Kühe und Hühner auf Wiese

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MIX-ENABLE

Allgemeine Projektinformationen

Titel (deutsch)

ERA-NET Core Organic Cofund: Mixed livestock farming for improved sustainability and robustness of organic animal production

Titel (englisch)

Mixed livestock farming for improved sustainability and robustness of organic animal production

Schlagwörter (deutsch)

Gemischtbetrieb, Nachhaltigkeit, ökologische Tierhaltung, Tierwohl

Projektleitung

Christoph Winckler

Forschungseinrichtung

Universität für Bodenkultur - Department für Nachhaltige Agrarsysteme

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus
Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Projektnummer

101301

Projektlaufzeit

-

Projektziele

Die Integration von zwei oder mehr Tierarten innerhalb eines landwirtschaftlichen Betriebs mit Ackerbau oder agroforstlicher Nutzung weist potenziell viele Vorteile auf, z.B. eine effizientere Weidenutzung oder verbessertes Parasitenmanagement. Ökologisch wirtschaftende Betriebe mit mehreren Tierarten tendieren jedoch zur Spezialisierung oder die verschiedenen Betriebsbereiche sind nur begrenzt integriert. Diese limitierte Integration reduziert möglicherweise die Vorteile von Öko-Betrieben mit mehreren Tierarten. Das Hauptziel von MIX-ENABLE ist die Gewinnung von neuen Erkenntnissen zum Management von Öko-Betrieben mit mehreren Tierarten in Europa im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber klimatischen und ökonomischen Veränderungen.
Im Einzelnen hat das Projekt daher zum Ziel, (i) Öko-Betriebe mit mehreren Tierarten in verschiedenen europäischen Ländern zu charakterisieren, insbesondere im Hinblick auf den Grad der Integration zwischen den Betriebsbereichen, (ii) die Nachhaltigkeit dieser Betriebe und deren Anpassungsfähigkeit an unerwünschte Ereignisse zu untersuchen, (iii) die Leistungen mit jenen von spezialisierten Betrieben zu vergleichen, (iv) die Erkenntnisse zu Öko-Betrieben mit mehreren Tierarten in Modelle einfließen zu lassen, die die Reaktion auf klimatische und ökonomische Veränderungen simulieren, (v) Versuche auf Betriebsebene durchzuführen, die Erkenntnisse über Öko-Betriebe mit mehreren Tierarten erwarten lassen und als Input für die Modelle genutzt werden können und (vi) gemeinsam mit Landwirt*innen nachhaltige und robuste Produktionssysteme der ökologischen Tierhaltung mit mehreren Tierarten zu entwickeln.

Praxisrelevanz

siehe Anhang

Berichte

Abschlussbericht

Deutschsprachige ausführliche Zusammenfassung des Abschlussberichtes zum Projekt MIX-ENABLE

Anhänge

Dateiname

MIX-ENABLE Endbericht_überarbeitet.pdf

Beschreibung

Deutschsprachige ausführliche Kurzfassung des Abschlussberichtes

Abstract (deutsch)

Gemischte Tierhaltung bedeutet die Haltung von 2 oder mehr Tierarten in einem Betrieb. MIX-ENABLE hatte zum Ziel, die Wissensbasis zu ökologischer gemischter Tierhaltung zu erweitern:

- Wir fassten zunächst die potenziellen Vorteile und Limitierungen gemischter Tierhaltung hinsichtlich Nachhaltigkeitsaspekten zusammen. Die Literaturarbeit ergab ein Potenzial für die Verbesserung der Ressourceneffizienz und ‑erhaltung, Tiergesundheit und Tierwohl, Produktivität, Wirtschaftlichkeit und menschliches Wohlergehen.

- In einer Desktop-Studie wurden französische Biobetriebe mit Spezialisierung auf eine Wiederkäuerart, Betriebe mit zwei Wiederkäuerarten und Betriebe mit Wiederkäuern und monogastrischen Tieren verglichen. Insbesondere letztere Kombination zeichnete sich durch höhere und stabilere Einkommen, aber auch einen höheren N‑Überschuss aus.

