Frischgeerntete heimische Knoblauchknollen

© Wolfgang Palme/HBLFA Gartenbau

virusbefreite Knoblauchsorten: Förderung des österreichischen Knoblauchanbaus durch Erweiterung des Sortenspektrums

Projektleitung

Wolfgang Palme

Forschungseinrichtung

Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau und Österreichische Bundesgärten

Projektnummer

101825

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Allgemeine Projektinformationen

Abstract (deutsch)

Virusfreie Knoblauchsorten sind nur international aus Frankreich oder Spanien von einem eingeschränkten Sortiment verfügbar. Für heimische Lokalsorten oder regional angepasste Sortimente soll ein Verfahren zur Virusbefreiung und Überführung auf den Gemüseacker entwickelt werden. 

Schlagwörter (deutsch)

Knoblauch, Virusbefreiung, Lokalsorten

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

Supporting Austrian Local Garlic Production

Abstract (englisch)

Virus-free garlic cultivars are available only from international seed companies. In this project methods are developed to free local Austrian varieties from virus diseases and transfer them to the field. 

Schlagwörter (englisch)

Austrian Garlic, Virus diseases, virus-free

Projektziele

Entwicklung einer Methode zur Überführung von virusbefreiten heimischen (Lokal)sorten zur Verbesserung der Ertragsfähigkeit und Pflanzengesundheit bei Knoblauchkulturen

Praxisrelevanz

Die Abhängigkeit heimischer Knoblauchbetriebe von internationalen Samenfirmen führt zu einer Einschränkung der in der Praxis angebauten Sortimente. Heimische Lokalsorten erlauben eine regional angepasste, klimatisch adaptierte Produktionsausrichtung. Durch Virusbefall sind die Ertragspotenziale allerdings extrem beschränkt. Eine Laborvirusbefreiung schafft die Voraussetzungen für das Überführen dieser Pflanzen in die feldgemüsebauliche Praxis. 

Berichte

Abschlussbericht

Kurzfassung

Das Ziel des Projekts ist eine Erweiterung des Sortenspektrums von Knoblauch für den Anbau in Österreich. Im Projekt konnte erfolgreich gezeigt werden, dass biotechnologische Methoden wie die Meristemkultur zur Viruseliminierung bei Knoblauchsorten sehr effektiv sind. Die Meristemkultur erwies sich als effektive Methode zur Viruseliminierung, jedoch variierten die Erfolge stark zwischen den Sorten. Die Akklimatisierung ins Freiland bleibt eine Herausforderung: Sorten wie Red Toch zeigten gute Vermehrung, aber geringe Überlebensraten. Frühjahrspflanzungen in Hochbeeten oder Tunneln mit Lausvernetzung erwiesen sich als besonders geeignet für in vitro-Material. Die Sorten Deutscher Porzellan, Waldviertler- und Eibesbrunner Weingartenknoblauch und Striped Glacer und zeigten in allen Phasen – von der Pathogenfreimachung über die in vitro-Vermehrung bis zur Akklimatisierung – sehr gute Ergebnisse. Die Auspflanzung im Frühjahr unter geschützten Bedingungen (Hochbeete, Tunnel mit Lausvernetzung) führte zu kräftigen Pflanzen und markttauglichen Knollen. Die Ausfallrate konnte durch gezielte Maßnahmen auf 20–30 % reduziert werden. Auch die mehrjährige Akklimatisierung zeigte Fortschritte und legt den Grundstein für eine stabile Kulturentwicklung. Die erzeugten virusfreien Pflanzen sind eine wertvolle Basis für eine nachhaltige, regionale Pflanzgutproduktion in Österreich. Das Projekt beweist, dass innovative Vermehrungstechniken eine vielversprechende Perspektive für die heimische Knoblauchproduktion bieten.

Berichtsdateien

Förderung des österreichischen Knoblauchanbaus durch Erweiterung des Sortenspektrums

Abstract (deutsch)

Der Akklimatisierungsversuch von In-vitro virusbefreiten Knoblauchpflanzen auf der Versuchaußenstelle Zinsenhof der HBLFA Gartenbau im Herbst 2023 führte zu Totalausfällen nach der Überführung ins Freie.

Ein zweiter Versuch im Frühjahr 2024 mit 'Deutscher Porzellan' und 'Waldviertler' war erfolgreich und im Juli und August konnte teilweise gut ausgebildete Pflanzen geerntet werden. Als Schutzmaßnahmen wurde ein isolierter Standort gewählt und Insektenschutznetze über den Kulturen ausgebracht. Die Sorte 'Waldviertler' zeigte nach Frühjahrspflanzung eine besonders kräftige Entwicklung.

Im Oktober 2024 erfolgte eine Pflanzung mit verschiedenen Sortierungen und Sorten. Die Ernte im Juli 2025 erbrachte hohe Ausfälle und die Knollen waren meist unterentwickelt. Allerdings erreichten einige Knollen, v. a. 'Deutscher Porzellan', markttaugliches Gewicht. Das Material der zweiten Generation wies ebenfalls hohen Ausfällen auf.

Die Versuche in den Hochbeeten der AGES zeigen, dass die Akklimatisierung aus dem Glashaus ins Freiland im Frühjahr und idealerweise im Hochbeet oder alternativ in Kleinparzellen in Tunnel unter Lausvernetzung erfolgen sollte. Ein gut für die Auspflanzung der in vitro-Pflänzchen vorbereitetes Beet oder Feldparzelle sind sehr wichtig für das Vermeiden von Ausfällen.

Die Akklimatisierung von Laborpflanzen im Freiland ist ein mehrjähriger Prozess. Erste Erfolge sind zwar bereits im zweiten Jahr sichtbar, jedoch zeigen sich weiterhin hohe Ausfälle. Eine stabile und markttaugliche Kulturentwicklung erfordert Geduld und mindestens 3–4 Jahre Anpassungszeit.

Abstract (englisch)

The acclimatization trial of in vitro virus-free garlic plants at the Zinsenhof experimental station of the HBLFA Gartenbau in fall 2023 resulted in total failure after transfer to the open air.

A second trial in spring 2024 with ‘Deutscher Porzellan’ and ‘Waldviertler’ was successful, and in July and August, some well-developed plants were harvested. As protective measures, an isolated location was chosen and insect screens were placed over the crops. The ‘Waldviertler’ variety showed particularly strong development after spring planting.

In October 2024, various assortments and varieties were planted. The harvest in July 2025 resulted in high losses and the tubers were mostly underdeveloped. However, some tubers, especially ‘Deutscher Porzellan’, reached marketable weight. The second-generation material also showed high losses.

The trials in the AGES raised beds show that acclimatization from the greenhouse to the open field should take place in the spring, ideally in raised beds or alternatively in small plots in tunnels under aphid netting. A bed or field plot that is well prepared for planting the in vitro seedlings is very important for avoiding losses.

The acclimatization of laboratory plants in the field is a process that takes several years. Although initial successes are already visible in the second year, high losses continue to occur. Stable and marketable crop development requires patience and at least 3–4 years of adaptation.

Autor/innen

Palme Wolfgang