Rebstockwurzel

© HBLAWO-Mehofer

Mykorrhiza Weinbau: Evaluierung der Etablierung der bei der Rebenpflanzung beigegebenen Mykorrhizapilze an den Rebwurzeln und Evaluierung von deren Wirkung auf die generative und vegetative Leistung der Reben

Projektleitung

Martin Mehofer

Forschungseinrichtung

HBLA und BA für Wein- und Obstbau Klosterneuburg

Projektnummer

101752

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Allgemeine Projektinformationen

Abstract (deutsch)

Die Arbeit soll zeigen, inwieweit durch die Beigabe eines Mykorrhiza-Bodenpilzpräparat (Glomus intraradices) bei der Rebenpflanzung eine Verbesserung der Vitalität der Pflanzen erreicht werden kann.

Schlagwörter (deutsch)

Glomus, Mycorrhizapilze, Next generation sequencing, Rebe, Ertrag, Reife, Nährstoffaufnahme

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

Evaluation of the establishment of mycorrhizal fungi, which were added during the planting of the vines, at the roots of the vines and evaluation of the effect of these fungi on the generative and vegetative performance of the vines

Abstract (englisch)

The work is intended to show the extent to which the addition of a mycorrhizal soil fungus preparation (Glomus intraradices) to vine planting can improve the vitality of the plants.

Schlagwörter (englisch)

Glomus, mycorrhizal fungi, next generation sequencing, grapevine, yield, maturity, nutrient uptake

Projektziele

Die Arbeit soll zeigen, inwieweit durch die Beigabe eines Mykorrhiza-Bodenpilzpräparat (Glomus intraradices) bei der Rebenpflanzung eine Verbesserung der Vitalität der Pflanzen erreicht werden kann. Dazu werden am Ende des Pflanzjahres die Trieblängen bestimmt. In den Folgejahren werden die Ertrags- und Reifeparameter erhoben. Mittels Blattprobenahme und darauffolgender Blattanalysen und mittels Mostanalysen soll ein möglicher Einfluss auf die Nährstoffaufnahme der Reben evaluiert werden. Desweiteren soll evaluiert werden, ob sich der ausgebrachte Mykorrhiza-Bodenpilz etabliert hat und es zu einer Verstärkung des Wurzelwachstums und einer Verbesserung der mikrobologischen Bodengesundheit kommt.

Praxisrelevanz

Die Forschungsergebnisse sollen belegen, ob eine Ankultivierung und der Einsatz dieses Mittels sinnvoll ist, um den Reben einen Wachstumsvorteil zukommen zu lassen.

Berichte

Abschlussbericht

Kurzfassung

Die Reben sind im Zuge der klimatischen Veränderungen mit Hitzeperioden, Trockenphasen und Starkregenereignissen zunehmend extremen Witterungssituationen ausgesetzt. Diese Umweltbedingungen beeinflussen nicht nur das vegetative und generative Wachstum der Reben, sondern auch die Zusammensetzung und Funktion des Bodenmikrobioms. Um die Resilienz der Reben unter solchen Bedingungen zu verbessern, rücken biotische Faktoren wie Mykorrhiza-Pilze stärker in den Fokus der Forschung. Mit dem Ziel, die Reben resilienter zu machen, wurden unter diesen Bedingungen im Freiland die Etablierung und mögliche positive sowie negative Auswirkungen der Applikation eines kommerziellen Mykorrhiza-Bodenpilzpräparates an den Rebwurzeln untersucht. Die Versuche wurden über mehrere Vegetationsperioden hinweg durchgeführt und kombinierten mikroskopische Analysen der Wurzelbesiedelung mit molekularbiologischen Methoden zur Charakterisierung des Wurzel- und Rhizosomenmikrobioms, sowie weinbauliche Methoden zur Evaluierung von Effekten auf die generative und vegetative Entwicklung der Reben. Ein Fokus lag dabei auf der natürlichen Mykorrhiza-Inokulation sowie auf der Rolle funktionell relevanter mikrobieller Gruppen wie Arbuskulärer Mykorrhizapilze (AMF), Sordariomycetes, Dothideomycetes, Orbilomycetes und der bakteriellen Klasse Blastocatellia. Die Ergebnisse zeigten, dass eine natürliche Mykorrhizabesiedelung unter geeigneten Bedingungen effizient stattfinden konnte, allerdings mit teils stark unterschiedlicher Ausprägung je nach Lokalisation und Jahr. Die Anwendung des Präparates führte in manchen Fällen zu einer erhöhten Besiedelung, in anderen zu keiner signifikanten Veränderung. Besonders auffällig war der Rückgang bestimmter Gruppen wie Blastocatellia im Jahr 2025, die zuvor in natürlich inokulierten Reben nachgewiesen worden waren. Diese Veränderungen warfen Fragen hinsichtlich der Stabilität und Funktionalität mikrobieller Netzwerke im Rebrhizosphärenraum auf, insbesondere unter Stressbedingungen. Bei den vegetativen weinbaulichen Parametern zeigte die Mykorrhizapräparatbeigabe während der Pflanzung weder Effekte auf die Trieblängen der Reben am Ende des Jahres der Pflanzung noch auf die im vierten und fünften Standjahr ermittelten Schnittholzgewichte. Ebenso konnten bei den im vierten und fünften Standjahr ermittelten generativen Parametern Traubengewicht und Beerengewicht sowie bei den Gehalten an Zucker, Säure, Stickstoff, Kalium, Magnesium und Natrium und beim pH-Wert im Most keine signifikanten Effekte der zum Zeitpunkt der Pflanzung erfolgten Mykorrhizapräparatbeigabe beobachtet werden.

