Abstract (englisch)

Graded utilization of meadows exists mainly as a concept in advisory service. This provides a solution to several problems of farms. In practice, you will always find an unbalanced ratio of utilization and fertilization of grassland. The need for a graded utilization is a theme in the advising more and more. Usually one takes place a traditional (usually 2-3 utilization) or intensive (4 and more utilization) management of grasslands. An implementation of graded utilization is mostly only unconsciously and unplanned. The rule is more uniform use of all grassland areas of operation with a marked tendency to increase the number of uses.
Besides dock is still a significant problem in meadows. The plants colonize gaps in the grasslands and show that high-yield forage grasses and precious herbs missing and therefore a significant underperformance are expected. A major problem is the fact that in hay meadows with strong dock infestation reduced the quality of the total forage harvesting and preservation of meadow forage difficult. Since the strong regenerative capacity of docks be attributed to their perennial roots, is a weakening of the roots by rhizophage organisms, such as the Pyropteron triannuliformis particularly promising.

Schlagwörter (deutsch)

abgestufter Wiesenbau, abgestufte Nutzung, Ampfer, Glasflügler

Projektleitung

Walter Starz

Forschungseinrichtung

LFZ Raumberg-Gumpenstein

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus
Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Projektnummer

101155

Projektlaufzeit

-

Projektziele

Ziel des Teilprojektes abgestufter Wiesenbau ist die Umsetzung des Konzepts des abgestuften Wiesenbaus auf Betriebsebene:
Etablierung und Erhaltung von leistungsfähigen Pflanzenbeständen auf den ertragsbetonten Flächen
Angepasste Düngung und Nutzung der ertragsbetonten Flächen
Etablierung und Erhaltung eines betriebsindividuell passenden Ausmaßes an extensiver bewirtschafteten Wiesen
Auf die Nutzung abgestimmte Düngung der extensiver bewirtschafteten Flächen
Sinnvoller Einsatz der unterschiedlichen Futterqualitäten im Betrieb
Erhöhung bzw. Erhaltung (je nach Ausgangslage) der Artenvielfalt im Grünland auf Betriebsebene
Verbesserte gesellschaftliche Akzeptanz – Stichwort Blumenwiesen
Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung ermitteln, damit eine Weiterentwicklung des Konzepts stattfinden kann

Das Ziel im zweiten Teilprojekt ist eine effektive biologische Ampfer-Bekämpfungsstrategie zu formulieren, zu verbreiten und voranzutreiben. Zu diesem Zweck strebt sie die Durchführung von Pilotprojekten an, in denen innovative Ansätze zur biologischen Ampferregulierung getestet werden. Daneben gilt es Entwicklung und Umsetzung mit dem Ampferglasflügler“, welches zum Ziel hat, die Realisierbarkeit des Einsatzes heimischer Ampferglasflüglerarten (Pyropteron triannuliformis, P. chrysidiformis) in der österreichischen Grünlandwirtschaft zu testen. Diese Methode wäre nach den bisherigen Erkenntnissen besonders dazu geeignet, große etablierte Ampferstöcke mittels einer Infektion mit den wurzelfressenden Raupen der Ampferglasflügler abzutöten oder soweit zu schwächen, dass sie durch eine konkurrenzstarke Grasnarbe verdrängt werden können.

Praxisrelevanz

Durch den abgestuften Wiesenbau können in jedem Bereich der Nutzungshäufigkeit stabile Pflanzenbestände etabliert und erhalten werden. Die entzugsorientierte Düngung auf den ertragsbetonten Flächen wird für Betriebe mit wenig Dünger (zB Biobetriebe ohne Mineraldüngereinsatz und Futtermittelzukauf) leichter umsetzbar, die Futterqualitäten steigen. Gleichzeitig gibt es am Hof mehr strukturreiches Futter, mit geringer Nährstoffdichte. Dieses Futter soll für die Aufzucht eingesetzt werden. Eine gute Planung der Grünlandnutzung, der Futterlagerung und der Verfütterung sind dafür unumgänglich. Der abgestufte Wiesenbau ermöglicht es intensiv/ertragsbetont wirtschaftenden Betrieben, durch die geringe Düngung von extensiv genutzten Flächen, ihre ertragsbetonten Flächen entzugsorientiert zu versorgen. Die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Betriebe wird dadurch gestärkt. Durch die bewusste Extensivierung einzelner Flächen – späterer Nutzungstermin, weniger Düngung, steigt der ökologische Wert dieser Flächen. Gesamtbetrieblich steigt die Biodiversität. Die Etablierung stabiler Pflanzenbestände – sowohl in der ertragsbetonten Nutzung als auch im extensiven Bereich – verbessert die nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen und ist ein positiver Beitrag zum Klimaschutz. Insgesamt betrachtet ist der abgestufte Wiesenbau ein wichtiger Beitrag zur Ländlichen Entwicklung in den Grünlandregionen.

Die zu erwartenden Ergebnisse im Teilprojekt biologische Ampferregulierung sind:
1) Entwicklung einer Strategie zur Biologischen Ampferregulierung in enger Zusammenarbeit der einzelnen Akteure aus Praxis, Beratung und Forschung.
2) Das Pilotvorhaben soll klären, ob die biologische Bekämpfung des Ampfers in Österreich mit zwei verschiedenen Ampfer-Glasflüglern möglich ist und ob zwischenartliche Unterschiede in der Schadwirkung und Handhabung (z.B. bei der Zucht) existieren.
3) Im Zuge des Projektes soll eine stabile Zuchtpopulation von zumindest einer der genannten Glasflüglerarten aufgebaut werden, die als Grundlage für spätere Verwendungszwecke bei einer möglichen Markteinführung dienen wird.
4) Die Praktikabilität und Effizienz der Ausbringungsmethodik soll in enger Kooperation zwischen Praxis und Wissenschaft untersucht und optimiert werden.
5) Klimatische Einschränkungen für einen effektiven Einsatz von zumindest einem der beiden Ampfer-Glasflüglerarten in der Grünlandwirtschaft sollen im Rahmen des Projektes untersucht und gegebenenfalls aufgezeigt werden.
6) Das aus der Testung resultierende Wissen soll die Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Produktentwicklung samt Vertriebsaufbau bieten, die den zukünftigen Zugang für ein breites Nutzerfeld ermöglichen soll.

Berichte

Abschlussbericht

Das Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein war im Rahmen dieses Projektes bei der Umsetzung von zwei EIP beteiligt. In dem einen Projekt wurde das Konzept der abgestuften Grünlandnutzung auf Praxisbetrieben im Mühlviertel umgesetzt und im andern Projekt sollte mit Hilfe des Roten (Pyropteron chrysidiformis) und Gelben Ampfer-Glasflüglers (Pyropteron triannuliforme) eine biologische Methode der Ampfer-Regulierung erprobt werden.

Anhänge

Dateiname

2021-abgestufter-wiesenbau.pdf

Beschreibung

Nachhaltige Grünlandbewirtschaftung durch abgestuften Wiesenbau

Autor/innen

Abfalter, A., Breuer, M., Frühwirth, P., Rudlstorfer, S., Uhl, H. und Drapela, T.