© Abteilung Obstbau, HBLA Klosterneuburg
Obst-Monitoring: Obst-Monitoring Österreich Unsere Obstsorten - von der Ahatzlbirne bis zum Zwispitz. Aufbau eines Programms zur Erfassung und Bewertung des Zustands und der Trends
Projektleitung
Karin Silhavy-Richter
Forschungseinrichtung
HBLA und BA für Wein- und Obstbau Klosterneuburg
Projektnummer
102040Projektlaufzeit
-
Finanzierungspartner
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft | Kommunalkredit Public Consulting – BMK – Biodiversitätsfond
Allgemeine Projektinformationen
Abstract (deutsch)
Die Vision: Im Jahr 2035 gibt es in Österreich keine vom Aussterben bedrohten alten Obstsorten mehr. Alle derzeit noch vorhandenen Obstsorten sind entdeckt, genetisch untersucht und pomologisch beschrieben sowie an mehreren Orten Österreichs in den Obstgärten der heimischen Obstsammlungen in Form von Bäumen abgesichert. Professionell betreute Reiserschnittgärten stehen zur Verfügung, um Baumschulen und Privatpersonen für jede Obstsorte ausreichend Vermehrungsmaterial anbieten zu können.
Aufbauend auf dem Projekt “Obst-Inventur Österreich”, das einer umfassenden Bestandsaufnahme gedient und vor allem eine Menge an neuem Wissen generiert hat, schließen sich 15 österreichische Sammlungen zu einem Verbund zusammen und starten jetzt ein umfassendes Programm zur Erfassung und Bewertung des Zustands und der Trends unserer Obstsorten. Durch eine konzertierte Zusammenarbeit können die großen Aufgaben der Erhaltung und Erforschung seltener Obstsorten effektiver bewerkstelligt werden. Der Sammlungsverbund setzt sich konkrete und messbare Ziele, deren Erreichung durch ein bundesweites Monitoring-Programm begleitet werden.
Schlagwörter (deutsch)
Obstgenetische Ressourcen, Biodiversität, Erhaltung
Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)
Titel (englisch)
Fruit monitoring Austria - Our fruit varieties - from the Ahatzlbirne to the Zwispitz. Establishing a program to record and evaluate the condition and trends
Abstract (englisch)
The vision: In 2035 there will no longer be any ancient fruit varieties in Austria that are threatened with extinction. All currently existing fruit varieties have been discovered, genetically examined and pomologically described and secured in the form of trees in the orchards of local fruit collections in several places in Austria. Professionally managed scion cutting gardens are available to provide tree nurseries and private individuals with sufficient propagation material for every type of fruit.
Building on the “Fruit Inventory Austria” project, which served as a comprehensive inventory and, above all, generated a lot of new knowledge, 15 Austrian collections are joining together to form a network and are now starting a comprehensive program to record and evaluate the condition and the Trends in our fruit varieties. Through concerted collaboration, the major tasks of preserving and researching rare fruit varieties can be accomplished more effectively. The collection network sets concrete and measurable goals, the achievement of which is supported by a nationwide monitoring program.
Schlagwörter (englisch)
Fruitgenetic ressources, biodiversity, conservation
Projektziele
Die Projektpartner:innen orientieren sich an der langfristigen Vision: Im Jahr 2035 gibt es in Österreich keine vom Aussterben bedrohten alten Obstsorten mehr. Alle derzeit noch vorhandenen Obstsorten sind entdeckt, genetisch untersucht und pomologisch beschrieben sowie an mehreren Orten Österreichs in den Obstgärten der heimischen Obstsammlungen in Form von Bäumen abgesichert. Professionell betreute Reiserschnittgärten stehen zur Verfügung, um Baumschulen und Privaten für jede Obstsorte ausreichend Vermehrungsmaterial anbieten zu können. Die Sammlungen obstgenetischer Ressourcen nähern sich in zeitlich aufeinanderfolgenden Schritten dieser Vision und haben dazu ein 5-Punkte Rettungs- und Wiederaufbau-Programm erstellt. Das betrifft die
(1) Verifizierung der Sortenidentität mit Hilfe des genetischen Fingerprints und einer pomologischen Bestimmung,
(2) die Absicherung der gesammelten Sorten im Verbund,
(3) Schließung von Sammlungslücken,
(4) einheitliche Standards in der Erhaltung und Beschreibung
(5) Abgabe von Sammlungsmaterial.
Zur Koordination aller Aktivitäten streben die Projektpartner:innen eine Zusammenarbeit im Verbund der Obstsammlungen (Arbeitstitel) über das vorliegende Projekt hinaus an.
