Projekt-Logo

© Projekt IBeSt

IBeSt: Innovationen für bestehende Aufzucht- und Mastställe für Schweine in Österreich (IBeSt) – zum Wohl von Tier und Mensch

Projektleitung

Birgit Heidinger

Forschungseinrichtung

HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Projektnummer

101665

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Allgemeine Projektinformationen

Abstract (deutsch)

Ziel dieses Projekts ist die umfassende Erörterung von Umbaulösungen für bestehende Ställe in der konventionellen Ferkelaufzucht und Schweinemast mit Fokus auf die Verbesserung des Tierwohls unter Berücksichtigung der Ökonomie, Arbeitswirtschaft und Umweltwirkung. Neben den Innovationen für die Tiere soll in dem Projekt auch der/die LandwirtIn als Mensch, als TierhalterIn und als Mitglied der Gesellschaft im Zentrum stehen.

Schlagwörter (deutsch)

Schweinehaltung, Tierwohl, Tierverhalten, Verbesserung, Stallkühlung

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

Innovations for existing rearing and finishing pig production systems in Austria – benefitting animals and humans

Abstract (englisch)

The main objective of this project is the evaluation of rebuild solutions for existing conventional barns for rearing and finishing pigs. Special focus will be placed on improvement of animal welfare in consideration of economics, work management and environmental impact. In addition to the innovations for animals, particular emphasis will be placed on pig farmers themselves – as livestock producers, humans and part of the society.

Schlagwörter (englisch)

pig husbandry, animal welfare, animal behaviour, improvement, stable cooling

Projektziele

Gemäß dem „Pakt für mehr Tierwohl“ des BMLRT sollen „Anreize statt Verbote“ geschaffen werden. Daher steht eine Verbesserung des Tierwohls in bestehenden konventionellen Stallungen im Fokus dieses Vorhabens. Das Ziel ist, in Österreich eine effiziente Produktion von Schweinefleisch sicherzustellen, die den Anforderungen aller Beteiligten besser gerecht wird. Dazu sollen in Zusammenarbeit mit der Praxis die folgenden Ziele und Fragestellungen bearbeitet werden: Als allgemeines Ziel sollen rasch und kostengünstig umsetzbare Maßnahmen für bestehende Betriebe sowie wissenschaftliche Grundlagen zur Adaption des Fördersystems dargelegt werden, um Anreize zu schaffen, sodass die Maßnahmen für viele Betriebe interessant werden und freiwillig umgesetzt werden. Fragestellung: Wie können bestehende Systeme in der Aufzucht und Mast verbessert werden und welche Effekte hat dies auf Tier, Mensch und Umwelt?

Tier:
Durch etwas mehr Platz, größere Gruppen, Buchtenstruktur sowie Regelung der Temperatur (Raumkühlung bzw. Abdeckung des Liegebereichs) soll eine deutlichere Trennung von Funktionsbereichen ermöglicht werden. Zudem wird das Angebot von Beschäftigungsmaterial optimiert, sodass alle vier geforderten Eigenschaften (wühlbar, veränderbar, kaubar, fressbar) erfüllt sind. Dieses Maßnahmenbündel hat Auswirkungen auf das Ruheverhalten (Liegefläche), Erkundungsverhalten, Ausscheidungsverhalten (Trennung von Kot- und Liegebereich), Thermoregulation sowie Sozialverhalten. Zur Evaluierung der Effektivität dieser Maßnahmen werden tierbezogenen Indikatoren (Verhalten, klinische Parameter, Aufzeichnungen) herangezogen. Auch das Auftreten von Verletzungen am Schwanz als „Eisbergindikator“ für die Optimierung dieser Ansprüche wird erhoben.

