VPF-AGRAR: Wissenschaftliche Untersuchung zentraler Aspekte der Versicherungsprämienförderung im Rahmen des Hagelversicherungs-Förderungsgesetzes

Projektleitung

Andreas Niedermayr

Forschungseinrichtung

Universität für Bodenkultur Wien

Projektnummer

102180

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft | Amt der Wiener Landesregierung| Amt der Niederösterreichischen Landesregierung| Amt der Oberösterreichischen Landesregierung| Amt der Salzburger Landesregierung| Amt der Steiermärkischen Landesregierung| Amt der Tiroler Landesregierung| Amt der Vorarlberger Landesregierung| Amt der Kärntner Landesregierung| Amt der Burgenländischen Landesregierung

Allgemeine Projektinformationen

Abstract (deutsch)

Dieses Projekt untersucht zentrale Aspekte der Versicherungsprämienförderung im Rahmen des Hagelversicherungs-Förderungsgesetzes. Die geplante Vorgehensweise unterteilt sich in eine vorgelagerte theoretische Analyse sowie zwei darauf aufbauende empirische Untersuchungen.

Erstens wird eine Literaturanalyse durchgeführt, im Zuge derer zunächst ein Überblick über die Ausgestaltung ähnlicher Fördersysteme im internationalen Vergleich gegeben und in dieser Hinsicht etwaiges Verbesserungspotenzial für das österreichische System aufgezeigt wird.

Zweitens werden darauf aufbauend in einer ersten empirischen Analyse wesentliche Treiber der Entwicklung von Kosten und Nachfrage in Bezug auf die Versicherungsprämienförderung identifiziert.

Drittens werden in einer zweiten empirischen Analyse einzelbetriebliche Wirkungen geförderter Versicherungen im derzeitigen System aufgezeigt.

Durch diese 3 Outputs soll die Untersuchung insgesamt auch Verbesserungspotenzial hinsichtlich erforderlicher Daten für ein effektives Monitoring identifizieren. Die Ergebnisse des geplanten Forschungsvorhabens stellen somit eine fundierte Informationsgrundlage dar, die politische Entscheidungsträger für die Weiterentwicklung des österreichischen Systems der Versicherungsprämienförderung in der Landwirtschaft nutzen können.

Schlagwörter (deutsch)

Versicherungsprämienförderung, Landwirtschaft

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

Scientific investigation of central aspects of insurance premium funding within the framework of the Hail Insurance Promotion Act

Abstract (englisch)

This project examines central aspects of insurance premium subsidies within the framework of the Hail Insurance Promotion Act. The planned approach is divided into a theoretical analysis of scientific literature and two subsequent empirical analyses.

Firstly, in the theoretical literature analysis an overview of the design of similar funding systems in an international context is given and based on this, possible improvement potentials for the Austrian system are identified.

Secondly, based on the theoretical literature analysis, a first empirical analysis identifies key drivers of the development of costs and demand in relation to the insurance premium support.

Thirdly, a second empirical analysis shows the individual farm-level effects of subsidized insurance in the current system.

Through these 3 outputs, the project intends to also identify improvement potentials in terms of data requirements for effective monitoring. The results of the planned research project therefore represent a well-founded information basis that political decision-makers can use for the further development of the Austrian system of insurance premium support in agriculture.

Schlagwörter (englisch)

insurance premium subsidy, agriculture

Projektziele

Ausgangslage:

Im Jahr 2016 fand eine Novellierung des Hagelversicherungs- Förderungsgesetzes statt. Im Zuge dessen wurden neben bestehenden Versicherungen zu Hagel und Frost auch weitere Risiken, darunter Dürre, Stürme und anhaltende bzw. starke Regenfälle, versicherbar. Im Jahr 2018 (Gültigkeit ab 2019) wurde darüber hinaus der Fördersatz für Versicherungsprämien von 50% auf 55% angehoben. Ein Bericht des Rechnungshofes im Jahr 2020 befand, dass u.a. die öffentlichen Aufwendungen in den letzten Jahren stark gestiegen sind, jedoch eine detaillierte Analyse der Prämienhöhe und damit die Angemessenheit der Förderung mangels Bereitstellung geeigneter Daten durch die Österreichische Hagelversicherung (ÖHV) seitens des BML und der Länder bisher nicht durchgeführt wurde (Rechnungshof Österreich, 2020). Zuständige Fachabteilungen des BML haben Kontakt mit dem WiSo Department aufgenommen und um eine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung der Versicherungsprämienförderung angefragt. Im Rahmen eines Erstgesprächs wurden die Hintergründe erläutert und die Erstellung eines Konzeptentwurfs im Laufe des Herbstes 2023 vereinbart. Nach Vorlage des Konzeptentwurfs und einer Konzeptpräsentation im Herbst 2023 ergaben sich noch weitere zu klärende Punkte, insbesondere zur Datenverfügbarkeit, die durch weiteren laufenden Austausch mit der ÖHV und den zuständigen Stellen im BML geklärt werden konnten.

