Reb-Foliometrie: Die Eignung eines foliometrischen Verfahrens der Blattadern-Analyse für die Rebsortenzuordnung am Beispiel von St. Georgener-Rebe (Mater Veltlinis), Gewürztraminer und Grüner Veltliner
Forschungseinrichtung
Bundesamt für Weinbau
Projektnummer
102126Projektlaufzeit
-
Finanzierungspartner
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft
Allgemeine Projektinformationen
Abstract (deutsch)
Das Bundesamt für Weinbau hat ein Protokoll zur biometrischen Analyse und zum Vergleich der Rebblatt-Gestalt entwickelt, das insbesondere bei Aureben (Vitis sylvestris) und bei alten Rebsorten (Heunisch in Kleinpöchlarn, "St. Georgener-Rebe") zur Anwendung kam. Allerdings ist die Bedeutung der sorteninternen Variation bislang nicht hinreichend untersucht worden. Hier soll die Variabilität in unterschiedlichen Erhebungsjahren, verschiedener Saison und entlang des Triebs (proximal - distal) analysiert werden.
Schlagwörter (deutsch)
Foliometrie, Biometrie, Gestalterkennung, St. Georgener-Rebe, Traminer, Grüner Veltliner, Neural-Network-Bayesian-Classifier, Feed-Forward-Neural-Net
Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)
Titel (englisch)
The applicability of a foliometric method of leaf vein analysis for grape variety classification using the example of St. Georgener-Rebe (Mater Veltlinis), Gewürztraminer and Grüner Veltliner
Abstract (englisch)
The Federal Office of Viticulture has developed a protocol for biometric analysis and comparison of vine leaf shape, which has been used in particular for Vitis sylvestris and old grape varieties (Heunisch in Kleinpöchlarn, ‘St. Georgen-Rebe’). However, the significance of intra-varietal variability has not yet been sufficiently investigated. Here, the variability in different survey years, different seasons and along the shoot (proximal - distal) is to be analysed.
Schlagwörter (englisch)
Foliometry, biometry, shape recognition, Mater Veltlinis, Traminer, Grüner Veltliner, Neural-Network-Bayesian-Classifier, Feed-Forward-Neural-Net
Projektziele
Neben der rein qualitativen Merkmals-Deskription haben sich biometrische Untersuchungen im Rahmen der Ampelographie für die Sortenbeschreibung und -erkennung etabliert. Ein auf der Selbstähnlichkeit von Rebblättern basierendes, softwareunterstütztes, foliometrisches Verfahren, das 24 Blattader-Verzweigungsknoten verwendet, wird im Rahmen dieses Projekts auf seine Eignung für die Rebsorten-Erkennung untersucht.
Praxisrelevanz
Das Verfahren soll im Rahmen der Ampelografie Verwendung finden
Berichte
Kurzfassung
Berichtsdateien
Abstract (deutsch)
Die Eignung eines foliometrischen Verfahrens der Blattadern-Analyse für die Rebsortenzuordnung am Beispiel von St. Georgener-Rebe (Mater Veltlinis), Gewürztraminer und Grüner Veltliner
Neben der rein qualitativen Merkmals-Deskription haben sich biometrische Untersuchungen im Rahmen der Ampelographie für die Sortenbeschreibung und -erkennung etabliert. Ein auf der Selbstähnlichkeit von Rebblättern basierendes, softwareunterstütztes, foliometrisches Verfahren, das 24 Blattader-Verzweigungsknoten verwendet, wurde im Rahmen dieser Publikation auf seine Eignung für die Rebsorten-Erkennung untersucht. Verschiedene Diskriminanzverfahren wurden benützt, PCA, Diskriminanzanalyse und zwei verschiedene Neuronale Netze.
Es zeigt sich, dass bei Vitis vinifera die Blattäderung alleine genug Merkmale besitzt, um bei den hier analysierten Sorten, Grüner Veltliner und seinen Parentalsorten, Traminer und St. Georgener-Rebe, eine fast perfekte Zuordnung zu ermöglichen. Wegen der großen individuellen Unterschiede genügen dafür aber Einzelblätter nicht. Indem man durch Mittelwertbildung aus einigen wenigen Blättern Komposita erzeugt, ist das aber möglich.
Die Wahl der Merkmale erlaubt zusätzlich eine recht gute Beschreibung der Unterschiede in der Blattäderung, deren Variabilität in verschiedenen Erhebungsjahren, innerhalb einer Saison und entlang des Primärtriebs (von proximal nach distal) mit besonderer Berücksichtigung der Sortenunterschiede analysiert wurde. Mediale Blätter eignen sich besser für die Erkennung, die Jahreszeit zu der die Probennahme stattfindet, ist hingegen weniger bedeutend, obwohl es Unterschiede zwischen Frühjahrs- und Sommerblättern gibt.
Weiters wurde das Verfahren verwendet, um die Blattäderung der drei Sorten vergleichend zu beschreiben. Bei den meisten Merkmalen liegt die Ausprägung beim Grünen Veltliner zwischen jenen seiner Parentalsorten.
Abstract (englisch)
The Suitability of a Foliometric Method for Leaf Vein Analysis in Grapevine Variety Identification, Using the Example of St. Georgener-Rebe (Mater Veltlinis), Gewürztraminer, and Grüner Veltliner
In addition to purely qualitative trait descriptions, biometric studies have become established within ampelography for the identification and characterisation of grapevine varieties. This publication examines the suitability of a software-assisted foliometric method, based on the self-similarity of vine leaves and employing 24 vein branching nodes, for grapevine variety identification. Various classification methods were used, including PCA, discriminant analysis, and two different neural networks.
The findings show that in Vitis vinifera, leaf venation alone provides enough distinguishing features to enable an almost perfect classification of the varieties analysed here—Grüner Veltliner and its parent varieties, Traminer and St. Georgener-Rebe (Mater Veltlinis). However, due to significant individual variability, single leaves are not sufficient. By generating composite leaf data through averaging a small number of leaves, accurate classification becomes feasible.
The choice of features also allows for a reasonably precise description of differences in leaf venation, which were analysed in terms of their variability across different years of data collection, within a growing season, and along the primary shoot (from proximal to distal), with particular attention to varietal differences. Leaves of the shoot middle proved more suitable for identification, while the time of year when sampling occurs is of less importance, although differences between spring and summer leaves were observed.
Furthermore, the method was employed to provide a comparative description of the leaf venation patterns of the three grapevine varieties. For most traits, Grüner Veltliner exhibited intermediate characteristics between its parent varieties.
Autor/innen
Gangl, H., Tiefenbrunner, M., Tiefenbrunner, W.