NEBO-S: Prüfung neuartiger Bodenelemente als Liegefläche in der Schweinemast

Projektleitung

Birgit Heidinger

Forschungseinrichtung

Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein

Projektnummer

102290

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft

Allgemeine Projektinformationen

Abstract (deutsch)

Vor dem Hintergrund der geänderten Vorgaben zur Haltung von Schweinen (TSchG bzw. 1. ThVO, „Gruppenhaltung neu“) sind schweinehaltende Betriebe gefordert, ihre bestehenden Stallungen bis spätestens 2034 (Ausnahmen bis 2038) zu adaptieren. Gemäß dieser neuen Mindestvorgaben müssen die Buchten „über einen planbefestigten Liegebereich im Ausmaß von einem Drittel verfügen, der entweder geschlossen und eingestreut ist oder einen maximalen Perforationsanteil von 10 % aufweist“. Das kürzlich abgeschlossene Projekt IBeSt („Innovationen für bestehende Schweineställe – zum Wohl von Tier und Mensch“) hat bereits einige Konzepte aufgezeigt, wie solche Liegebereiche ausgestaltet werden können. Darüber hinaus ist insbesondere die Stallbaubranche gefordert, weitere praktikable Lösungsansätze zu bieten. Einer dieser Ansätze wurde von der Fa. Stallit (Gaishorn) entwickelt: Es handelt sich dabei um ein neuartiges Bodenelement aus Beton mit einem 3 %igen Gefälle zu einer mittig angeordneten Schlitzreihe. Insgesamt weist das Element <5 % Perforation auf und entspricht somit technisch den neuen Mindestvorgaben. Das Bodenelement wurde bei der Fachstelle für tiergerechte Tierhaltung und Tierschutz zur Prüfung angemeldet und die HBLFA Raumberg-Gumpenstein als Prüfstelle ausgewählt. Die Bodenelemente sollen daher in einem Abteil des Schweineforschungsstalles an der HBLFA als Liegefläche implementiert und eingehend hinsichtlich Tierschutzkonformität geprüft werden. Die Prüfung soll über zwei Mastdurchgänge hinweg erfolgen. Bei positiver Bewertung wird das Tierschutz-Kennzeichen als offizielles Siegel durch die Fachstelle vergeben. Nachfolgend kann das neuartige Bodenelement durch die Herstellerfirma in Österreich serienmäßig hergestellt und vertrieben werden, wobei entsprechende Rechtssicherheit garantiert wird.

Bei stallbaulichen Veränderungen (Umbauten) ist es genehmigungsrechtlich von Relevanz, eine allfällige Veränderung in den Emissionsfaktoren zu bewerten. Der Forschungsstall für Mastschweine der HBLFA Raumberg-Gumpenstein bietet als österreichweit einzige Einrichtung die Möglichkeit zu Emissionsmessungen (Gase, Geruch, Staub), welche daher ebenfalls vorgenommen werden sollen.

Schlagwörter (deutsch)

Schweinehaltung, Tierwohl, Buchtenanpassung, Emissionen

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

Testing of novel floor elements as lying area in pig fattening

Abstract (englisch)

Against the backdrop of the amended requirements for pig farming (TSchG, ThVO, “new group housing”), pig farms are required to adapt their existing stables by 2034 at the latest (exceptions until 2038). According to these new minimum requirements, pens must “have a paved lying area covering one third of the pen, which is either closed and strewn with litter or has a maximum perforation ratio of 10 %”. The recently completed IBeSt project (“Innovations for existing pig production systems – benefitting animals and humans”) has already presented a number of concepts for how such lying areas can be designed. In addition, the livestock housing construction industry in particular is called upon to offer further practical solutions. One of these approaches was developed by the company Stallit (Gaishorn): it involves a new type of concrete floor element with a 3 % slope to a centrally located row of slits. Overall, the element has <5 % perforation and thus complies with the new minimum requirements. The floor element has been submitted for testing to the Austrian Animal Welfare Centre, and the AREC Raumberg-Gumpenstein has been selected as the testing center. The floor elements are therefore to be implemented as a lying area in a compartment of the pig research barn at the AREC and thoroughly tested for animal welfare compliance. The test is to be carried out over two fattening batches. If the evaluation is positive, the animal welfare label will be awarded as an official seal by the Austrian Animal Welfare Centre. With award of the label, the innovative floor element can then be manufactured and distributed in series by the manufacturing company in Austria, with the relevant legal certainty guaranteed.

In the event of structural adaptations to the barn, it is relevant for approval purposes to assess any changes in emission factors. The research barn for fattening pigs at AREC Raumberg-Gumpenstein is the only facility in Austria that offers the possibility of measuring emissions (gases, odour, dust), which will also be carried out there.

Schlagwörter (englisch)

pig housing, animal welfare, pen adjustment, emissions

Projektziele

Im Rahmen des Projektvorhabens soll ein neuartiger Boden als Liegefläche für Mastschweine hinsichtlich Tierschutzkonformität geprüft werden. Diesbezüglich sollen über zwei Mastdurchgänge hinweg (die Jahreszeiten abdeckend) tierbezogene Indikatoren erhoben bzw. das Liegeverhalten über Videoaufnahmen beurteilt werden. Darüber hinaus sollen Emissionsfaktoren für Ammoniak, Geruch und Staub kalkuliert werden.

Praxisrelevanz

Gemäß dem neuen Mindeststandard in der Schweinemast ist auf einem Drittel der Buchtenfläche die Einrichtung eines „planbefestigten Liegebereichs“ vorzusehen, welcher entweder geschlossen und eingestreut oder mit maximal 10 % Perforation ausgeführt wird. Die Buchtenfläche in der Mast hat zumindest 20 m2 zu betragen. Viele schweinehaltende Betriebe sind aktuell mit der Situation konfrontiert, dass sie ihre bestehenden Stallungen bis zum Jahr 2034 (Härtefälle bis 2038) an diesen neuen Mindeststandard anzupassen haben. Im nunmehr abgeschlossenen Projekt IBeSt („Innovationen für bestehende Aufzucht- und Mastställe für Schweine in Österreich – zum Wohl von Tier und Mensch“) konnten erste Erkenntnisse zur Adaption von bestehenden Schweinemaststallungen gewonnen werden. Die Einrichtung einer geeigneten und von den Tieren auch akzeptierten Liegefläche ist für die Buchtenadaption hin zu mehr Tierwohl ein entscheidender, auch im Gesetz verankerter Faktor. Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung und eingehende Prüfung neuartiger Bodensysteme, die als Liegefläche dienen könnten, von besonderer Relevanz für die schweinehaltende Praxis. Bei positiver Bewertung des im Rahmen des gegenständlichen Projekts zu prüfenden Bodensystems wird der Herstellerfirma das Tierschutz-Kennzeichen für das Produkt zuerkannt und dieses kann unter den so wichtigen Aspekten der Tierschutzkonformität und Rechtssicherheit serienmäßig in Österreich vertrieben werden.

Werden in Stallungen bauliche Veränderungen getroffen, so können diese Auswirkungen auf die Emissionen (Ammoniak, Geruch und Staub) haben. Daher ist es im Hinblick auf Bau- und Genehmigungsverfahren von besonderer Bedeutung, entsprechende Emissionsfaktoren zu quantifizieren bzw. eine Abschätzung zu einer möglichen Änderung (genehmigter Ist-Zustand versus Prognosemaß neu) treffen zu können. Darüber hinaus sind die Emissionsfaktoren für Ammoniak von Relevanz hinsichtlich der NEC-Richtline.