- In 102 Betrieben erhobene Daten zu Betriebsstruktur, Ackerbau, Weide, Tierhaltung, Materialflüssen, Wirtschaftlichkeit sowie BetriebsleiterInnenzufriedenheit und Arbeitsbelastung wurden in einer Datenbank zur Verfügung gestellt. Von den BäuerInnen wahrgenommene Stärken/​Schwächen sowie Chancen/​Risiken wurden ebenso erfasst, um Ansatzpunkte und Barrieren für die Weiterentwicklung der gemischten Tierhaltung zu identifizieren.

- In Experimenten konnten wir zeigen, dass (i) rotierende Beweidung von jungen Ochsen und Lämmern keine Vorteile im Hinblick auf Parasiteneierausscheidung oder Zunahmen für die Ochsen brachte; (ii) gemeinsame Beweidung von Fleischrindern und Schafen die Wirtschaftlichkeit der Schafe, aber nicht der Rinder erhöhte; Lämmer und Mutterschafe schieden auch weniger Parasiteneier aus; (iii) die gemeinsame Haltung von Rindern und Broilern verringerte die Broilerverluste durch Raubvögel. Das Verhalten von Rindern und Broilern wurde ebenfalls untersucht.

- Bioökonomische Simulationsmodelle wurden für 4 französische Betriebe durchgeführt. Die Simulationen zeigten, dass das mit einer Reduktion des Grünlandertrags von 70% einhergehende Risiko am größten war. Reduktion des Tierbesatzes verminderte die Einkommensvariabilität, aber nicht die Wahrscheinlichkeit für sehr geringe Einkommen. Der Aufbau von Schweinehaltung oder die Haltung von Milchvieh anstelle von Fleischrindern verminderte das Einkommen und damit auch die Vulnerabilität der Betriebe.

- Verschiedene Kommunikations- und Disseminierungsaktivitäten einschließlich der Entwicklung von Lehrmaterialien zu biologischer gemischter Tierhaltung wurden durchgeführt.

Abstract (englisch)

Multi-species livestock farming consists of keeping two or more animal species on the same farm. MIX-ENABLE’s objective was to develop the knowledge base on organic multi-species livestock farms:

- We synthesized potential benefits and limitations of multi-species livestock farming for farm sustainability from existing literature. The review revealed a potential to improve resource-use efficiency and conservation, animal health and welfare, productivity, profitability and human welfare.

- We conducted a desktop analysis of specialized and multi-species organic livestock farms comparing 3 farm samples from France, i.e. farms specialized in one ruminant species, farms with two ruminant species and farms with ruminants and monogastrics. Multi-species farms, especially those combining ruminants and monogastrics, tend to have a higher and more stable income but create higher N surplus.

- Survey data from 102 farms on key aspects of farm structure, crop, pasture and livestock management, raw material inflows and outflows, economics as well as satisfaction of the farmer and workload were included in a datavase. Data on strengths and weaknesses, opportunities and threats perceived by farmers were also collected to identify the levers and barriers to the development of organic multi-species livestock farming.

- Using experimental trials, we showed that: (i) sequentially grazing young dual-purpose steers with lambs did not benefit for steers, neither in terms of parasite egg excretion nor in daily weight gains; (ii) co-grazing beef cattle batches and sheep flocks seem to be profitable for sheep with no effects on cattle. Lambs and ewes in mixed flock also excreted less parasite eggs; (iii) rearing cattle and broilers on the same pasture reduces losses of broiler chickens due to predatory birds. The behaviour of cattle and broilers was also analysed.

- Farm simulation modelling was conducted over four French farms surveyed using a bioeconomic model. Simulations showed that the risk associated with 70% reduction of grassland yield was by far the highest. Reduction of stocking rate reduced variability of income in all cases, but did not decrease the probability to have very low income. The introduction of a pig enterprise and the replacement of beef with dairy increased income and consequently farm vulnerability.

- Various communication and dissemination items have been produced including an educational toolkit on organic multi-species livestock farming.

Autor/innen

Lisa Schanz Christoph Winckler