MACSUR SciPol

Allgemeine Projektinformationen

Titel (deutsch)

MACSUR SciPol Pilotphase

Titel (englisch)

MACSUR SciPol Pilot Phase

Abstrakt (englisch)

As part of the Joint European Programming Initiative for Agriculture, Food Security and Climate Change (FACCE JPI), a multinational science policy knowledge platform is being proposed as a pilot initiative to address key policy issues. The MACSUR Science-Policy Knowledge Hub (MACSUR SciPol) will capitalise on the network and the achievements of the MACSUR phase 1 and 2 (https://macsur.eu/) through a transdisciplinary approach at the service of member countries to contribute to strategically shaping their responses to the challenges of climate change mitigation and adaptation. Several member states proposed national key policy questions (KPQS) for example in accordance with their national emissions reduction targets under the New Green Deal, or the Paris Agreement. The research process aligns with the objectives of the Farm to Fork Strategy and addresses core themes of the FACCE strategic research agenda in achieving these targets through valorisation of the SciPol results.

The main research objective is to establish a European platform for model-based knowledge synthesis to provide evidence-based policy support towards achieving carbon neutrality targets and assess synergies and trade-offs in European agriculture. It will integrate in an efficient and result-oriented way the demand side for research-based information on dynamic framework conditions and effects of policy regulations (i.e. policy) and the supply side for model-based simulation and assessment results (i.e. research). Thematically, the focus will be on societal and technical challenges of agriculture in the context of climate change by addressing questions of mitigation, adaptation and impacts in agriculture. The science policy platform will consist of a coordinated network of scientists and policy makers plus stakeholders from farming, civil society and business. The studies will initially address the questions formulated by the political bodies from participating countries, but with the aim to expand to further policy needs and transnational initiatives. The platform is intended to link research and policy with the ambition for long-term functioning. In addition, the analysis of existing assessment models will create a database of the tools, their limitations with regards to policy information, their data requirements and uncertainty levels. The process further generates key lessons to establish and operationalise a science-policy knowledge hub.

Schlagwörter (deutsch)

Klimawandel Agrarpolitik Anpassung Vermeidung

Projektleitung

Erwin Schmid

Forschungseinrichtung

Universität für Bodenkultur Wien, Department für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Projektnummer

101610

Projektlaufzeit

-

Projektziele

Das Kernziel des Projektes ist, gestützt auf die Vorteile der internationalen Kooperation, hochwertige Forschungsleistung zu erbringen und Wissen und Evidenz zu schaffen, um die Entscheidungsfindung in der österreichischen Agrarpolitik zu erleichtern.
In MACSUR SciPol geht es darum, die Transformation des Wirtschaftssystems zu analysieren und zu begleiten. Dabei spielen die Land- und Forstwirtschaft eine zentrale Rolle, da diese Sektoren nicht nur Lebensmittel und Schutzgüter produzieren, sondern auch jene biologischen Rohstoffe, die fossile Rohstoffe ersetzen sollen (also die Grundlage der Bioökonomie). Gleichzeitig müssen sich beide Sektoren wegen der veränderten Klimabedingungen massiv anpassen (z.B. Wasserknappheit, invasive Organismen, Wetterextreme). Diese Herausforderungen werden europaweit wahrgenommen und es werden verschiedene Lösungszugänge und Maßnahmenpakete entwickelt.

Spezifische Herausforderungen gibt es in Österreich mit dem hohen Grünlandanteil und dessen Verwertung durch Wiederkäuer in der Berglandwirtschaft. Selbst dieses Charakteristikum findet sich in anderen Ländern, wenngleich in anderer Schattierung etwa im Zentralraum von Frankreich, in Norditalien oder in Irland. Die Landnutzung steht in diesen beispielhaft genannten Regionen vor sehr ähnlichen Herausforderungen: Welcher Maßnahmen in der Landwirtschaft bedarf es, um effizient und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen zu verringern, die Ernährung der Bevölkerung zu sichern und öffentliche Schutzgüter bereitzustellen?

Im \"Programm für Forschung und Entwicklung im BMNT 2020-2025\" wird festgehalten: \"Eine wissenschaftlich fundierte Politikfolgenabschätzung ist von großer Bedeutung\" und weiter \"die Bandbreite der Forschungsansätze erstreckt sich dabei von detaillierten Berechnungen und Abschätzungen der finanziellen Wirkungen [...] bis hin zu komplexen Bearbeitungen im Rahmen von nationalen oder internationalen Kooperationsprojekten zu bestimmten Themen\".

