© Klinik für Geflügel und Fische, Vetmeduni Wien
SITVI: Salmonella Infantis beim Huhn: Tenazität - Virulenz - Immunreaktion
Projektleitung
Claudia Hess
Forschungseinrichtung
VetMed
Projektnummer
101365Projektlaufzeit
-
Finanzierungspartner
Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus| Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz| Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus
Allgemeine Projektinformationen
Schlagwörter (deutsch)
Salmonella Infantis, Huhn, Tenazität, Virulenz, Immunreaktion
Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)
Titel (englisch)
Salmonella Infantis in chickens: ability to survive - virulence - immune response
Abstract (englisch)
With the present study a focus will be on the in-vitro testing of bacterostatic and bacteriocidal activity of commercially available desinfectants which are actually used in the field. But also the influence of the host itself is not fully understood so far. The present project shall also contribute to gain more knowledge in regard to infection dynamics, organ affinity and immunology in infections with S. Infantis in broilers. Therefore, animal experiments are planned using different genetics of birds, different dosis of infections, different time points of infections and genetically diverse S. Infantis isolates. Additonally, by using sentinel birds and determination of S. Infantis load of air samples in these experiments the dynamics of infections shall be elucidated in a flock. The aim of the present project is to gain scientific data as basis for possible intervention strategies in regard to S. Infantis infections.
Projektziele
1) Einfluss des Leistungstyp / der Hühnerrasse
2) Einfluss der Infektionsdosis und des Infektionszeitpunktes
3) Vergleichende Infektionsstudien mit unterschiedlichen S. Infantis Stämmen aus Österreich
4) Ermittlung der angeborenen und erworbenen Immunantwort, sowie humoralen und zellulären Immunreaktion der Tiere
5) Bestimmung der bakteriostatischen und bakteriziden Wirkung unterschiedlicher Desinfektionsmittel auf unterschiedliche S. Infantis Isolate
Durch die Untersuchungen der oben genannten Fragestellungen soll das aktuelle Wissen in Bezug auf S. Infantis Infektionen im Huhn wesentlich erweitert werden. So sollen wichtige Erkenntnisse zur Infektion und Organlokalisation des Erregers gewonnen werden. Der Umstand, dass zusätzlich zu spezifiziert pathogen freien (SPF) Tieren auch im Feld verwendete Rassen (schnell und langsam wachsende Rassen) untersucht werden, unterstreicht den Anwendungscharakter der Untersuchungen. Dies wird durch den Einsatz von Sentineltieren noch unterstrichen, da somit der Ausbreitungscharakter der Infektion zwischen den Tieren untersucht werden kann. Zusätzlich sollen neue Erkenntnisse in Hinblick auf die Tenazität des Erregers gewonnen werden. Dies soll eine wissenschaftliche Basis für die Entwicklung möglicher Bekämpfungsstrategien schaffen.
Um die Ziele des Projektes zu erreichen ist eine Zusammenarbeit mit der Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV) und der Nationalen Referenzzentrale für Salmonellen der AGES in Graz geplannt. Während durch die QGV aktuelle Einflüsse aus dem Feld in das Projekt eingebracht werden sollen hat die Kooperation mit der nationalen Salmonellenzentrale das Ziel, definierte und gut charakterisierte Isolate von S. infantis.aus österreichischen Masthühnerbständen zu erhalten.
Praxisrelevanz
Neben dem Virulenzverhalten unterschiedlicher S. Infantis Isolate, dem Einfluss der Hühnerrasse und dem Einfluss des Infektionszeitpunktes wird auch erstmalig ein Fokus auf die Abläufe des Immunsystems bei infizierten Hühnern gelegt. Die daraus gewonnen Erkenntnisse sollen erstmalig eine wissenschaftliche Basis für die Entwicklung möglicher Bekämpfungsstrategien in Hinblick auf Prophylaxe und Therapie liefern, und sollen auch in einem entsprechenden Empfehlungskatalog für die Geflügelbranche münden.