Stallklima/Umweltwirkung:
Hinsichtlich potenzieller Umweltwirkungen bzw. stallklimatischer Auswirkungen auf das Tier (Verhalten, Tiergesundheit) steht im dienststelleneigenen Mastschweineforschungsstall der HBLFA Raumberg-Gumpenstein eine Vielzahl an Messtechnik zur Verfügung, die im Rahmen des gegenständlichen Projekts genutzt wird. Im Rahmen des Projekts sollen konkrete Kennzahlen zur Emission von Geruch, Schad- und klimarelevanten Gasen und Umweltwirkungen umgebauter konventioneller Stallsysteme kalkuliert werden – auch vor dem Hintergrund der geltenden Baugesetze der Länder und mit Fokus auf allfällige notwendige Baubewilligungen (Zubauten zur Kompensation des reduzierten Tierbestands). Weiters sollen die Effekte unterschiedlicher stallklimatischer Verhältnisse (auch der Staubentwicklung durch Einstreumaterialien) auf die Tiergesundheit und das Tierverhalten erörtert werden.

Mensch/Ökonomie:
Ob solche Änderungen von einem Großteil der schweinehaltenden Betriebe angenommen werden, hängt nicht nur vom Nachweis der technischen und ökonomischen Machbarkeit ab. Daher kommt im Projekt IBeSt dem „Arbeitspaket 3 – Mensch“ eine Schlüsselrolle zu. Dieses Arbeitspaket umfasst die kontinuierliche Begleitung der 18 BetriebsleiterInnen sowie die Kommunikation der Ergebnisse. Die Begleitung der BetriebsleiterInnen umfasst individuelle Interviews (jeweils am Ende der Phase 1 und 2) und Workshops in 3-Monatsabständen während der gesamten Phase 2. Diese laufende Begleitung der BetriebsleiterInnen ermöglicht einen gemeinsamen Reflexionsprozess der u.a. folgende Bereiche umfasst: die persönlichen Ziele, Ambitionen und Zufriedenheit als \"Schweinebauer\", die kulturellen Kriterien die einen \"guten Schweinebauern\" charakterisieren, und Ethik im Umgang mit Lebewesen. Durch die Workshops wird ein gemeinsamer Lern- und Reflexionsprozess innerhalb der Gruppe der teilnehmenden Betriebe gestaltet und der persönliche Gestaltungsspielraum erarbeitet. Die BetriebsleiterInnen werden dadurch auch in ihrer Kommunikationskompetenz gestärkt, so dass sie als BotschafterIn für Lebensqualität (für Mensch und Tier) in Diskussionen mit FachkollegInnen auftreten können. In der Phase 3 wird im „Arbeitspaket Mensch“ der Schwerpunkt auf die Kommunikation der Projektergebnisse und den Austausch mit der interessierten Öffentlichkeit gelegt. Auch hier wird nicht ausschließlich auf ökonomische oder Sachrationalität gesetzt, sondern die Ergebnisse gezielt mit Hinblick auf die Fragen und Unsicherheiten der jeweiligen Zielgruppen (SchweinehalterInnen und KonsumentInnen) aufbereitet. Dies bedeutet eine sorgfältige und zielgruppenspezifische Auswahl der vermittelten Inhalte, insb. Durch eine graphisch ansprechende, authentische und verständliche Aufbereitung und Formulierung.
Die ökonomische Analyse erfasst neben den Veränderungen der Produktionsdaten (Tageszunahmen, Umtriebe etc.) alle Änderungen der Kosten, die mit dem höheren Tierwohl einhergehen. Um exakte Aussagen zu den wirtschaftlichen Kennzahlen zu erhalten, werden zusätzlichen Kosten unterschieden in variable, aufwandsgleiche Fixkosten (vor allem jährliche Kosten von Investitionen) und kalkulatorische Kosten (vor allem kalk. Unternehmerlohn). Auf der Weise können die Änderungen beim Deckungsbeitrag, beim Einkommen und beim kalkulatorischen Betriebszweigergebnis abgebildet werden. Um die kalkulatorischen Arbeitskosten zu erfassen, werden Arbeitstagebücher für die Betriebe entwickelt. Die Leistungen und Kosten für die Schweinehaltung werden im Rahmen einer Betriebszweigabrechnung laut dem Schema für Österreich (Hunger et al., 2006) berechnet. Aus den Berechnungen von mehreren Betrieben lassen sich Kostensenkungspotenziale für Tierwohlsysteme diskutieren.

