KlauenSchaf: Prävalenz von Klauenerkrankungen in steirischen Schafbetrieben

Projektleitung

Julia Schoiswohl

Forschungseinrichtung

Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein

Projektnummer

102214

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft

Allgemeine Projektinformationen

Abstract (deutsch)

Klauenerkrankungen, vor allem die Moderhinke (RAADSMA und DHUNGYEL, 2013), sind neben der Parasitenproblematik eine wesentliche und ständige Herausforderung in der Schafhaltung, ganz gleich ob es sich um Stall- oder Weidehaltung handelt. Ziel eines jeden Betriebes sollte es sein eine gesunde und leistungsfähige Herde zu halten, ohne dabei das Tierwohl außer Acht zu lassen (WINTER, 2008). Klauenerkrankungen sind mit Lahmheiten und Schmerzerscheinungen in Verbindung zu setzen, welche unbehandelt zu deutlichen Leistungseinbußen führen können, und häufig erhebliche Auswirkungen auf den Tierschutzstandard haben (WINTER, 2008; VITTIS und KALER, 2019). In über 90 % der englischen Schafherden verursachte das Krankheitsbild der Moderhinke rund 70 % der Lahmheitserscheinungen (WINTER et al, 2015). Darum ist es umso wichtiger, dass in der Praxis der Schaf- und Ziegenhaltung die Klauengesundheit zur Priorität wird. In Großbritannien setzte man sich bis zum Jahr 2021 das Ziel, die Lahmheitsprävalenz auf Herdenebene auf unter 2 % zu senken (PROSSER et al, 2019). Diese war im Jahr 2016 noch bei 5 %. Gelingen soll dies durch sofortige und angemessene Behandlung innerhalb von drei Tagen nach Beginn der Lahmheit (PROSSER et al, 2019; WASSINK et al, 2010b). Völlig unbestritten ist die Tatsache, dass Herden, die frei von Moderhinke sind, wirtschaftlicher sind, als Herden mit dem Problem der Moderhinke. Langfristig gesehen ist eine Sanierung somit immer rentabel, um die Gesundheit, das Wohlbefinden, sowie die Produktivität in der Tierhaltung von kleinen Wiederkäuern zu gewährleisten. Schließlich etabliert sich dieser Produktionszweig immer weiter und stellt eine Einkommensquelle der Landwirte dar (PROSSER et al, 2019; WINTER, 2008). Aus genannten Gründen und dem Bedarf nach österreichischer Literatur in Bezug auf Klauenerkrankungen stellt man sich mit dieser Arbeit die Frage, welche Klauenerkrankungen in steiermärkischen Schafbetrieben überhaupt vorkommen, welche Schweregrade anzutreffen sind und wie hoch die Lahmheitsprävalenz ist. Untersucht werden zudem Zusammenhänge zwischen spezifischen Klauenerkrankungen in Bezug auf Rasse, Alter und Gesundheitsstatus der Herde. Ebenso sollt der Einfluss der Klauenkorrektur auf die Prävalenz von Klauenerkrankungen erhoben und bewertet werden.

Schlagwörter (deutsch)

Schaf, Klauengesundheit, Lahmheit, Klauenerkrankungen, Moderhinke, Contagious ovine dermatitis digitalis, Klauenpflege

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

Prevalence of claw diseases in sheep farms in Styria

Abstract (englisch)

Claw diseases, particularly footrot (RAADSMA and DHUNGYEL, 2013), represent a major and persistent challenge in sheep farming, alongside parasitic infections—regardless of whether animals are kept indoors or on pasture. The primary goal of any livestock operation should be to maintain a healthy and high-performing flock without compromising animal welfare (WINTER, 2008). Claw diseases are closely associated with lameness and pain, which, if left untreated, can lead to significant reductions in performance and often have serious implications for animal welfare standards (WINTER, 2008; VITTIS and KALER, 2019). In over 90% of sheep flocks in the UK, footrot alone has been responsible for approximately 70% of lameness cases (WINTER et al., 2015). Therefore, prioritizing hoof health is essential in practical sheep and goat management.

The UK set a national goal to reduce flock-level lameness prevalence to below 2% by 2021 (PROSSER et al., 2019), whereas the prevalence in 2016 was still around 5%. Achieving this target relies on immediate and appropriate treatment within three days of the onset of lameness (PROSSER et al., 2019; WASSINK et al., 2010b). There is no doubt that flocks free of footrot are economically more viable than those affected by the disease. In the long term, eradication is therefore always a worthwhile investment to ensure the health, welfare, and productivity of small ruminants. This sector continues to expand and increasingly represents an important source of income for farmers (PROSSER et al., 2019; WINTER, 2008).

Given the above context and the lack of Austrian literature concerning claw diseases, this study aims to investigate which claw diseases are present in Styrian sheep farms, their severity, and the current lameness prevalence. Furthermore, the study will explore correlations between specific claw diseases and factors such as breed, age, and herd health status. The influence of hoof trimming on the prevalence of claw diseases will also be assessed and evaluated.

Schlagwörter (englisch)

sheep, claw diseases, footroot, Contagious ovine dermatitis digitalis, Hoof trimming, lameness

Projektziele

Ziel der Arbeit ist es, den Status der Klauengesundheit auf ausgewählten steirischen Betrieben zu erfassen und mögliche Zusammenhänge mit Parametern wie Rasse, Alter, Geschlecht und Managementfaktoren zu bestimmen. Um Landwirt*innen Empfehlungen zur Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierwohls geben zu können sind Prävalenzstudien notwendig. Mittels Fragebogen sollen Betriebsdaten erhoben werden und diese mit der Klauengesundheit verglichen werden.

Praxisrelevanz

Klauenerkrankungen zählen bei Schafen neben Endoparasitosen zu den wichtigsten Krankheitsbildern und haben neben wirtschaftlichen Verlusten auch häufig erhebliche Auswirkungen auf den Tierschutzstandard. Damit die Schafe allen gestellten Anforderungen gerecht werden können, muss ein großes Augenmerk auf die Gesundheit der Klauen und auf Freiheit von Lahmheiten gelegt werden, welche wichtige Grundvoraussetzungen für Wohlergehen und Leistungsfähigkeit darstellen.

Mit dieser Untersuchung sollen Managementfaktoren als Einflussgrößen für die relevante Prävalenz infektiöser Klauenerkrankungen aufgezeigt werden. Konsequente Früherkennung und gezielte Biosicherheitsmaßnahmen sind entscheidend für die Reduktion von Lahmheiten und erhöhen somit die Wirtschaftlichkeit des Betriebes und das Tierwohl des Betriebes.