© Raumberg-Gumpenstein
Seedmix: Saatgutmischungen für die intensive Grünlandbewirtschaftung unter Berücksichtigung der sich ändernden klimatischen Rahmenbedingungen
Projektleitung
Bernhard Krautzer
Forschungseinrichtung
HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Projektnummer
101457Projektlaufzeit
-
Finanzierungspartner
Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus
Allgemeine Projektinformationen
Schlagwörter (deutsch)
Grünlandmischungen, Dauergrünland, Trockentoleranz, Intensivgrünland
Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)
Titel (englisch)
Seed mixtures for intensively managed grassland in consideration of changing climate conditions
Abstract (englisch)
On 7-9 different sites, in co-operation with five different partners, a randomised experimental design will be carried out in order to answer the following questions:
Are new grassland species (Festulolium, Festuca arundinacea) a valuable partner in seed mixtures for permanent 4- to 5-cut grassland?
Quantification of the additional value of top varieties in comparison to standard seed mixtures
Additional value of repetitive reseeding of permanent grassland
Additional value of permanent reseeding of permanent grassland with red clover
Results derived will be basis for future quality seed-mixture composition and education of farmers
Projektziele
Der vorliegende Versuch soll klare Ergebnisse zu einer Vielzahl an Fragen beantworten, die für die erfolgreiche Grünlandbewirtschaftung unter dem Aspekt sich ändernder Klima- und Standortsbedingungen von großer Bedeutung sind:
Welche neuen Arten eignen sich für Grünlandmischungen unter heimischen Klima- Standorts- und Bewirtschaftungsbedingungen.
Welchen Mehrwert bringen die nach den Ergebnissen der Sortenprüfung ausgewählten Top-Sorten im Vergleich zu Standardsorten.
Welchen Mehrwert bringt unterschiedliche Nachsaatregime (periodisch, permanent)
Welchen Mehrwert bringt permanente Einsaat von Rotklee in Dauergrünlandbeständen
All diese Fragestellungen sind derzeit stark diskutiert, Antworten aus Mangel an Versuchsergebnissen aber nur spekulativ. Die Ergebnisse des vorliegenden Versuches werden wesentliche Daten und Erkenntnisse zur künftigen Grünlandberatung und Mischungsgestaltung zur Verfügung stellen und damit von wesentlicher Bedeutung für die Grünlandbewirtschaftung sein.
Praxisrelevanz
Vergleich künftiger derzeit noch nicht verwendeter, eventuell klimaresistenterer Arten wie Festulolium bzw. Rohrschwingel und nach den aktuellen Ergebnissen der Sortenwertprüfung herausragend abschneidender Futterpflanzensorten mit den derzeit üblichen.
Klärung inwieweit sich permanente Nachsaat bei unterschiedlich intensiven Schnittregimen (4 bzw. 5 Schnitte jährlich) auf Ertrag, Futterqualität, Leguminosenanteil, Narbendichte etc. auswirkt.
Prüfung der Fragen mit randomisiertem Versuchsdesign auf mehreren Standorten (Kooperation mit Fachschulen, der AGES, dem hausinternen Bioinstitut, der Forschungsstelle Laimburg in Südtirol sowie dem Land Tirol).
Berichte
Kurzfassung
Berichtsdateien
Abstract (deutsch)
Das Forschungsprojekt „Seedmix“ untersuchte an sieben Standorten in unterschiedlichen Klimaräumen Österreichs die Leistungsfähigkeit und Stabilität intensiver Grünlandbestände unter sich ändernden klimatischen Rahmenbedingungen. Im Fokus standen der Vergleich verschiedener Saatgutmischungen und Saatgutqualitäten, unterschiedliche Nutzungsintensitäten, die Wirkung von Nachsaatmaßnahmen sowie die Substitution von Wiesenschwingel durch trockenheitstolerantere Arten wie Rohrschwingel und Festulolium. Ziel war es, praxisrelevante Strategien für eine resiliente, ertragreiche und qualitativ hochwertige Grünlandbewirtschaftung abzuleiten.