Die konkreten Projektziele leiten sich aus der Vision und dem 5-Punkte Programm sowie den Ergebnissen der „Obst-Inventur“ ab und orientieren sich an den Vorgaben der Ausschreibung und den zeitlichen Möglichkeiten.
Die Zielerreichung soll mithilfe von Indikatoren gemessen werden, die vorzugsweise aus dem Set der FAO stammen und auf den Status-Indikatoren Nr. 9 zu genetischer Vielfalt (S.3.2 Vielfalt genutzter Arten und Sorten) referenzieren. Um der spezifischen Situation österreichischer Sammlungen gerecht zu werden, müssen ergänzend zu den FAO-Indikatoren nationale Indikatoren eingesetzt werden.
Praxisrelevanz
- Absicherung und Erhaltung von österreichischen Obstsorten als genetische Ressourcen
- Gemeinsame Administration der Bestände von Sortensammlungen zur Effizienzsteigerung
- Erstellung eines „Zustandsbericht der heimischen Obstsorten“ für die Überwachung der Österreichischen Biodiversitätsstrategie
Berichte
Kurzfassung
Berichtsdateien
Abstract (deutsch)
Das Projekt Obst-Monitoring Österreich baut auf den Ergebnissen der „Obst-Inventur Österreich“ auf und verfolgt das Ziel, ein bundesweit koordiniertes, dauerhaftes Monitoring obstgenetischer Ressourcen (OGR) zu etablieren. Während die Obst-Inventur erstmals eine umfassende genetische Erfassung der Sortenvielfalt in österreichischen Obstsammlungen ermöglichte, adressiert das Folgeprojekt zentrale offene Fragestellungen hinsichtlich Sortenidentität, Datenqualität, Nomenklatur, Absicherung und langfristiger Beobachtung von Bestandsentwicklungen.
Im Projektzeitraum wurden die vorhandenen genetischen und sammlungsbezogenen Daten systematisch überprüft, ergänzt und qualitätsgesichert. Ein besonderer Fokus lag auf der pomologischen Verifizierung jener Sorten, für die bislang keine internationalen Referenzprofile vorlagen („Austrian Unique Genegroups“), sowie auf der Harmonisierung von Sortennamen und Schreibweisen. Zu diesem Zweck wurde erstmals eine Österreichische Pomologische Kommission eingerichtet, die als zentrales Fachgremium für die Sortenverifizierung fungiert.
Parallel dazu wurde die genetische Datengrundlage durch zusätzliche Analysen erweitert und die Obstsorten-Datenbank Annona technisch weiterentwickelt. Erstmals wurden zudem strukturierte Monitoring-Indikatoren definiert, die eine regelmäßige Bewertung von Sortenstatus, Redundanzen und Gefährdungsgraden ermöglichen. Ein österreichweiter Sammlungsverbund schuf die organisatorische Basis für den Datenaustausch, die Koordination von Sicherungsmaßnahmen und die Erstellung eines nationalen Zustandsberichts.
Die im Projekt erarbeiteten Strukturen und Daten bilden die Grundlage für ein langfristiges Monitoring obstgenetischer Ressourcen in Österreich und ermöglichen eine faktenbasierte Weiterentwicklung nationaler Erhaltungs- und Absicherungsstrategien.
Abstract (englisch)
The Fruit Monitoring Austria project builds upon the results of the Austrian Fruit Inventory and aims to establish a nationwide, long-term monitoring system for fruit genetic resources (FGR). While the inventory project provided the first comprehensive genetic overview of varietal diversity in Austrian fruit collections, the monitoring project addresses remaining gaps concerning varietal identity, data quality, nomenclature, redundancy and long-term population dynamics.
During the project period, existing genetic and collection-based data were systematically reviewed, completed and quality-assured. Particular emphasis was placed on the pomological verification of varieties lacking international reference profiles (“Austrian Unique Genegroups”) and on the harmonisation of varietal names and spellings. For this purpose, an Austrian Pomological Commission was established as a central expert body for varietal verification.
In addition, the genetic dataset was expanded through further analyses, and the fruit database Annona was technically enhanced. For the first time, structured monitoring indicators were developed, enabling regular assessments of varietal status, redundancy and risk. A nationwide collection network was formed to facilitate data exchange, coordinated conservation measures and the preparation of a national status report.
The project provides the methodological, technical and organisational foundations for a sustainable monitoring system for fruit genetic resources in Austria.
Autor/innen
Silhavy-Richter, K.