WF-Projekt Plantage BSüd: WF-Projekt Forstliches Plantagenzentrum Südburgenland

Projektleitung

Heino Konrad

Forschungseinrichtung

Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)

Projektnummer

102230

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft

Allgemeine Projektinformationen

Abstract (deutsch)

Die Versorgung mit forstlichem Vermehrungsgut wird in Österreich und in ganz Europa derzeit kritisch gesehen. Durch den Klimawandel ändert sich die Baumartenzusammensetzung und die Nachfragen nach Arten und Herkünften stark, gleichzeitig wird die Saatgutproduktion durch Wetterextreme aber auch durch eingeschleppte neue Schädlinge gestört bzw. findet nicht statt. Forstliche Samenplantagen bekommen daher einen immer höheren Stellenwert, da hier einige Umweltparameter besser kontrolliert werden können als in Erntebeständen (z.B. Bewässerung, Düngung, Pflanzenschutz,). Der Bedarf an Saatgut aus Samenplantagen wird daher steigen, gleichzeitig sind viele der in Österreich vorhandenen Samenplantagen überaltert bzw. sind für einige Baumarten und Herkünfte keine Plantagen verfügbar. Die in Plantage BSÜD vorgestellte Neuerrichtung eines Plantagenzentrums im Südburgenland soll hier Abhilfe schaffen: durch Neuanlage können hier Klone und Herkünfte aus der aktuellen Forschung einer direkten Nutzung für die Forstwirtschaft zugeführt werden. Die langfristige Etablierung als Bundesplantagenzentrum soll auch gewährleisten, dass das forstliche Vermehrungsgut für alle Marktteilnehmer:innen gleichermaßen verfügbar ist. Das Projekt gliedert sich in 6 Arbeitspakete. Dabei dient AP1 vorwiegend dem Ankauf der notwendigen Grundstücke. In AP2 werden die notwendigen Arbeiten auf der Fläche durchgeführt, um die Infrastruktur errichten zu können bzw. wird der Boden für die Auspflanzung der Plantagenbäume vorbereitet. In AP3 wird die nötige Infrastruktur errichtet (Umzäunung, Brunnen, Gerätehalle). In AP4 werden die aus Vorprojekten bekannten und gut charakterisierten Versuchspflanzen durch Veredelung vermehrt und im Versuchsgarten Tulln des BFW angezogen, sowie bis zu 2500 Pflanzen im neuen Plantagenzentrum ausgepflanzt. Kommunikationsmaßnahmen zur Durchführung des Projektes werden in AP5 durchgeführt. Dazu gehören die Durchführung von Stakeholder-Treffen, die Errichtung von Informationstafeln und die Durchführung einer Eröffnungsveranstaltung. In AP6 wird die Durchführung des Projektes koordiniert.

Schlagwörter (deutsch)

Forstliches Vermehrungsgut, Forstliche Samenplantagen, Saatgut Waldbäume, Klimawandelanpassung der Wälder

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

WF Project Seed Orchard Center Southern Burgenland

Abstract (englisch)

The supply of forest reproductive material is currently viewed critically in Austria and throughout Europe. Climate change is causing significant changes in tree species composition and demand for species and provenances, while at the same time seed production is being disrupted or prevented by extreme weather conditions and the introduction of new pests. Seed orchards are therefore becoming increasingly important, as some environmental parameters can be better controlled here than in harvested stands (e.g., irrigation, fertilization, plant protection). The demand for seeds from seed orchards will therefore increase, but at the same time, many of the seed orchards in Austria are outdated or there are no orchards available for some tree species and provenances. The new seed orchard center in southern Burgenland presented in "WF project Plantage BSÜD" is intended to remedy this situation: through new planting, clones and provenances from current research can be put to direct use in forestry. The long-term establishment as a federal plantation center should also ensure that forest reproductive material is equally available to all market participants. The project is divided into six work packages. WP1 is primarily concerned with the purchase of the necessary land. In WP2, the necessary work is carried out on the site to enable the infrastructure to be built and the soil to be prepared for planting the orchard trees. In WP3, the necessary infrastructure is built (fencing, wells, maintenance building). In WP4, the respective clones identified in previous projects are propagated by grafting and grown in the BFW's experimental nursery in Tulln, and up to 2,500 plants are planted in the new plantation center. Communication measures for the implementation of the project are carried out in WP5. These include holding stakeholder meetings, setting up information boards, and holding an opening event. The implementation of the project will be coordinated in WP6.

