Kleeschwein: Bestimmung der Eiweißverdaulichkeit von Kleesilage und Luzernegrünmehl durch Mastschweine
Projektleitung
Marcus Urdl
Forschungseinrichtung
LFZ Raumberg-Gumpenstein
Projektnummer
100412Projektlaufzeit
-
Finanzierungspartner
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Allgemeine Projektinformationen
Abstract (deutsch)
* Feststellung der Eiweißverdaulichkeit von Kleesilage und Luzernegrünmehl durch Mastschweine
* Untersuchung der Anpassungsfähigkeit des Verdauungstraktes der Mastschweine an die zu prüfenden Futtermittel im Laufe der Mästung
* Untersuchung der Anpassungsfähigkeit des Verdauungstraktes der Mastschweine an die zu prüfenden Futtermittel im Laufe der Mästung
Schlagwörter (deutsch)
Mastschweine – biologische Landwirtschaft – Eiweißfuttermittel – Verdaulichkeit
Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)
Titel (englisch)
Determination of total tract digestibility of protein from clover grass silage and alfalfa meal in fattening pigs
Abstract (englisch)
* Determination of digestibility of protein from clover grass silage and alfalfa meal in fattening pigs
* Comparative total tract digestibility in fattening pigs at different stages of body weight
* Comparative total tract digestibility in fattening pigs at different stages of body weight
Projektziele
* Die Eiweißverdaulichkeit von Kleesilage und Luzernegrünmehl durch Mastschweine der Kreuzung [(Edelschwein × Landrasse) × Pietrain] wird durch Untersuchungen festgestellt.
Die Bioschwein Austria Erzeugergemeinschaft ist eine gemeinnützige, bäuerliche Erzeugergemeinschaft, die mit Abnahmegarantie zu festgelegten Preisen österreichweit Bio Schweine vermarktet. Die Bioschwein Austria Erzeugergemeinschaft mit Sitz in 2084 Weitersfeld, Hauptstrasse 265 ist ein Zusammenschluss von 200 Schweinebetrieben, die die Bündelung der Vermarktung von Mastschweinen und Ferkel durchführen und rund 300 Mastschweine pro Woche an regionale und überregionale Vermarkter, über den Lebensmitteleinzelhandel und über Vermarktungsgesellschaften im In- und Ausland vermarkten.
Durch eine EU-Verordnung, die den Einsatz von konventionellen Futtermitteln im Biobereich regelt, werden in den nächsten Jahren die maximalen Prozentsätze für den Einsatz von konventionellen Eiweißfuttermitteln bis zum Jahr 2012 schrittweise auf null Prozent gesenkt. Ziel ist es, ein in Österreich produziertes Eiweißfuttermittel zu untersuchen, um zugekaufte Eiweißfuttermittel wie z.B. Sojabohne in der Ration reduzieren zu können. Bei zu geringem Eiweißeinsatz in der Mastschweinefütterung leiden das Muskelansatzvermögen und die Wüchsigkeit. Durch den Versuch soll ein Eiweißfuttermittel gefunden werden, das im Inland durch den Biobetrieb auf den eigenen Flächen langfristig produziert werden kann. Angedacht wird, Klee in Form von Kleesilage und Luzernegrünmehl zu untersuchen. Klee als Grünfutter bzw. Silage wird von Zuchtbetrieben als Beschäftigungsmaterial bzw. als Raufutter zur Magenausbildung eingesetzt. Im ersten Schritt ist es erforderlich, Versuche und Untersuchungen durchzuführen, in welchem Ausmaß das Eiweiß aus der Kleesilage und dem Luzernegrünmehl vom Schwein verdaut werden kann.
