MPFisch: Mikroplastik und Fische

Projektleitung

Franz Lahnsteiner

Forschungseinrichtung

Bundesamt für Wasserwirtschaft

Projektnummer

102183

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft 

Allgemeine Projektinformationen

Abstract (deutsch)

Plastikmüll ist ein globales Umweltproblem. Als Mikroplastik bezeichnet man Kunststoffpartikel mit einer Größe von weniger als 0,5 mm, während Partikel im Bereich von 0,001 bis 1 µm als Nanoplastik gelten. Das potenzielle Risiko dieser Substanzen für Mensch und Umwelt wird seit langem diskutiert. Allerdings gibt es bisher nur wenige Daten zum Vorkommen von Mikroplastik in Süßwasserökosystemen und zu dessen Auswirkungen auf Fische.

Daher besteht im Süßwasserbereich ein dringender Forschungsbedarf, um neue Ansätze und Schwerpunkte in diesem Themenfeld zu entwickeln. Da Mikroplastik sowohl für die Aquakultur als auch für das Besatzfischmanagement und die Ökologie von Bedeutung ist, sollen dessen Auswirkungen auf verschiedene physiologische Aspekte näher untersucht werden.

Im Fokus steht dabei der Einfluss von Mikroplastik auf die Physiologie und den Stoffwechsel der Fische sowie die potenziellen Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Zudem soll erforscht werden, ob und inwiefern Mikroplastik die Fortpflanzung der Fische beeinflusst – insbesondere den Reifungsprozess und den Reifezeitpunkt der Gameten sowie die Qualität von Samen und Eiern.

Schlagwörter (deutsch)

Mikroplastik, Fischphysiologie, Fortpflanzung

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

Microplastic and fish

Abstract (englisch)

Plastic waste is an environmental problem of global scale. Microplastics are plastic particles with a size of less than 0.5 mm, while particles in the range of 0.001 to 1 µm are considered nanoplastics. The potential risk of these substances for humans and the environment has been discussed for a long time. However, there is little data on the occurrence of microplastics in freshwater ecosystems and their effects on fish.

There is therefore an urgent need for research in the freshwater sector in order to develop new approaches and priorities in this field. As microplastics has impliations for aquaculture as well as for stocking management and fish ecology in general, their effects on various physiological aspects are to be investigated in more detail.

The focus is on the influence of microplastics on the physiology and metabolism of fish and the potential effects on the organism as a whole. Research will also be conducted into whether and to what extent microplastics influence the reproduction of fish - in particular the maturation process and the time of maturation of gametes as well as the quality of sperm and eggs.

Schlagwörter (englisch)

microplastic, fish physiology, reproduction

Projektziele

Plastikmüll ist ein globales Umweltproblem. Als Mikroplastik bezeichnet man Kunststoffpartikel mit einer Größe von weniger als 0,5 mm, während Partikel im Bereich von 0,001 bis 1 µm als Nanoplastik gelten. Das potenzielle Risiko dieser Substanzen für Mensch und Umwelt wird seit langem diskutiert. Allerdings gibt es bisher nur wenige Daten zum Vorkommen von Mikroplastik in Süßwasserökosystemen und zu dessen Auswirkungen auf Fische.

Daher besteht im Süßwasserbereich ein dringender Forschungsbedarf, um neue Ansätze und Schwerpunkte in diesem Themenfeld zu entwickeln. Da Mikroplastik sowohl für die Aquakultur als auch für das Besatzfischmanagement und die Ökologie von Bedeutung ist, sollen dessen Auswirkungen auf verschiedene physiologische Aspekte näher untersucht werden.

Im Fokus steht dabei der Einfluss von Mikroplastik auf die Physiologie und den Stoffwechsel der Fische sowie die potenziellen Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Zudem soll erforscht werden, ob und inwiefern Mikroplastik die Fortpflanzung der Fische beeinflusst – insbesondere den Reifungsprozess und den Reifezeitpunkt der Gameten sowie die Qualität von Samen und Eiern.

Praxisrelevanz

Mikroplastik ist ein Thema das in den letzten Jahren immer Aufmerksamkeit bekommen hat. Verschiedenste Studien zur Auswirkung auf die Physiologie wurden an einer weiten Bandbreite von Organismen untersucht. Der Einfluss von Mikro- und Nanoplastik auf die Reproduktion von Süßwasserfischen der gemäßigten Breiten ist aber zur Gänze unbekannt. Die verfügbaren Daten stammen von wirbellosen Wassertieren sowie von den Modellorganismen Zebrafisch und Medaka. Beides sind Laborfische und ursprünglich tropische bzw. subtropische Arten und die Daten können nicht auf heimische Süßwasserfische der gemäßigten Breiten umgelegt werden, da diese einen definierten Fortpflanzungszyklus haben, dem andere Steuerungsmechanismen und Gametenreifungsprozesse zugrunde

liegen.