Praxisrelevanz

Die konventionelle Schweinehaltung in Österreich befindet sich in einem komplexen Spannungsfeld. Im Rahmen der Produktion von Schweinefleisch treffen immer wieder Interessen und Anforderungen von Landwirten und Landwirtinnen, Marktteilnehmerinnen, Tier- und UmweltschützerInnen, KonsumentInnen und AnrainerInnen aufeinander.
Bisher lag der Fokus der Forschung und Innovation vorwiegend auf der Entwicklung neuer Haltungssysteme, die auch Neubauten erfordern. Für bestehende Betriebe gab es bisher abgesehen von Pro-SAU nur wenige Anstrengungen, praktikable und umsetzbare Verbesserungen für die Tiere und auch HalterInnen zu entwickeln. Da jedoch über 90% der Betriebe in konventionellen Systemen z.B. mit vollperforierten Böden produzieren, und Neubauten für die meisten Betriebe aus verschiedensten Gründen nicht in Frage kommen, braucht es hier praxistaugliche Weiterentwicklungen in Form von Umbaulösungen Bäuerinnen und Bauern entnehmen den Medien eher eine negative Grundhaltung der Bevölkerung gegenüber dem konventionellen Haltungssystem für Schweine. In Kombination mit der allgemeinen Unsicherheit über die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Schweinehaltung führt dies zu einer fortschreitenden Unzufriedenheit mit dem eigenen Haltungssystem und in letzter Instanz zum Schritt aus der Schweineproduktion gänzlich auszusteigen.
Eine Selbstversorgung von 101% im Schweinefleischbereich kann unter den derzeitigen Bedingungen mit Neubauten nicht sichergestellt werden. Deshalb braucht es ein proaktives Vorgehen der Schweinebranche, um in dem Projekt IBeSt neben den Verbesserungen im Tierwohl auch Verbesserungen in der Identifikation der Landwirte und Landwirtinnen mit dem eigenen Produktionssystem, sowie in der Akzeptanz des Haltungssystems bei KonsumentInnen sicherzustellen. In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, dass nicht nur das Tier, sondern auch der Mensch, als HalterIn, im Fokus stehen soll.