Berichte
Kurzfassung
Berichtsdateien
Abstract (deutsch)
Lebensmittelbedingte Infektionen mit Salmonellen zählen zu den weltweit häufigsten Ursachen humaner Erkrankungen. Salmonella enterica subspecies enterica umfasst mehr als 1400 nicht-typhoide Serotypen, von denen allerdings nur eine geringe Anzahl für den Großteil der beim Geflügel vorkommenden Isolaten verantwortlich ist, insbesondere Salmonella Enteritidis, Salmonella Typhimurium und Salmonella Infantis. Masthühner sind ein bedeutendes Reservoir für unterschiedliche Salmonella (S.) Serovare. Der aktuelle Bericht der EFSA (2021) zeigt, dass Salmonella Infantis weiterhin das am häufigsten vorkommende Serovar beim Geflügel (Gallus gallus), insbesondere beim Masthuhn, und das vierthäufigste Serovar bei Menschen ist. Dies spiegelt sich auch in österreichischen Isolaten von Mastgeflügelbeständen und dessen Fleisch sowie in der Humanmedizin wieder. Im vorliegenden Projekt wurden gezielte Fragestellungen hinsichtlich des Auftretens von S. Infantis untersucht. In einem ersten Schritt wurden in einer in-vitro Studie ausgewählte S. Infantis Feldisolate auf ihre Empfindlichkeit gegenüber gängigen Desinfektionsmitteln getestet. Diese Untersuchungen sollten die Basis für Empfehlungen beim Einsatz von Desinfektionsmitteln im Falle einer S. Infantis Kontamination bilden. In Bezug auf den Einsatz von Desinfektionsmitteln wurde auch die Möglichkeit des Auftretens vermehrter Antibiotikaresistenzen untersucht. Dieses Phänomen wurde bereits bei anderen Salmonellen Serovaren beschreiben, und basiert Großteils auf der Nutzung gemeinsamer Abwehrmechanismen des Bakteriums. Ein zweiter Schwerpunkt des Projektes lag in der Untersuchung des Virulenzverhaltens unterschiedlicher S. Infantis Isolate. Hierfür wurden Isolate phänotypisch und genotypisch charakterisiert. Des Weiteren wurden S. Infantis Isolate auch mittels Matrix Assisted Laser Desorption Ionization Time-of-Flight Mass Spectromety (MALDI-TOF MS) untersucht. Hierbei sollte untersucht werden, ob es möglich ist mit dieser Methode Unterschiede im Proteinprofil von verschiedenen Salmonella Serovaren sowie auch innerhalb der heterogenen Gruppe von S. Infantis feststellen zu können. Gezielte Virulenzstudien erfolgten zunächst im Brutei und anschließend in tierexperimentellen Studien. Mit diesen Untersuchungen sollten einerseits erstmalig Daten zur Pathogenität von unterschiedlichen S. Infantis Isolaten im Modell Hühnerembryo erhoben werden, und in späterer Folge neue Erkenntnisse zur Virulenz im Tier gewonnen werden.
Abstract (englisch)
Foodborne infections with Salmonella are among the most common causes of human diseases worldwide. Salmonella enterica subspecies enterica comprises more than 1400 non-typhoid serotypes, of which only a small number accounts for the majority of isolates found in poultry, in particular Salmonella Enteritidis, Salmonella Typhimurium and Salmonella Infantis. Broilers are an important reservoir for different Salmonella (S.) serovars. The latest EFSA report (2021) shows that Salmonella Infantis remains the most common serovar in poultry (Gallus gallus), particularly broilers, and the fourth most common serovar in humans. This is also reflected in Austrian isolates from broiler stocks and their meat as well as in human medicine. In the present project, several specific aspects were investigated with regard to the occurrence of S. Infantis. In a first step, selected S. Infantis field isolates were tested in an in-vitro study for their sensitivity to disinfectants commonly used in the field. These studies should form the basis for recommendations on the use of disinfectants in the event of S. Infantis contamination. With regard to the use of disinfectants, the possibility of the occurrence of increased antibiotic resistance was also examined. This phenomenon has already been described for other Salmonella serovars and is largely based on the use of common defense mechanisms of the bacterium such as efflux pumps. A second focus of the project was the investigation of the virulence behavior of different S. Infantis isolates. For this purpose, isolates were characterized phenotypically and genotypically, which should result in a so-called mapping. Furthermore, S. Infantis isolates were also analyzed using Matrix Assisted Laser Desorption Ionization Time-of-Flight Mass Spectrometry (MALDI-TOF MS). It should be investigated whether it is possible to use this method to determine differences in the protein profile of different Salmonella serovars and also within the heterogeneous group of S. Infantis. Targeted virulence studies of different isolates were initially carried out in hatching eggs and then in animal studies. With these investigations, data on the pathogenicity of different S. Infantis isolates in the chicken embryo model should be collected for the first time, and later new insights into virulence in the animal - defined in excretion rate, organ colonization and immune response - should be gained.
Autor/innen
Dr. Claudia Hess
Publikationen
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