Biodieselerzeugung

© Paul Gruber

nEHS

Allgemeine Projektinformationen

Titel (deutsch)

Entlastung für die Land- und Forstwirtschaft im Rahmen des nationalen Emissionszertifikatehandelssystems (nEHS)

Titel (englisch)

Relief for agricultural und forestry sector within the framework of national emissions certificate trading

Abstract (deutsch)

Im Rahmen der Ökosozialen Steuerreform des Jahres 2022 ist eine stufenweise Einführung eines nationalen Emissionszertifikatehandelssystems (nEHS) beginnend mit einer Einführungsphase ab 1. Juli 2022 vorgesehen. In Zusammenhang mit der Einführung des nEHS wird ein Entlastungsmechanismus geschaffen, um die Mehrkosten aus der CO2-Bepreisung für die Land- und Forstwirtschaft auszugleichen. Dadurch soll die heimische Nahrungsmittelproduktion gegenüber dem europäischen und internationalen Wettbewerb nicht benachteiligt werden. Gemäß §25 (4) des Gesetzestextes hat die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen Daten über den tatsächlichen durchschnittlichen Verbrauch von Gasöl für verschiedene Bewirtschaftungsarten zu erheben, aufzubereiten und dem Bundesminister für Finanzen bis zum 1. April 2022 zur Verfügung zu stellen.

Abstract (englisch)

Within the framework of the eco-social tax reform of the year 2022, a gradual introduction of a national emission allowance trading system (nEHS) is planned starting with an introductory phase from July 1, 2022. In connection with the introduction of the nEHS, a relief mechanism will be created to offset the additional costs from CO2 pricing for agriculture and forestry. This is to ensure that domestic food production is not disadvantaged in relation to European and international competition. According to §25 (4) of the wording of the law, the Federal Institute for Agricultural Economics and Mining Questions must collect and prepare data on the actual average consumption of gas oil for various types of farming and make it available to the Federal Minister of Finance by April 1, 2022.


Schlagwörter (deutsch)

Agrarökonomie,Agrarpolitik,Klimawandel

Schlagwörter (englisch)

Agricultural economics,Agricultural Policy,Climate Change

Projektleitung

Gerhard Gahleitner

Forschungseinrichtung

Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Projektnummer

101811

Projektlaufzeit

-

Projektziele

Ziele des Projektes sind, im Rahmen der Vorgaben, die sich aus dem Gesetz zur Ökosozialen Steuerreform 2022 ableiten, den durchschnittlichen Gasölverbrauch von land- und forstwirtschaftlichen Maschinen je Flächenheit nach Bewirtschaftungsarten zu ermitteln. Die ermittelten Gasölverbrauchswerte sollen im Rahmen einer pauschalen Rückerstattung die Mehrkosten aufgrund der CO2 Bepreisung abgelten. Das pauschale Rückerstattungssystem soll neben der Flächenbewirtschaftung auch die Verbrauchswerte für die Innenwirtschaft (Viehhaltung, Wirtschaftsdüngermanagement) enthalten und möglichst gerecht sein.


Neben einem pauschal ermittelten Gasölverbrauch je Bewirtschaftungsart und Flächeneinheit wird der gesamte Gasölverbrauch der österreichischen Land- und Forstwirtschaft berechnet. Nach Abstimmung der Methodik und Ergebnisse mit Experten und Stakeholdern sind diese bis spätestens 1. April 2022 dem Bundesminister für Finanzen vorzulegen.

Praxisrelevanz

Die jährlich berechneten Gasölverbrauchswerte können für statistische Daten verwendet werden.

Berichte

Abschlussbericht

Für Ackerland beträgt der durchschnittliche Gasölverbrauch je Hektar 110 Liter (eine anteilige Ausbringung von Wirtschaftsdünger ist enthalten). Aufgrund des Mehrverbrauchs für bestimmte Kulturarten ergeben sich Zuschläge für Hackfrüchte, Feldgemüse, Gemüse im Freiland: Gartenbaukulturen, Blumen und Zierpflanzen im Freiland sowie Erdbeeren 85 Liter/ha. Um den zusätzlichen Verbrauch für Erzeugung von Feldfutter sowie die Wirtschaftsdüngerausbringung und Futtervorlage (für Raufutterverzehrer) möglichst treffsicher zuordnen zu können, wurden Zuschläge für Feldfutterbau (63 Liter/ha) berechnet. Für Weingärten, Obstanlagen, sonstige Dauerkulturen (Holunder, etc.) sowie Reb‐ und Baumschulen beträgt der Gasölverbrauch 310 Liter/ha. Auf Dauergrünlandflächen liegt der Gasölverbrauch zwischen 19 Liter pro Hektar (Almen, Bergmähder, Hutweiden, Streuwiesen und Grünlandbrache) und 145 Liter pro Hektar (Mähwiese, ‐weide mit 2 Nutzungen bzw. Mähwiese, ‐weide mit 3 und mehr Nutzungen. Die Verbrauchswerte enthalten die Wirtschaftsdüngerausbringung und Futtervorlage für Raufutterverzehrer. Die Zuordnung der Schlagnutzungsarten aus den INVEKOS‐ Daten zu obigen Bewirtschaftungsarten erfolgt in Anlehnung an die Codierungsliste laut Agrarstrukturerhebung 2016. Anmerkung: Eine Berechnung des Gasölverbrauchs für Wirtschaftsdüngermanangement als auch Futtervorlage wäre ein Bezug zu den gehaltenen Großvieheinheiten (GVE) treffsicherer gewesen (Intensität der Tierhaltung wird mitberücksichtigt). Auf forstwirtschaftlich genutzten Flächen werden je Hektar 12 Liter Gasöl verbraucht. Insgesamt errechnet sich ein Gasölverbrauch basierend auf Flächendaten aus der Agrarstrukturerhebung 2016 von rund 350,5 Mio. Liter (Tabelle 2). Davon werden auf Ackerflächen insgesamt rund 170 Mio. Liter (= Ackerfläche insgesamt + Zuschläge für verschiedene Bewirtschaftungsarten), auf Dauerkulturflächen (Weingärten, Obstanlagen, etc.) rund 20 Mio. Liter, auf Grünlandflächen rund 120 Mio. Liter und forstwirtschaftlich genutzten Flächen rund 41 Mio. Liter verbraucht.