Die Ergebnisse zeigen, dass Ertrag und Futterqualität in erster Linie durch Standort, Jahr und Witterung sowie durch die Bewirtschaftungsintensität beeinflusst werden. Insbesondere die Schnittfrequenz erwies sich als zentraler Steuerungsfaktor: Eine höhere Nutzungsintensität führte in der Regel zu höheren Rohproteingehalten und Energieerträgen, während die Trockenmasseerträge weniger stark reagierten. Unterschiede zwischen den geprüften Mischungen waren meist geringer als erwartet, wobei auch Mischungen, die ursprünglich für extensivere Nutzung empfohlen sind, unter intensiven Bedingungen stabile und konkurrenzfähige Leistungen erbrachten.
Ein klarer Vorteil zeigte sich zugunsten der ÖAG-Qualitätssaatgutmischungen. Diese wiesen im Vergleich zu Referenzmischungen eine höhere projektive Deckung, geringere Verunkrautung sowie höhere Erträge und Rohproteinerträge auf. Damit bestätigte sich die Bedeutung geprüfter Sorten und hoher Saatgutqualität für die Bestandesstabilität und Nachhaltigkeit im Intensivgrünland.
Die Substitution von Wiesenschwingel durch Rohrschwingel oder Festulolium brachte insgesamt nur begrenzte und stark standortabhängige Effekte. Während rohrschwingelbetonte Mischungen – insbesondere eine Südtiroler Mischung für trockene Lagen – auf einzelnen Standorten sehr hohe Trockenmasseerträge erzielten, gingen diese Vorteile häufig mit niedrigeren Rohproteingehalten und geringerer Energiekonzentration einher. Insgesamt konnte keine generelle Empfehlung für eine Substitution des Wiesenschwingels ausgesprochen werden.
Nachsaatmaßnahmen erwiesen sich als wenig wirksam in jungen, dichten und intensiv genutzten Beständen. Eine regelmäßige Nachsaat von Rotklee zeigte an einzelnen Standorten positive Effekte auf Leguminosenanteil und Ertrag, insbesondere bei geeigneter Sortenwahl und geringerer Konkurrenz im Bestand.
Abstract (englisch)
The research project “Seedmix” investigated the performance and stability of intensively managed grassland systems under changing climatic conditions at seven sites representing different climatic regions of Austria. The study focused on comparing different seed mixtures and seed quality levels, varying management intensities, the effects of overseeding, and the substitution of meadow fescue with more drought-tolerant species such as tall fescue and Festulolium. The overall aim was to derive practical strategies for resilient, high-yielding, and high-quality grassland management.
The results show that yield and forage quality were primarily influenced by site conditions, year and weather variability, as well as management intensity. In particular, cutting frequency proved to be a key management factor: higher utilisation intensity generally resulted in increased crude protein concentrations and energy yields, while dry matter yields responded less strongly. Differences between the tested mixtures were mostly smaller than expected, and even mixtures originally recommended for more extensive use performed stably and competitively under intensive management conditions.
In the long term, a clear advantage was observed for ÖAG quality seed mixtures. Compared with reference mixtures, these showed higher sward cover, lower weed infestation, and higher dry matter and crude protein yields. This confirms the importance of tested cultivars and high seed quality for sward stability and sustainability in intensively managed grassland.
The substitution of meadow fescue with tall fescue or Festulolium resulted in only limited and strongly site-specific effects. While tall fescue–dominated mixtures—particularly a South Tyrolean mixture designed for dry sites—achieved very high dry matter yields at some locations, these advantages were often associated with lower crude protein concentrations and reduced energy density. Festulolium showed positive effects mainly in the initial years of use but lost importance with increasing duration of management. Overall, no general recommendation for substituting meadow fescue could be derived.
Overseeding measures proved to be of limited effectiveness in young, dense, and intensively managed swards. Regular overseeding with red clover showed positive effects on legume proportion and yield at individual sites, particularly when suitable cultivars were used and competitive pressure within the sward was lower.
Autor/innen
Krautzer, B., Gaier, L., Klingler, A., Resch, R., Starz, W., Gassner-Speckmoser, Graiss, W., K., Partl, C.