NABSOW

Allgemeine Projektinformationen

Titel (deutsch)

Nachhaltige Strategien zur Bekämpfung von Schaderregern im Obst- und Weinbau

Titel (englisch)

Sustainable strategies for control of harmful organisms in fruit and wine production

Abstract (deutsch)

Der Einsatz von chemisch synthetischen Pflanzenschutzmitteln ist gesellschaftlich immer weniger akzeptiert. Damit in Zusammenhang zu sehen ist auch die Tatsache, dass immer weniger chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel registriert sind und für die Betriebe zur Verfügung stehen. Somit müssen sich Wein- und Obstbau an veränderte Wünsche und Anforderungen der Gesellschaft anpassen. Im gegenständlichen Projekt soll versucht werden, mittels bisher nicht oder wenig eingesetzten Maßnahmen gleichzeitig nachhaltige und praxisrelevante Strategien zur Kontrolle wichtiger Schaderreger zu erarbeiten. Dazu gehören die Anwendung insektenpathogener oder antagonistischer Mikrorganismen, der Einsatz von Partikelfilmen, die Anwendung von insektenspezifischen Duft- bzw. Köderstoffen bzw. Fallen und auch die Bekämpfung von Schadinsekten mittels die Oberflächenspannung senkender Substanzen. Die genannten Maßnahmen sollen eingesetzt werden, um ausgewählte Schaderreger im Wein- und Obstbau zu bekämpfen. Aktuell sollen die ESCA-Krankheit der Rebe, verschiedene Schadwanzen (marmorierte Baumwanze Halyomorpha halys und grüne Reiswanze Nezara viridula und falls vorhanden, andere Arten) sowie der gemeine Ohrwurm Forficula auricularia als Schaderreger einbezogen werden. Einerseits soll mit Hilfe des gegenständlichen Projekts die Bekämpfungssituation dieser Schadfaktoren konkret verbessert werden. Die Schadorganismen dienen gleichzeitig aber auch als „Modellorganismen“ für die Entwicklung und Anwendung derartiger Strategien insgesamt. Sollten in der Projektlaufzeit weitere geeignete Schaderreger einwandern bzw. in ihrer Bedeutung zunehmen können sie ebenso in das Projekt einbezogen werden.

Abstract (englisch)

The use of synthetic chemical plant protection products is becoming less and less accepted in society. This is also linked to the fact that fewer and fewer chemically synthetic plant protection products are registered and available to farms. Thus, viticulture and fruit production have to adapt to the changing wishes and demands of society. In this project, an attempt will be made to develop sustainable and practice-relevant strategies for the control of important pests by means of measures that have not been used or have been used little up to now. These include the use of insect-pathogenic or antagonistic microorganisms, the use of particle films, the use of insect-specific scents or baits or traps, and also the control of insect pests by means of substances that reduce surface tension. The measures mentioned are to be used to control selected pests in viticulture and fruit production. Currently, the ESCA disease of grapevines, various pest bugs (marbled tree bug Halyomorpha halys and green rice bug Nezara viridula and, if present, other species) and the common earwig Forficula auricularia are to be included as pests. On the one hand, the project aims to improve the control situation of these pests. At the same time, the pest organisms also serve as "model organisms" for the development and application of such strategies in general. Should other suitable pests migrate during the project or increase in importance, they can also be included in the project.

Schlagwörter (deutsch)

Antagonistische Mikroorganismen,Entomopathogene,particle film technology,Aggregationspheromone,Köderfallen,mechanische Maßnahmen.

Schlagwörter (englisch)

Antagonistic microorganisms,entomopathogens,particle film technology,aggregation pheromones,bait traps,mechanical measures.

Projektleitung

Monika Riedle-Bauer

Forschungseinrichtung

HBLA und BA für Wein- und Obstbau Klosterneuburg

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Projektnummer

101762

Projektlaufzeit

-

Projektziele

  • Evaluieren des Effekts biologischer Strategien zur Bekämpfung von Schaderregern.
  • Durchführung von Versuchen mit antagonistischen Pilzen und Bakterien (in früherem Projekt isoliert und evaluiert) im Halbfreiland (Topfversuche) und im Freiland: Evaluierung des Antagonisteneffekts auf Entwicklung Esca-assoziierter Schaderreger. Ziel ist es, die tatsächliche Wirkung antagonistischer Mikroorganismen in möglichst realistischen Modellen für die Praxis zu evaluieren.
  • Ausloten von Möglichkeiten, die Ansammlung von gemeinen Ohrwürmern bzw. deren Kot im Traubenmaterial mittels möglichst nachhaltiger Maßnahmen zu reduzieren. Dazu sollen Fallenfänge, Einsatz von Partikelfilmen und auch Insektenpathogene zuerst im Labor/Halbfreiland evaluiert werden. Die geeignetsten Methoden sollen im Weingarten getestet werden.
  • Ausloten von Möglichkeiten, Fallen zum Fang von marmorierten Baumwanzen einerseits zur Populationskontrolle, andererseits zur Populationsreduktion anzuwenden. Erheben der Wirkung von Insektenpathogenen gegen Schadwanzen (gegen die aktuell in Laborzucht befindlichen Arten Marmorierte Baumwanze und Grüne Reiswanze). Je nach Populationsbeobachtungen Freilandversuche.

Praxisrelevanz

Wir hoffen, mit dem Projekt einen Beitrag zu einem effizienten, wirtschaftlich sinnvollen aber gleichzeitig umweltgerechten Management von Schaderregern leisten zu können.