Die national finanzierten Kooperationspartner in MACSUR SciPol beschäftigen sich mit Forschungsfragen, die von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung in den Themenbereichen Klimawandel, Agrarpolitik und Bioökonomie gemeinsam definiert und in drei fachlichen Arbeitspaketen „Mitigation“, „Adaptation“ und „Impacts“ bearbeitet werden. Zur Beantwortung kann auf das internationale Forschungsnetzwerk mit einer Vielzahl an methodischen Kompetenzen zurückgegriffen werden.

MACSUR SciPol unterscheidet zwei Zielebenen. Auf einer übergeordneten Projektebene werden die folgenden Ziele verfolgt:
- Erstellung und Bearbeitung anwendungsorientierter partizipativer Forschungsfragen mit politischer Relevanz für Österreich;
- Verbreiterung und Verbesserung des Methodenportfolios durch Mitarbeit im internationalen Konsortium;
- Erstellung anwendungsorientierter wissenschaftlicher Outputs (Policy Briefs);
- Aufrechterhaltung und Verbesserung des internationalen MACSUR Netzwerkes;
- Vernetzung nationaler Entscheidungsträger aus den teilnehmenden Staaten;

Die Ziele der nationalen Projektbeteiligung werden gemeinsam mit allen Projektpartnern der europäischen Ebene in einer ersten Projektphase erarbeitet. Erste richtungsweisende Themenstellungen ergeben sich aus Vorgesprächen:
- Kenntnis über die Wirkung von Verkettungen von Einzelmaßnahmen im internationalen Kontext (z.B. carbon leakage, indirekte Landnutzungseffekte);
- Erfahrungen zu Kosten-Nutzen-Relationen und Kenntnis über „best-practices“ der Anpassung von landwirtschaftlichen Produktionssystemen, die auch in Österreich anzutreffen sind;
- Erkenntnisse zu wirksamen Zugängen freiwilliger Lösungen zur Reduktion von klimarelevanten Maßnahmen in der Bodenwirtschaft und Tierhaltung;
- Sichtung und Bewertung von Ansätzen zur besseren Zielerreichung im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung von ETS und Effort-Sharing;

Daneben kommt der Vernetzung eine bedeutende Rolle zu, die durch vier Projekttreffen und eine Abschlussveranstaltung unterstütz wird. Eine Beteiligung an dem Projekt stärkt die methodische Kompetenz der AntragstellerInnen und längerfristig die Erfolgschancen, europäische Forschungsgelder zu lukrieren.

Praxisrelevanz

Das Projekt ist für die Verwaltung von Landwirtschaft und Umwelt, besonders Themen des Klimaschutzes, von Bedeutung. Es soll eine zielorientierte und kosteneffektive Umsetzung internationaler Verpflichtungen Österreichs, z.B. im Klimaschutz, unterstützen. Es kommt zu einer weiteren In-Wert-Setzung der Beteiligung Österreichs an den erfolgreichen Projekten MACSUR I + II.

Die erwarteten Vorteile der internationalen Vernetzung in MACSUR SciPol sind folgende:
- Agrarpolitische Handlungsempfehlungen (in Policy Briefs), die gestützt sind auf Ergebnisse, die in einem internationalen Konsortium erarbeitet wurden.
- Lernen von den Erfahrungen in anderen Ländern: Hier geht es darum, erfolgreiche Strategien zur Erreichung der Klimaziele im Bereich Landwirtschaft zu identifizieren und auf die Tauglichkeit in Österreich zu prüfen.
- Sichtbarmachen von Herausforderungen und spezifischen Problemlagen: Die grünlandbasierte (Berg-)Landwirtschaft ist ein spezielles Thema, dem vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. In dem angestrebten Konsortium kann auf Expertise von anderen Forschungsinstituten zurückgegriffen werden.
- Wissenstransformation für Entscheidungsträger/innen in der Politik: Zu den angestrebten Forschungsoutputs des Netzwerkes zählen Policy Briefs und Konferenzen. Durch das Konsortium gewinnt die Sichtbarkeit, da aus verschiedenen Ländern stammende Themen die europäische Perspektive vermitteln aber gleichwohl die jeweiligen Problemlagen berücksichtigen. Ein internationales Konsortium findet eher Gehör und wird auf europäischer Ebene eher wahrgenommen, als eine kleine Forschungsgruppe in einem Mitgliedsland.