WT ActiProt-Milch: Prüfung des Futterwertes österreichischer Trockenschlempe
Projektleitung
Marcus Urdl
Forschungseinrichtung
LFZ Raumberg-Gumpenstein
Projektnummer
100371Projektlaufzeit
-
Finanzierungspartner
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Allgemeine Projektinformationen
Abstract (deutsch)
• Charakterisierung und Futterwertbestimmung der getrockneten Weizenschlempe aus dem Bioethanolwerk Pischelsdorf
• Prüfung des äquivalenten Einsatzes von Trockenschlempe heimischer Herkunft im Austausch für (importierten) Sojaextraktionsschrot bei einer hoch leistenden österreichischen Milchviehherde
• Erstellung von Beratungsunterlagen und Einsatzempfehlungen für die Praxis
• Prüfung des äquivalenten Einsatzes von Trockenschlempe heimischer Herkunft im Austausch für (importierten) Sojaextraktionsschrot bei einer hoch leistenden österreichischen Milchviehherde
• Erstellung von Beratungsunterlagen und Einsatzempfehlungen für die Praxis
Schlagwörter (deutsch)
Milchviehfütterung – Proteinkraftfutter – Weizenschlempe – Futteraufnahme – Milchleistung
Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)
Projektziele
Bei der Bewertung und dem Einsatz von Getreideschlempen aus der Bioethanolproduktion ist zu beachten, dass die Technologie und die Ausgangsmaterialien einer stetigen Veränderung unterliegen. Zur Bewertung der Trockenschlempe ist der umfassende Futterwert zu beachten. Dabei muss zwischen den im Futter und den am Tier zu ermittelnden Kriterien unterschieden werden. Beim Futter sind zunächst die analytisch messbaren Inhaltsstoffe (Weender Rohnährstoffe, Detergenzienfasern, Gehalte an Mineralstoffen und Aminosäuren) von Belang. Die Futteraufnahme, die Verdaulichkeit und die resultierenden Werte für den Energiegehalt und den Proteinwert sind jene maßgeblichen Parameter, welche die Wirkung des Futters am Tier beschreiben. Das experimentelle Design des Fütterungsversuches deckt diese Aspekte gemeinsam mit jenen im Projekt „ActiProt-Ziege“ ab und trägt somit dem Ziel der Charakterisierung und Futterwertbestimmung der österreichischen Getreideschlempe Rechnung.
Die Proteinqualität von Eiweißfuttermitteln tritt umso mehr in den Vordergrund, je höher die Milchleistungen der Kühe sind. Trockenschlempen haben einen hohen Anteil an unabbaubarem Protein. Die Aminosäurenzusammensetzung dieses in unveränderter Form am Dünndarm verfügbaren Eiweißes spielt eine entscheidende Rolle für die Bestimmung der Einsatzgrenzen dieses Futtermittels. Die Analyse der in-situ-Residuen mehrerer Zeitstufen, sprich des UDP-Anteils der Trockenschlempe, kann eventuell auftretende Veränderungen in der Eiweißqualität nach Passage des Pansens aufzeigen. Durch das hohe Leistungsniveau der Versuchstiere und die Gestaltung der Rationen (ActiProt® als alleiniges Eiweißfuttermittel) lassen sich aus den Ergebnissen Rückschlüsse auf die maximalen Einsatzmengen der österreichischen Schlempe bei Milchkühen ableiten.
Durch die gewonnenen Erkenntnisse können Futterrationen mit Trockenschlempen für Milchkühe über alle Leistungsbereiche entwickelt und Empfehlungen für den optimalen Einsatz dieser ernährungsphysiologisch und agrarpolitisch interessanten Alternative zu Sojaextraktionsschrot ausgesprochen werden.
Die Proteinqualität von Eiweißfuttermitteln tritt umso mehr in den Vordergrund, je höher die Milchleistungen der Kühe sind. Trockenschlempen haben einen hohen Anteil an unabbaubarem Protein. Die Aminosäurenzusammensetzung dieses in unveränderter Form am Dünndarm verfügbaren Eiweißes spielt eine entscheidende Rolle für die Bestimmung der Einsatzgrenzen dieses Futtermittels. Die Analyse der in-situ-Residuen mehrerer Zeitstufen, sprich des UDP-Anteils der Trockenschlempe, kann eventuell auftretende Veränderungen in der Eiweißqualität nach Passage des Pansens aufzeigen. Durch das hohe Leistungsniveau der Versuchstiere und die Gestaltung der Rationen (ActiProt® als alleiniges Eiweißfuttermittel) lassen sich aus den Ergebnissen Rückschlüsse auf die maximalen Einsatzmengen der österreichischen Schlempe bei Milchkühen ableiten.