Zur weiteren Beschreibung der Ausgangslage haben wir erste deskriptive Auswertungen auf Basis der Daten des RH-Berichts sowie weiterer vom BML bereitgestellter Daten durchgeführt. Die Daten zu Bundesmitteln für die Versicherungsprämienförderung für die Jahre 2014-2022 (Kombination von Daten aus RH-Bericht für die Jahre 2014-2018 und Daten vom BML 2019-2022) legen nahe (sofern die beiden Datenquellen sich auch tatsächlich auf dieselben Zahlen – nämlich Bundeszuschüsse zur Versicherungsprämienförderung – beziehen), dass sich die Bundeszuschüsse zwischen 2014 (19,8 Mio. Euro) und 2022 (58,7 Mio. Euro) beinahe verdreifacht haben. Eine detailliertere Untergliederung dieser Daten für die Jahre 2019-2022 nach Art (Pflanzen, Tiere) und Versicherungsunternehmen (ÖHV, R+V, Wiener Städtische, Uniqa Österreich) zeigt sehr klar, dass rund 89% der Mittel für den Bereich Pflanzen aufgewendet wurden. Unterteilt man die Mittel nach Versicherungsunternehmen, so zeigt sich, dass der Anteil der ÖHV 99% beträgt.

Eingrenzung des Forschungsgegenstandes

Auf Basis der bisherigen Gespräche mit dem BML, den Bundesländern und der oben beschriebenen Ausgangslage wird der Forschungsgegenstand auf die mit Abstand wichtigsten Bereiche eingegrenzt. Hinsichtlich Bereiche ist dies der Bereich „Pflanze“ (mit Fokus auf Ackerbau und zumindest für die Arbeitspakte 1 und 2 – siehe Leistungsbeschreibung – auch Grünland) und hinsichtlich der Versicherungsanbieter ist dies die ÖHV. Davon abgesehen, umfasst der vorliegende Entwurf eine Untersuchung der Entwicklung vorangegangener Jahre (Zeitraum 2012 bis 2023 bzw. letztes verfügbares Jahr) sowie die daraus resultierende derzeitige Situation (Bestandserhebung). Detailliertere Vorschläge für die zukünftige Ausgestaltung der Versicherungsprämienförderung im Rahmen des Hagelversicherungs-Förderungsgesetzes sind nicht Teil des hier skizzierten Forschungsvorhabens. Die Ergebnisse aus dem geplanten Forschungsvorhaben können jedoch trotzdem unmittelbar relevante Erkenntnisse für politische Entscheidungsträger liefern.

Zielsetzung

Das Ziel des Projektes ist somit die Durchführung einer wissenschaftlichen Untersuchung zentraler Aspekte der Versicherungsprämienförderung im Rahmen des Hagelversicherungs-Förderungsgesetzes. Eine nähere Erläuterung der untersuchten Aspekte erfolgt in der Leistungsbeschreibung.

Praxisrelevanz

Konkret können die Ergebnisse in Hinblick auf das derzeitige österreichische System der Versicherungsprämienförderung im Rahmen des Hagelversicherungs-Förderungsgesetzes

  • einen Überblick über die Ausgestaltung ähnlicher Fördersysteme im internationalen Vergleich geben und in dieser Hinsicht etwaiges Verbesserungspotenzial für das österreichische System aufzeigen,
  • wesentliche Treiber der Entwicklung von Kosten und Nachfrage in Bezug auf die Versicherungsprämienförderung identifizieren und Zusammenhänge weitaus detaillierter aufschlüsseln als das in bisherigen Analysen (z.B Rechnungshofbericht 2020) der Fall war,
  • einzelbetriebliche Wirkungen geförderter Versicherungen im derzeitigen System aufzeigen und
  • Verbesserungspotenzial hinsichtlich erforderlicher Daten für ein effektives Monitoring identifizieren.

Die Ergebnisse des geplanten Forschungsvorhabens stellen somit eine fundierte Informationsgrundlage dar, die politische Entscheidungsträger für die Weiterentwicklung des österreichischen Systems nutzen können.