Berichtsdateien

Evaluierung der Etablierung der bei der Rebenpflanzung beigebenen Mykorrhizapilze an den Rebwurzeln und Evaluierung von deren Wirkung auf die generative und vegetative Leistung der Reben

Abstract (deutsch)

Die Reben sind im Zuge der klimatischen Veränderungen mit Hitzeperioden, Trockenphasen und Starkregenereignissen zunehmend extremen Witterungssituationen ausgesetzt. Diese Umweltbedingungen beeinflussen nicht nur das vegetative und generative Wachstum der Reben, sondern auch die Zusammensetzung und Funktion des Bodenmikrobioms. Um die Resilienz der Reben unter solchen Bedingungen zu verbessern, rücken biotische Faktoren wie Mykorrhiza-Pilze stärker in den Fokus der Forschung. Mit dem Ziel, die Reben resilienter zu machen, wurden unter diesen Bedingungen im Freiland die Etablierung und mögliche positive sowie negative Auswirkungen der Applikation eines kommerziellen Mykorrhiza-Bodenpilzpräparates an den Rebwurzeln untersucht. Die Versuche wurden über mehrere Vegetationsperioden hinweg durchgeführt und kombinierten mikroskopische Analysen der Wurzelbesiedelung mit molekularbiologischen Methoden zur Charakterisierung des Wurzel- und Rhizosomenmikrobioms, sowie weinbauliche Methoden zur Evaluierung von Effekten auf die generative und vegetative Entwicklung der Reben. Ein Fokus lag dabei auf der natürlichen Mykorrhiza-Inokulation sowie auf der Rolle funktionell relevanter mikrobieller Gruppen wie Arbuskulärer Mykorrhizapilze (AMF), Sordariomycetes, Dothideomycetes, Orbilomycetes und der bakteriellen Klasse Blastocatellia. Die Ergebnisse zeigten, dass eine natürliche Mykorrhizabesiedelung unter geeigneten Bedingungen effizient stattfinden konnte, allerdings mit teils stark unterschiedlicher Ausprägung je nach Lokalisation und Jahr. Die Anwendung des Präparates führte in manchen Fällen zu einer erhöhten Besiedelung, in anderen zu keiner signifikanten Veränderung. Besonders auffällig war der Rückgang bestimmter Gruppen wie Blastocatellia im Jahr 2025, die zuvor in natürlich inokulierten Reben nachgewiesen worden waren. Diese Veränderungen warfen Fragen hinsichtlich der Stabilität und Funktionalität mikrobieller Netzwerke im Rebrhizosphärenraum auf, insbesondere unter Stressbedingungen. Bei den vegetativen weinbaulichen Parametern zeigte die Mykorrhizapräparatbeigabe während der Pflanzung weder Effekte auf die Trieblängen der Reben am Ende des Jahres der Pflanzung noch auf die im vierten und fünften Standjahr ermittelten Schnittholzgewichte.


Abstract (englisch)

In the wake of climate change, with heat waves, droughts and heavy rainfall, vines are increasingly exposed to extreme weather conditions. These environmental conditions do not only influence the vegetative and generative growth of the vines, but also the composition and function of the soil microbiome. In order to improve the resilience of vines under such conditions, biotic factors such as mycorrhizal fungi are becoming the focus of research. With the aim of making the vines more resilient, the establishment and possible positive and negative effects of applying a commercial mycorrhizal soil fungus preparation to the vine roots were investigated under these conditions in the field. The experiments were conducted over several growing seasons and combined microscopic analyses of root colonisation with molecular biological methods to characterise the root and rhizosome microbiome, as well as viticultural methods to evaluate effects on the generative and vegetative development of the vines. One focus was on natural mycorrhizal inoculation and the role of functionally relevant microbial groups such as arbuscular mycorrhizal fungi (AMF), Sordariomycetes, Dothideomycetes, Orbilomycetes and the bacterial class Blastocatellia. The results showed that natural mycorrhizal colonisation could occur efficiently under suitable conditions, but with varying degrees of intensity depending on location and year. In some cases, the application of the preparation led to increased colonisation, while in others there was no significant change. Particularly striking was the decline in certain groups such as Blastocatellia in 2025, which had previously been detected in naturally inoculated vines. These changes raised questions regarding the stability and functionality of microbial networks in the vine rhizosphere, especially under stress conditions. In terms of vegetative viticultural parameters, the addition of mycorrhizal preparations during planting had no effect on the shoot length of the vines at the end of the planting year or on the pruning wood weights determined in the fourth and fifth years. In terms of generative aspects, no significant effects of the mycorrhizal preparation added at the time of planting were observed in the parameters determined in the fourth and fifth years of growth, namely grape weight and berry weight, as well as in the sugar, acid, nitrogen, potassium, magnesium and sodium content and pH value of the must. 


Autor/innen

Mehofer, M.