Anhänge

Dateiname

BAB_Bericht_Gasölverbrauch_2022_05_09_final.pdf

Beschreibung

Im Rahmen des Ökosozialen Steuerreformgesetztes 2022 (Artikel 9: Bundesgesetz über einen nationalen Zertifikatehandel für Treibhausgasemissionen) ist, beginnend ab 1. Juli 2022, eine Fixpreisphase bis 31. Dezember 2025 hinsichtlich Ausgabewert von Emissionszertifikaten vorgesehen. Um die Fähigkeit der Land‐ und Forstwirtschaft, im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, zu erhalten, sind Entlastungsmaßnahmen vorgesehen. Rückvergütet wird die Mehrbelastung (= anteiliger Ausgabewert für nationale Emissionszertifikate) bezogen auf einen Liter Gasöl. Für die Ermittlung des Ausmaßes der Mehrbelastung ist ein pauschalierter Verbrauch an Gasöl, abhängig von Art und dem Ausmaß der bewirtschafteten Flächen anzunehmen. Hierzu hat der Bundesminister für Finanzen im Einvernehmen mit der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie und der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus den dafür anzuwendenden Verbrauch je Hektar bewirtschafteter Fläche und unterteilt nach der Art der Bewirtschaftung festzulegen. Die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen hat die Daten über den durchschnittlichen Verbrauch für verschiedene Bewirtschaftungsarten zu erheben, aufzubereiten und dem Bundesminister für Finanzen zur Verfügung zu stellen. Ziel ist es, ein möglichst treffsicheres und pauschaliertes System zur Rückerstattung der Mehrkosten aufgrund der CO2‐Bepreisung zu ermöglichen.

Abstract (deutsch)

Die wichtigsten Ergebnisse zum Gasölverbrauch nach Bewirtschaftungsarten werden in diesem Kapitel vorgestellt.

Für Ackerland beträgt der durchschnittliche Gasölverbrauch je Hektar 110 Liter (eine anteilige Ausbringungvon Wirtschaftsdünger ist enthalten). Aufgrund des Mehrverbrauchs für bestimmte Kulturarten ergebensich Zuschläge für Hackfrüchte, Feldgemüse, Gemüse im Freiland: Gartenbaukulturen, Blumen und Zierpflanzen im Freiland sowie Erdbeeren 85 Liter/ha. Um den zusätzlichen Verbrauch für Erzeugung von Feldfutter sowie die Wirtschaftsdüngerausbringung und Futtervorlage (für Raufutterverzehrer) möglichst treffsicher zuordnen zu können, wurden Zuschläge für Feldfutterbau (63 Liter/ha) berechnet.

Für Weingärten, Obstanlagen, sonstige Dauerkulturen (Holunder, etc.) sowie Reb‐ und Baumschulen beträgt der Gasölverbrauch 310 Liter/ha. Auf Dauergrünlandflächen liegt der Gasölverbrauch zwischen 19 Liter pro Hektar (Almen, Bergmähder, Hutweiden, Streuwiesen und Grünlandbrache) und 145 Liter pro Hektar (Mähwiese, ‐weide mit 2 Nutzungen

bzw. Mähwiese, ‐weide mit 3 und mehr Nutzungen. Die Verbrauchswerte enthalten die Wirtschaftsdüngerausbringung und Futtervorlage für Raufutterverzehrer.

Die Zuordnung der Schlagnutzungsarten aus den INVEKOS‐ Daten zu obigen Bewirtschaftungsarten erfolgt in Anlehnung an die Codierungsliste laut Agrarstrukturerhebung 2016.

Anmerkung: Eine Berechnung des Gasölverbrauchs für Wirtschaftsdüngermanangement als auch Futtervorlage wäre ein Bezug zu den gehaltenen Großvieheinheiten (GVE) treffsicherer gewesen (Intensität der Tierhaltung wird mitberücksichtigt). Auf forstwirtschaftlich genutzten Flächen werden je Hektar 12 Liter Gasöl verbraucht. Insgesamt errechnet sich ein Gasölverbrauch basierend auf Flächendaten aus der Agrarstrukturerhebung 2016 von rund 350,5 Mio. Liter (Tabelle 2). Davon werden auf Ackerflächen insgesamt rund 170 Mio. Liter (= Ackerfläche insgesamt + Zuschläge für verschiedene Bewirtschaftungsarten), auf Dauerkulturflächen (Weingärten, Obstanlagen, etc.) rund 20 Mio. Liter, auf Grünlandflächen rund 120 Mio. Liter und forstwirtschaftlich genutzten Flächen rund 41 Mio. Liter verbraucht.

Abstract (englisch)

nicht vorhanden

Autor/innen

DI Gerhard Gahleitner; DI Thomas Resl; DI Dr. Yvonne Stickler