Schlagwörter (englisch)

forest reproductive material, forest tree seed orchards, seeds of forest tree species, climate change adaptation of forests

Projektziele

Die Projektziele können wie folgt dargestellt werden:


1. Ankauf von Grundstücken mit ca. 12.7 ha Grundfläche für die Errichtung eines weiteren Bundesplantagenzentrums

2. Vorbereitung der Fläche für die Auspflanzung der Plantagenbäume

3. Errichtung der für die Bewirtschaftung des Plantagenzentrums nötigen Infrastruktur (Gerätehalle, Umzäunung,…)

4. Zusätzliche Sammlungen von Reisern, sowie Veredelungs- und Pflegearbeiten im Versuchsgarten Tulln des BFW für die Vermehrung der entsprechenden Klone

5. Auspflanzungen der Klone am neu errichteten Plantagenzentrum

6. Information der Öffentlichkeit über das neue Plantagenzentrum

Das Projekt gliedert sich in 6 Arbeitspakete. Dabei dient AP1 vorwiegend dem Ankauf der notwendigen Grundstücke. In AP2 werden die notwendigen Arbeiten auf der Fläche durchgeführt, um die Infrastruktur errichten zu können bzw. wird der Boden für die Auspflanzung der Plantagenbäume vorbereitet. In AP3 wird die nötige Infrastruktur errichtet (Umzäunung, Gerätehalle, Brunnen). In AP4 werden zu den bereits aus den Vorprojekten vorhandenen Versuchspflanzen zusätzliche Sammlungs-, Veredelungs- und Pflegearbeiten im Versuchsgarten Tulln des BFW für die Vermehrung der entsprechenden Klone durchgeführt, sowie bis zu 3000 Pflanzen im neuen Plantagenzentrum ausgepflanzt. Kommunikationsmaßnahmen zur Durchführung des Projektes werden in AP5 durchgeführt. Dazu gehören die Durchführung von Stakeholder-Treffen, die Errichtung von Informationstafeln und die
Durchführung einer Eröffnungsveranstaltung. In AP6 wird die Durchführung des Projektes koordiniert.

Praxisrelevanz

Der Klimawandel ist eine historische Herausforderung für die österreichische und europäische Forstwirtschaft. Langfristige Planungen

zu Aufforstung und Nutzung müssen neu gedacht und erstellt werden, eine Änderung des Baumartenspektrums für weite Teile Österreichs scheint unausweichlich. Um die ökologischen und ökonomischen Folgen abzumildern soll primär mit Baumarten gewirtschaftet werden, die sich auch heute schon bewährt haben. Allerdings soll hier durch gezielte Auslese, aber auch durch die Einbringung von Vermehrungsgut aus Herkunftsregionen, die vermutlich dem künftigen Klima entsprechen, die natürliche Plastizität

der Baumarten genutzt werden. Die europäische Union hat sich mit dem European Green Deal ehrgeizige Ziele gesetzt, um sowohl die Folgen des Klimawandels als auch den Biodiversitätsverlust u.a. durch Aufforstungsmaßnahmen zu verlangsamen bzw. aufzuhalten. All dies hängt aber von der nachhaltigen Versorgung mit forstlichem Saatgut von ausreichender Qualität ab. Das neue Plantagenzentrum Südburgenland wird dazu einen essentiellen Beitrag leisten.