INACO: Innovative Strategien für die Ausarbeitung und Umsetzung von Risikomanagementplänen zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit empfindlicher Objekte des Kultur- und Naturerbes gegen Klimarisiken in Flussgebietseinheiten (INTERREG-Projekt)

Projektleitung

Thomas Weninger

Forschungseinrichtung

Bundesamt für Wasserwirtschaft

Projektnummer

102082

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft 

Allgemeine Projektinformationen

Abstract (deutsch)

INACO zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit der mitteleuropäischen Regionen im Hinblick auf die Auswirkungen des Klimawandels auf das Kultur- und Naturerbe auf Ebende der Flussgebietseinheiten zu verbessern. Es werden transnationale Strategien, integrierte webbasierte Lösungen und Risikomanagementpläne entwickelt, um die lokalen Behörden bei der Ausarbeitung und Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz von Kultur- und Naturerbestätten zu unterstützen, etwa gegen Überschwemmungen, Stürme, Waldbrände und Dürre, einschließlich Wasserknappheit.

Schlagwörter (deutsch)

Naturerbe, Kulturerbe, Klimawandel, Risikomanagement, Extremereignisse

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

INnovative strategies for the Adoption of risk management plans to enhance the resilience of sensitive Cultural and natural heritage Objectives against climate hazards in river basin districts

Abstract (englisch)

INACO aims at improving the resilience of the Central European regions in facing climate change

impacts on cultural and natural heritage assets within river basin districts. Transnational strategies,

integrated web based solutions and risk management plans will be developed to support local

authorities in the setting up and adopting measures to protect cultural and natural heritage sites

exposed to climate change risks, such as floods, windstorms, wild fires and drought, including water

scarcity.

Schlagwörter (englisch)

Cultural Heritage, Natural Heritage, Climate Change, risk management, extreme events

Projektziele

Die mit dem Klimawandel verbundenen Gefahren, insbesondere Extremereignisse, stellen ein Risiko für die Erhaltung von Kultur- und Naturerbestätten (KNE) dar, etwa bzgl. ihrer sozialen, kulturellen, historischen und künstlerischen Werte, die Sicherheit ihrer Bewohner und Nutzer sowie für die lokale Wirtschaft im mitteleuropäischen Raum. Es ist erwiesen, dass der Klimawandel zu einer erhöhten Intensität und Häufigkeit von hydrometeorologischen Ereignissen beiträgt, die zu schädlichen Starkregenfällen, Erdrutschen, Sturzfluten, Stürmen, Hitzewellen und längeren Dürreperioden und damit verbundenen Waldbränden führen. Es gibt jedoch Unterschiede je nach Ökosystem und Flusseinzugsgebiet, die auch vom ökologischen und geomorphologischen Kontext abhängen (Übergang Fluss/Seeufer zu Land, Binneneinzugsgebiet). Die Widerstandsfähigkeit von KNE, die durch solche drohenden Risiken gefährdet ist, kann auch durch unzureichende Notfall- und Katastrophen-Maßnahmen, schlecht durchdachte Wiederherstellungs- und Restaurierungsphasen und das Fehlen spezifischer Risikomanagementpläne und Strategien zur Anpassung an den Klimawandel beeinträchtigt werden. Dies kann vor allem auf einen grundlegenden Mangel an angemessener Vorbereitung (technisch und strategisch) zurückzuführen sein, bevor eine Notsituation eintritt. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von einer unzureichenden Kenntnis der Auswirkungen, über ungenügende Ressourcen, bis hin zu bürokratischen und behördlichen Hindernissen.

Die Erforschung von 1) gemeinsamen Strategien und Risikomanagementplänen zur Vorbereitung, 2) innovativen Methoden zur Erhöhung der Klimaresilienz und 3) anderen Abhilfemaßnahmen ist dringend erforderlich, um das mitteleuropäische Kulturerbe vor den anhaltenden Belastungen und den damit verbundenen Risikos eines beschleunigten Verfalls zu schützen. Weitere konzertierte Aktionen auf der Grundlage fundierter wissenschaftlicher Studien und Analysen, sowie der Dissemination von Ergebnissen sind erforderlich, um die notwendigen Anpassungen an den Klimawandel von Europas einzigartigem kulturellen und natürlichen Erbe zu stärken und die Risiken abzuschwächen. Um diese Ziele zu erreichen werden im Projekt INACO Methoden und Pläne entwickelt um  die Widerstandsfähigkeit der Zielregionen zu stärken. Durch die Förderung sanfter, naturbasierter Anpassungsmaßnahmen, sowie innovativer technologischer Instrumente, die durch einen partizipatorischen Ansatz mit politischen Entscheidungsträgern, Verwaltungsexperten und gesellschaftlichen Akteuren, einschließlich der Bürger, entwickelt werden, können negative wirtschaftliche Auswirkungen von Extremereignissen bekämpft werden.

Praxisrelevanz

Durc hden Klimawandel kommt es in Mittel- und Osteuropa zu einer Zunahme von Phänomenen wie Überschwemmungen, Erdrutschen, Waldbränden und lang anhaltenden Dürreperioden, die sowohl die Menschen als auch die natürlichen und kulturellen Ressourcen gefährden. Um diesen Gefahren zu begegnen, hat die EU im Laufe der Jahre Richtlinien, Strategien und Pläne verabschiedet, die darauf abzielen, die mit den Auswirkungen des Klimawandels verbundenen geologischen, wasserwirtschaftlichen und ökologischen Risiken zu bewältigen. Den meisten dieser Richtlinien und Strategien mangelt es jedoch noch immer an einer umfassenden Integration von spezifischen Maßnahmen zum Schutz von Kultur- und Naturstätten, sowie der wirksamen Umsetzung in Managementpläne auf nationaler und regionaler Ebene. Die Umsetzung und Verabschiedung gemeinsamer Strategien und Risikomanagementpläne für den Schutz des natürlichen und kulturellen Erbes wird von INACO nachhaltig vorangetrieben, wobei die Aktivitäten in erster Linie auf die Unterstützung der lokalen Behörden der Flussgebietseinheiten ausgerichtet sind, die sich noch im Prozess der Umsetzung der Richtlinie 2007/60/EG (Hochwasserrisiko-RL) und der Verabschiedung nationaler Pläne zur Anpassung an den Klimawandel befinden.