In weiterer Folge soll der Einsatz von Kleesilage und Luzernegrünmehl in der Praxis getestet werden. Auf 10 Schweinemastbetrieben soll in zwei Durchgängen der Einsatz von Kleesilage und Luzernegrünmehl untersucht und wissenschaftlich dokumentiert werden. Die Versuchsumsetzung soll bei den in der Praxis üblichen Schweinerassen [(Edelschwein × Landrasse) × Pietrain] durchgeführt werden. Das Versuchsprojekt soll in Niederösterreich gestartet werden und bei zufriedenstellenden Ergebnissen in ganz Österreich umgesetzt werden. Anhand der Ergebnisse soll als Folgeprojekt ein Marketing-, Werbe- und Markenkonzept erarbeitet und umgesetzt werden um einen neuen Vermarktungsweg mit einer neuen Marke z.B. „Das Kleeschwein“ für Biomastschweine aufzubauen.
[Ziele des Projektes anhand der Ergebnisse der Verdaulichkeitsmessungen:
* Betriebswirtschaftliche Vergleich beim Einsatz von Kleesilage und Luzernegrünmehl (Messung der Tageszunahmen und des Futterverbrauchs, Aufstellung und Bewertung des Arbeitsaufwandes, der Produktions- bzw. Zukaufskosten).
* Aufgrund der Ergebnisse wird eine Verkaufspreiskalkulation durchgeführt und ein Vermarktungsweg für eine neue Markenschiene im Bioschweinebereich ausgelotet.]
Die Bioschwein Austria Erzeugergemeinschaft ist eine gemeinnützige, bäuerliche Erzeugergemeinschaft, die mit Abnahmegarantie zu festgelegten Preisen österreichweit Bio Schweine vermarktet. Die Bioschwein Austria Erzeugergemeinschaft mit Sitz in 2084 Weitersfeld, Hauptstrasse 265 ist ein Zusammenschluss von 200 Schweinebetrieben, die die Bündelung der Vermarktung von Mastschweinen und Ferkel durchführen und rund 300 Mastschweine pro Woche an regionale und überregionale Vermarkter, über den Lebensmitteleinzelhandel und über Vermarktungsgesellschaften im In- und Ausland vermarkten.
Durch eine EU-Verordnung, die den Einsatz von konventionellen Futtermitteln im Biobereich regelt, werden in den nächsten Jahren die maximalen Prozentsätze für den Einsatz von konventionellen Eiweißfuttermitteln bis zum Jahr 2012 schrittweise auf null Prozent gesenkt. Ziel ist es, ein in Österreich produziertes Eiweißfuttermittel zu untersuchen, um zugekaufte Eiweißfuttermittel wie z.B. Sojabohne in der Ration reduzieren zu können. Bei zu geringem Eiweißeinsatz in der Mastschweinefütterung leiden das Muskelansatzvermögen und die Wüchsigkeit. Durch den Versuch soll ein Eiweißfuttermittel gefunden werden, das im Inland durch den Biobetrieb auf den eigenen Flächen langfristig produziert werden kann. Angedacht wird, Klee in Form von Kleesilage und Luzernegrünmehl zu untersuchen. Klee als Grünfutter bzw. Silage wird von Zuchtbetrieben als Beschäftigungsmaterial bzw. als Raufutter zur Magenausbildung eingesetzt. Im ersten Schritt ist es erforderlich, Versuche und Untersuchungen durchzuführen, in welchem Ausmaß das Eiweiß aus der Kleesilage und dem Luzernegrünmehl vom Schwein verdaut werden kann.
In weiterer Folge soll der Einsatz von Kleesilage und Luzernegrünmehl in der Praxis getestet werden. Auf 10 Schweinemastbetrieben soll in zwei Durchgängen der Einsatz von Kleesilage und Luzernegrünmehl untersucht und wissenschaftlich dokumentiert werden. Die Versuchsumsetzung soll bei den in der Praxis üblichen Schweinerassen [(Edelschwein × Landrasse) × Pietrain] durchgeführt werden. Das Versuchsprojekt soll in Niederösterreich gestartet werden und bei zufriedenstellenden Ergebnissen in ganz Österreich umgesetzt werden. Anhand der Ergebnisse soll als Folgeprojekt ein Marketing-, Werbe- und Markenkonzept erarbeitet und umgesetzt werden um einen neuen Vermarktungsweg mit einer neuen Marke z.B. „Das Kleeschwein“ für Biomastschweine aufzubauen.
