KMuNM

Allgemeine Projektinformationen

Titel (deutsch)

Kleinsäugetier-Monitoring als Erfolgskontrolle eines Neophytenmanagements zur Funktions-Wiederherstellung von an landwirtschaftliche Nutzflächen angrenzenden Naturräumen (Pilotstudie mit Handlungsempfehlungen)

Titel (englisch)

Small mammal monitoring as a success control of neophyte management for the functional restoration of habitats adjacent to agricultural land (pilot study with recommendations for action)

Abstract (deutsch)

In einem mehrjährigen Kooperationsprojekt mit der HBLFA Raumberg-Gumpenstein erfolgt ein begleitendes Langzeit-Monitoring (Artenzusammensetzung und Populationsdichten) ausgewählter Säugetiere der Ordnungen/Familien der Spitzmausartigen, Igelartigen, Nagetiere und Marderartige im Rahmen von Maßnahmen zur Entfernung invasiver Neophyten auf 2 Pilotstandorten im Ennstal. Ziel ist die Evaluierung dieser Maßnahme zur Wiederherstellung und Aufwertung von Lebensräumen für Säugetiere. Neben der Entwicklung von Handlungsempfehlungen soll am Beispiel der invasiven Neophyten Bewusstsein für die Bedeutung intakter und resilienter Ökosysteme in der Kulturlandschaft geschaffen werden. Das Projekt startet mit Ist-Zustandserhebungen im Jahr 2023. Zur Durchführung des Langzeit-Monitorings werden Wildtierkameras und Lebendfänge eingesetzt. Zur Bewertung der Veränderungen des Lebensraums erfolgen Erhebungen zur Nahrungsverfügbarkeit (Pflanzen und Arthropoden) und der Habitatqualität. Projektende und Berichtslegung ist im Jahr 2028.

Abstract (englisch)

In a cooperation project with the HBLFA Raumberg-Gumpenstein a long-term monitoring (species composition and population densities) of selected mammals of the orders/families of shrews, hedgehogs, rodents and martens is being carried out as part of the measures to remove invasive neophytes at 2 pilot sites in the Enns Valley. The aim is to evaluate this measure for the restoration and enhancement of habitats for mammals and to developing recommendations. In addition the example of invasive neophytes will be used to raise awareness of the importance of intact and resilient ecosystems in the cultural landscape. The project will start with actual condition surveys in 2023. In the following years Wildlife cameras and live captures will be used to conduct long-term monitoring. Surveys of food availability (plants and arthropods) and habitat quality will be conducted to assess habitat changes. Project ends in the year 2028.

Schlagwörter (deutsch)

Kleinsäugetiere,Neophyten,Management,Monitoring,Lebensraumaufwertung

Schlagwörter (englisch)

Small mammals,neophytes,management,monitoring,habitat restoration

Projektleitung

Christine Resch

Forschungseinrichtung

apodemus – Privates Institut für Wildtierbiologie

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft 

Projektnummer

101906

Projektlaufzeit

-

Projektziele

1. Erfolgskontrolle Neophytenmanagement: Mit aussagekräftigen Daten den Erfolg eines Neophytenmanagements als Maßnahme zur Biotopaufwertung für Säugetiere am Beispiel zweier Pilotstandorte im Ennstal zu evaluieren und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Zusätzlich soll die faunistische Datengrundlage zu ausgewählten Kleinsäugerarten verbessert werden, um die Bewirtschaftungsformen an gefährdete und/oder geschützte Kleinsäugerarten anpassen zu können. Zentrale Fragestellungen: Wie wirkt sich das Entfernen von Neophytenbeständen auf die Artenzusammensetzung und die Populationsdichten innerhalb der Spitzmausartigen, Igelartigen, Nagetiere und Marderartige aus? Wie verändert sich die Habitatqualität in Hinblick auf Zu- oder Abnahme vom Nahrungs- und Strukturangebot?

2. Bewusstseinsbildung: In der lokalen Bevölkerung mit Hilfe von Informationsmaterialien Bewusstsein für die negativen, ökologischen Folgen von Neophyten schaffen und Handlungsmöglichkeiten anbieten.

Praxisrelevanz

Mit zunehmender Intensivierung der Landwirtschaft in den Tallagen sind natürliche Lebensräume entlang der Enns stetig zurückgegangen. Die Ausbreitung der Neophyten führt zu weiterer zunehmender Verschlechterung der Habitatqualität. Neben anderen Tiergruppen sind durch diese Veränderung insbesondere Kleinsäuger, darunter seltene und geschützte Arten, wie die Wasserspitzmaus oder die Haselmaus, betroffen. Nahrungsketten als eine zentrale ökologische Funktion können gestört werden und Massenvermehrungen (z.B. von Feldmäusen oder Engerlinge) begünstigen. Das vorliegende Projekt untersucht in einem mehrjährigen Monitoring ob und wie durch die Entfernung von Neophyten Lebensräume für verschiedene Säugetiergruppen aufgewertet oder sogar (zurück)gewonnen werden können. Die in Handlungsempfehlungen wiedergegebenen Ergebnisse des Projektes leisten einen Beitrag zur Erhaltung und zur Verbesserung der Resilienz von Lebensräumen und ihren Ökosystemen in der Kulturlandschaft, so zum Beispiel:

• Spitzmausartige sind als Insektenfresser nicht nur eine besonders gefährdete Tiergruppe, gemeinsam mit den Igelartigen zählen sie unter anderem mit ihrem Verzehr von Blatthornkäfern (Scarabaeeida) zu den Nützlingen zur Bekämpfung von Engerlingen.

• Als Prädatoren an der Spitze der Nahrungskette geben Marderartige Einblicke in ein gut funktionierendes Ökosystem, insbesondere in Mäusejahren wirken sie regulierend und können Massenvermehrungen entgegenwirken.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit Bewirtschaftungsformen an geschützte Kleinsäugerarten anzupassen. So besiedelt z.B. die Haselmaus Hochstaudensäume entlang landwirtschaftlicher Nutzflächen – hier sollte zum Schutz der Jungtiere bei der Mahd Rücksicht auf ihre Fortpflanzungszeit genommen werden.