Durch die gewonnenen Erkenntnisse können Futterrationen mit Trockenschlempen für Milchkühe über alle Leistungsbereiche entwickelt und Empfehlungen für den optimalen Einsatz dieser ernährungsphysiologisch und agrarpolitisch interessanten Alternative zu Sojaextraktionsschrot ausgesprochen werden.
Praxisrelevanz
Der Ersatz des „Standardeiweißfutters“ Sojaschrot durch getrocknete Getreideschlempen ist in zweierlei Hinsicht interessant und wichtig. Der ernährungsphysiologische Aspekt beinhaltet den hohen Proteinwert für Wiederkäuer durch hohe Eiweißbeständigkeit im Pansen und die agrarpolitische Bedeutung liegt in der Wertschöpfung im Inland und der Reduzierung der Exportabhängigkeit begründet.
Der große Mengenanfall an getrockneten Getreideschlempen aus dem Bioethanolwerk Pischelsdorf (ca. 140.000 t pro Jahr) wird einen hohen Marktanteil innerhalb der Eiweißfuttermittel in Österreich einnehmen. Es ist davon auszugehen, dass sich der Preis für ActiProt unter jenem von Sojaextraktionsschrot einpendeln wird und somit nicht nur der (zu prüfende) äquivalente Futterwert, sondern auch die bessere Rentabilität in der Milchproduktion dieses Futtermittel zu einer bedeutenden Alternative am Markt machen. Die Landwirte werden sich zwangsläufig über dieses Produkt informieren wollen und müssen.
Der große Mengenanfall an getrockneten Getreideschlempen aus dem Bioethanolwerk Pischelsdorf (ca. 140.000 t pro Jahr) wird einen hohen Marktanteil innerhalb der Eiweißfuttermittel in Österreich einnehmen. Es ist davon auszugehen, dass sich der Preis für ActiProt unter jenem von Sojaextraktionsschrot einpendeln wird und somit nicht nur der (zu prüfende) äquivalente Futterwert, sondern auch die bessere Rentabilität in der Milchproduktion dieses Futtermittel zu einer bedeutenden Alternative am Markt machen. Die Landwirte werden sich zwangsläufig über dieses Produkt informieren wollen und müssen.
Berichte
Kurzfassung
Um den Futterwert von österreichischer Trockenschlempe aus dem Ethanolwerk Pischelsdorf (NÖ) in der Milchviehfütterung zu prüfen, wurde ein 12-wöchiger Fütterungsversuch mit 36 Milchkühen durchgeführt. Es wurden drei gleichwertige Gruppen gebildet. Die Kontrollgruppe (Kontrolle) erhielt ein Kraftfutter mit den Eiweißkomponenten Raps-/Sojaextraktionsschrot/Erbse, im Kraftfutter der Versuchsgruppe V100 war getrocknete Getreideschlempe aus Weizen der alleinige Proteinträger. Die dritte Gruppe (V50) erhielt beide Kraftfutter zu gleichen Anteilen, um eine Eiweißversorgung über die Schlempe von ca. 50 % zu erreichen. Das Grundfutter wurde über eine Mischration vorgelegt.
Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Versuchsgruppen in den Futteraufnahmen und den Milchleistungsparametern. Die Grundfutteraufnahme lag bei durchschnittlich 14,7 kg Trockenmasse, die Kraftfutteraufnahme bei 5,9 kg TM. Die energiekorrigierten Milchleistungen (ECM) in den Gruppen Kontrolle, V50 und V100 betrugen 26.0, 25.3 bzw. 25,7 kg ECM je Tier und Tag. Auch aus wirtschaftlicher Sicht kann getrocknete Weizenschlempe als Substitut für die Eiweißkomponenten Raps- und Sojaextraktionsschrot eingesetzt werden.