[Ziele des Projektes anhand der Ergebnisse der Verdaulichkeitsmessungen:
* Betriebswirtschaftliche Vergleich beim Einsatz von Kleesilage und Luzernegrünmehl (Messung der Tageszunahmen und des Futterverbrauchs, Aufstellung und Bewertung des Arbeitsaufwandes, der Produktions- bzw. Zukaufskosten).
* Aufgrund der Ergebnisse wird eine Verkaufspreiskalkulation durchgeführt und ein Vermarktungsweg für eine neue Markenschiene im Bioschweinebereich ausgelotet.]
Praxisrelevanz
Laut EU-VO 2092/91 dürfen dem Jahr 2012 keine konventionellen Futtermittel auf biologisch wirtschaftenden Betrieben mehr eingesetzt werden. Insbesondere bei Eiweißfuttermitteln besteht eine hohe Abhängigkeit von zugekauften Futtermitteln wie beispielsweise Sojabohnen. Durch den Einsatz von Klee und/oder Luzerne könnten Biobetriebe langfristig Substitute für diese Proteinkomponenten auf den eigenen Flächen produzieren. Neben dem ökologischen Gedanken der Kreislaufwirtschaft kann der betriebswirtschaftliche Vergleich (nach den Praxisversuchen) einen ökonomischen Zusatznutzen für eine Fütterungsvariante ohne bzw. geringerem Zukauf von Eiweißfuttermitteln bedeuten. Klee in der Form von Silage und Luzernegrünmehl könnten als Raufutter zudem einen Beitrag zur Stabilisierung der Darmflora liefern und somit die Tiergesundheit fördern und pathogene Keime hemmen.
Berichte
Kurzfassung
Aufgrund der stufenweisen Senkung der in der biologischen Landwirtschaft erlaubten Anteile von konventionellen Futtermitteln ist es notwendig, alternative Eiweißquellen für die Mastschweinefütterung zu finden. Kleegrassilage und Luzernegrünmehl haben Potenzial, einen Teil des Kraftfutters in Mastschweinerationen zu ersetzen. Um Rationen mit diesen rohfaserreichen Futtermitteln gestalten und in Praxisversuchen testen zu können, wurden zwei Verdauungsversuche mit 15 Mastschweinen in unterschiedlichen Lebendmasseabschnitten durchgeführt.
Im 1. Verdauungsversuch, bei einem Gewicht der Tiere von ca. 30 kg, wurden Rohproteinverdaulichkeiten von 47,5 % für Kleegrassilage und 45,7 % für Luzernegrünmehl ermittelt. Die XP-Verdaulichkeit des Luzernegrünmehls beim 2. Verdauungsversuch, bei einer durchschnittlichen Lebendmasse von 50 kg, wurde mit 34,6 % bestimmt. In der Gruppe mit Kleegrassilage als Prüffutter gab es zu hohe Rückwaagen, die eine Auswertung des 2. Durchganges nicht möglich machten.
Für die Berechnung von Rationen für Fütterungsversuche auf Praxisbetrieben kann die in Durchgang I ermittelte Rohproteinverdaulichkeit der Kleegrassilage herangezogen werden. Da die in diesem Versuch bestimmte XP-Verdaulichkeit von Luzernegrünmehl im Bereich der Werte der geltenden DLG-Futterwerttabellen (1991) liegt, wird empfohlen, bei der Berechnung einer Ration diese, auf einer größeren Anzahl von Verdauungsversuchen basierenden Verdauungsquotienten zu verwenden.