PENNOVATE: Vergleich dreier Auslaufüberdachungsvarianten im Bio-Schweinestall
Projektleitung
Julia Schoiswohl
Forschungseinrichtung
Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein
Projektnummer
102301Projektlaufzeit
-
Finanzierungspartner
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Allgemeine Projektinformationen
Abstract (deutsch)
Ein wesentliches Element der biologischen Schweinehaltung ist der Zugang zu einem Auslauf, der den Tieren rund um die Uhr zur Verfügung steht. Diese Freifläche dient dem Kontakt zur Umwelt und zu Klimareizen, die Schweine werden aber auch gezielt dazu animiert Kot und Harn im Auslauf abzusetzen. Dies entspricht ihrem natürlichen Verhalten Kot- und Schlafplatz zu trennen, außerdem wird dadurch das Stallklima verbessert und das Ausmisten vereinfacht. Seit 2020 ist durch eine Klarstellung seitens der EU definiert, dass mindestens 50 % der in EU-VO 2020/464 festgelegten Mindestauslauffläche in Bio-Schweinemastställen unüberdacht bleiben müssen. Da davor häufig deutlich höhere Überdachungsgrade gewählt wurden, bedeutet diese Klarstellung eine Herausforderung für viele Bio-Schweinebetriebe. In diesem Projekt wird nun die 50 % unüberdacht Variante verglichen mit einer Variante in der die 50 % Überdachung mittels schmaler Leisten über dem gesamten Auslauf realisiert wird, sowie mit einer Variante für die zusätzlich zu einer festen 50 % Überdachung eine temporäre Beschattung zum Schutz vor hoher Sonneneinstrahlung angebracht wird. Die Datenerhebung umfasst die Auslaufnutzung durch die Tiere, die Verschmutzung des Auslaufs, sowie Emissionen aus dem Auslauf. Ziel ist es, die Auswirkungen der Überdachungsvarianten auf die genannten Paramater beschreiben zu können, um Bio-Schweinebetriebe die Umbaumaßnahmen planen in ihren Entscheidungen unterstützen zu können.
Schlagwörter (deutsch)
Biologische Schweinehaltung, Auslauf, Tierwohl
Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)
Titel (englisch)
Comparison of three options to cover the outdoor area in organic pig barns
Abstract (englisch)
An essential element of organic pig farming is permanent access to an outdoor area. This open space provides contact with the environment and climatic stimuli, but the pigs are also encouraged to defecate and urinate in the outdoor area. This corresponds to their natural behavior of separating their manure and sleeping areas, as well as improving the climate in the barn and making mucking out easier. Since 2020, the EU has clarified that at least 50% of the minimum outdoor area in organic pig fattening barns, as specified in EU Regulation 2020/464, must remain without cover. As significantly higher levels of roofing were often chosen previously, this clarification represents a challenge for many organic pig farms. In this project, the 50% uncovered version is being compared with a version in which the 50% cover is realized by means of narrow slats over the entire area, as well as with a version for which, in addition to a fixed 50% roof, temporary shading is installed to protect the pigs against sun burn on sunny days. Data collection includes the use of the outdoor run by the pigs, the soiling of the outdoor area and emissions from it. The aim is to be able to describe the effects of the roofing variants on the parameters mentioned in order to support organic pig farms planning conversion measures.
Schlagwörter (englisch)
rganic pig husbandry, outdoor area, animal welfare
Projektziele
Das Ziel des Projekts ist es, drei Varianten zur Auslaufüberdachung in Mastbuchten für Bio-Schweine zu vergleichen. Gemeinsam ist den drei Varianten, dass sie der Vorgabe entsprechen, dass 50 % der Mindestauslauffläche unüberdacht bleiben müssen. Der Vergleich wird unter praxisnahen, aber kontrollierten Bedingungen in einem Bio-Schweinemaststall durchgeführt, um die folgenden Fragestellungen zu untersuchen:
- Wirken sich die Varianten der Auslaufüberdachung auf den Zustand der Einstreu aus, konkret deren Verschmutzung sowie Trockenmassegehalt?
- Wirken sich die Varianten der Auslaufüberdachung auf die Nutzung des Auslaufs aus, hinsichtlich Dauer und Verteilung über den Tag?
- Wirken sich die Varianten der Auslaufüberdachung auf die Temperatur im Auslauf bzw. auf das Tier aus?
- Wirken sich die Varianten der Auslaufüberdachung auf Emissionen aus den Auslaufflächen aus?
Praxisrelevanz
Seit 2020 ist durch eine Klarstellung seitens der EU definiert, dass mindestens 50 % der in EU-VO 2020/464 festgelegten Mindestauslauffläche in Bio-Schweinemastställen unüberdacht bleiben müssen. Da davor häufig deutlich höhere Überdachungsgrade gewählt wurden, bedeutet diese Klarstellung eine Herausforderung für viele Bio-Schweinebetriebe. Das geplante Projekt soll zur Bewältigung dieser Herausforderung folgende Erkenntnisse beitragen:
- Beschreibung der Unterschiede zwischen den Auslaufüberdachungs-Varianten hinsichtlich des Zustands der Einstreu
- Beschreibung der Unterschiede zwischen den Auslaufüberdachungs-Varianten hinsichtlich der Nutzung des Auslaufs durch die Schweine
- Beschreibung der Unterschiede zwischen den Auslaufüberdachungs-Varianten hinsichtlich der Temperatur im Auslauf
- Beschreibung der Unterschiede zwischen den Auslaufüberdachungs-Varianten hinsichtlich der Emissionen aus dem Auslauf
- Zusammenfassende Beschreibung der Erfahrungen mit den Auslaufüberdachungs-Varianten zur Unterstützung der Bio-Schweinebetriebe die Umbau-Maßnahmen planen