LKV_Fütterung_neu

Allgemeine Projektinformationen

Titel (deutsch)

Aktualisierung der Grenzwerte für die Fütterungskontrolle im LKV-Tagesbericht

Titel (englisch)

Actualization of bench marks for feeding controlling in the report of the Austrian milk testing association

Abstract (deutsch)

Ziel dieser wissenschaftlichen Tätigkeit ist eine Anpassung der Grenzwerte für die Fütterungskontrolle im LKV-Tagesbericht auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. Dies soll durch folgende Arbeitsschritte erreicht werden:

  • Studium von Literatur zur optimalen Nährstoffversorgung von Milchkühen
  • Überarbeitung der Grenzwerte für den Milchfett- und Milcheiweißgehalt: neue Grenzen sollen abhängig von der Milchleistung sein, da Milchfett- und Milcheiweißgehalte mit steigender Leistung sinken.
  • Überarbeitung der Grenzwerte für Milchharnstoffgehalt: Herabsetzung der Obergrenze von 30 auf 25 mg Harnstoff/100 ml Milch (auch Maßnahme zur Reduktion der Ammoniakemissionen aus der Milchviehhaltung)
  • Berechnung der Grenzen anhand Daten aus der österreichischen Leistungskontrolle auf Basis von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen
  • Validierung der Grenzwerte mit Hilfe von Energie- und Eiweißbilanzen aus Fütterungsversuchen an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und dem D4Dairy-Projekt
  • Implementierung der neuen Grenzwerte in den LKV-Tagesbericht
  • Erstellung einer Fachbroschüre zum überarbeiteten LKV-Tagesbericht

Abstract (englisch)

The objective of this scientific work is an adoption of the benchmarks for feeding controlling in the report of the Austrian milk testing association based on current scientific knowledge. This should be achieved by following steps:

  • Study of literature on optimal nutrient supply of dairy cows
  • Revision of benchmarks for milk fat and milk protein content: New benchmarks should be adapted to the performance of the cows, as milk fat and milk protein content decreases with increasing milk yield
  • Revision of benchmarks for milk urea content: Lowering of upper benchmark from 30 to 25 mg/100 ml milk (also measure for reduction of ammonia emissions from dairy farming)
  • Calculation of benchmarks using data from Austrian performance testing and based on current scientific knowledge
  • Validation of benchmarks using energy and protein balances from feeding trials at AREC Raumberg-Gumpenstein and the D4Dairy project
  • Implementation of new benchmarks in the report of the Austrian milk testing association
  • Preparation of an brochure, which explains the innovations in the report of the Austrian milk testing association

Schlagwörter (deutsch)

Milchvieh,Fütterungskontrolle,Energieversorgung,Eiweißversorgung,Futtereffizienz,Emissionsminderung

Schlagwörter (englisch)

dairy cattle,feeding controlling,energy supply,protein supply,feeding efficiency,reduction of emissions

Projektleitung

Georg Terler

Forschungseinrichtung

Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Projektnummer

101786

Projektlaufzeit

-

Projektziele

Aktuelle wissenschaftliche Arbeiten belegen, dass das derzeit für die Fütterungskontrolle verwendete Bewertungsschema für die Milchinhaltsstoffe nicht mehr zeitgemäß ist. Daher ist es Ziel dieses Projektes, neue Grenzwerte für die Beurteilung der Energie- und Eiweißversorgung anhand von Fett-, Eiweiß- und Harnstoffgehalt der Milch festzulegen.

Als Basis für diese wissenschaftliche Tätigkeit dient „Die neue Dummerstorfer Fütterungsbewertung“. Diese neue deutsche Fütterungsempfehlung wird an österreichischen Daten angewendet und bei Bedarf an österreichische Verhältnisse angepasst. Dies erfolgt anhand von Milchprobenergebnissen aus der österreichischen LKV-Leistungskontrolle. Im Anschluss daran werden die daraus abgeleiteten Grenzwerte für eine optimale Nährstoffversorgung mit Hilfe von Nährstoffbilanzen aus Fütterungsversuchen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein evaluiert. Das selbe wird auch mit den alten Grenzwerten durchgeführt. Abschließend soll beurteilt werden, ob die neue Methode eine zieltreffendere Beurteilung der Nährstoffversorgung ermöglicht als die alte Methode.

Bei entsprechender Eignung der neuen Methode zur Fütterungsbewertung soll diese in den LKV-Tagesbericht implementiert werden. In diesem Schritt sollen die Tabellen und Grafiken im Tagesbericht überarbeitet und an die neuen Grenzwerte angepasst werden. Als weitere Informationsquelle für Bäuerinnen und Bauern sollen auch die Ergebnisse der Tankmilchuntersuchung in die Tabellen und Grafiken aufgenommen werden. Im gesamten Projektprozess sind Praktiker, Berater und Wissenschaftler eingebunden, um so ein möglichst verständliches und breit akzeptiertes Kontrollinstrument zu schaffen.

Praxisrelevanz

Die Überarbeitung der Fütterungsbewertung anhand des LKV-Tagesberichts ermöglicht den Milchviehhaltern eine noch bessere Kontrolle der Fütterung. Somit können die Leistung optimiert, die Kosten reduziert und die stoffliche und ökonomische Effizienz der Milchproduktion erhöht werden. Da jede Effizienzsteigerung auch mit einer Verringerung von Emissionen einhergeht, wird somit auch ein positiver Effekt für die Umwelt erzielt. Vor allem die Herabsetzung der Obergrenze für den Harnstoffgehalt sollte dazu beitragen, dass die Ammoniakemissionen aus der österreichischen Milchviehhaltung reduziert werden können. Auch den Fütterungsberatern steht mit der neuen Fütterungsbewertung ein noch besseres Hilfsmittel für die Rationskontrolle und Rationsberechnung zur Verfügung.