Berichte

Abschlussbericht

Kurzfassung

Das Projekt IBeSt hatte zum Ziel, die folgende Fragestellung zu beantworten: Wie können bestehende Haltungssysteme in der Ferkelaufzucht und Schweinemast verbessert werden und welche Effekte hat dies auf Tier, Mensch und Umwelt? In diesem Zusammenhang waren im Projekt IBeSt zahlreiche Institutionen mit breiter fachlicher Ausrichtung zum Thema Schweinehaltung, aber insbesondere auch betreffend soziale, ethische, ökonomische, naturwissenschaftliche und statistische Belange, beteiligt. Die fachliche Bearbeitung wurde in sechs Arbeitspaketen (AP) vorgenommen: • AP Praxis • AP Tier • AP Mensch • AP Ökonomie und Arbeitswirtschaft • AP Stallklima und Umweltwirkung / Versuch in Raumberg-Gumpenstein • AP Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Der gewählte Ansatz über Multi-Farm-Erhebungen war geprägt von einem intensiven Austausch und dem wertvollen Lernen von- und miteinander. Beteiligt waren sieben Ferkelaufzucht- und acht Mastbetriebe sowie der Forschungsstall in Raumberg-Gumpenstein. Diese Herangehensweise ermöglichte eine breite und vielschichtige Perspektive auf viele Teilaspekte der Haltung von Aufzuchtferkeln und Mastschweinen in Österreich und lieferte insgesamt valide und praxisrelevante Erkenntnisse. Die beteiligten Betriebsleiter:innen führten zwar Schweinebetriebe, die in ihrer Größe und Haltungsform typisch für marktrelevante Betriebe waren, sie wurden jedoch anhand ihrer Motivation zur Mitgestaltung im Projekt ausgewählt. Als Vorreiter:innen zeigten sie einerseits eine hohe Bereitschaft, ihre Schweinehaltung zu verändern und führten andererseits überdurchschnittlich gute Betriebe mit einem Tiermanagement auf sehr hohem Niveau. Das heißt, sie bildeten keine Zufallsstichprobe. Zusätzlich waren die Betriebe sehr unterschiedlich, sie spiegelten damit aber auch die hohe Variabilität in der Praxis wider. Diese Merkmale der Stichprobe von Betrieben mit hohem Niveau und gleichzeitig einer breiten Streuung waren zwar für die Durchführung des Projekts förderlich und zeigten viele Blickwinkel auf, sie beeinflussten jedoch auch die Ergebnisse mit z.B. geringen numerischen Unterschieden bei Tierwohlindikatoren, höheren ökonomischen Auswirkungen und einer starken Bereitschaft zur Reflexion, die bei der Interpretation und Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Betriebe bedacht werden müssen. Für die Untersuchungen wurden in den teilnehmenden Aufzucht- und Mastschweinebetrieben jeweils ein bis zwei Buchten mit einfach umzusetzenden Maßnahmen umgebaut und die Auswirkungen anhand von Erhebungen über vier Durchgänge (über alle Jahreszeiten hinweg) im Vergleich zu Kontrollbuchten evaluiert. Im Zentrum der Umbaumaßnahmen in den bestehenden Aufzucht- und Mastabteilen der Projektbetriebe standen mehrere Bereiche, die je Betrieb als individuelle „Maßnahmenpakete“ zur Umsetzung gebracht wurden. Die Bereiche umfassten: mehr Platz je Tier (+0,1 m²/Tier), größere Buchten (z.B. durch Buchtenzusammenlegung, mindestens 10 m² in Ferkelaufzucht, 20 m² in Mast), damit auch größere Gruppen und die Ausgestaltung eines Liegebereichs auf zumindest 1/3 der Buchtenfläche (z.B. durch reduzierten Perforationsanteil); weiters eine Kühlmöglichkeit (Mast) bzw. Temperaturzonenbildung (Ferkelaufzucht) und die Bereitstellung von zusätzlichem, organischem Erkundungsmaterial. Im Folgenden wird aus Sicht der einzelnen Arbeitspakete Bezug auf das umgesetzte Maßnahmenpaket bzw. die durchgeführten Untersuchungen genommen und die Einzelergebnisse entsprechend erläutert sowie diskutiert. Arbeitspaket „Praxis“ Dieses Arbeitspaket agierte als Bindeglied zwischen landwirtschaftlicher Praxis und Wissenschaft. Es umfasste die Auswahl und Betreuung der teilnehmenden Landwirt:innen, die Koordination der Stallumbaumaßnahmen und die Organisation von Austauschformaten unter den Landwirt:innen. Ziel war es, praxisnahe Erkenntnisse für Stallumbauten zur Verbesserung des Tierwohls zu gewinnen, den Wissenstransfer zwischen Forschung und landwirtschaftlicher Praxis zu fördern und sicherzustellen, dass Entscheidungen im Projekt auf einer fundierten, praxiserprobten Grundlage erfolgten. Die „Key Learnings“ des AP Praxis sind: Partizipative Steuerung ist entscheidend: Durch die Einbindung eines Landwirts und der bäuerlichen Vertretung in der Steuerungsgruppe wurden Entscheidungen auf Praxistauglichkeit geprüft und nachvollziehbar kommuniziert. Zudem förderte die gemeinsame Verantwortung die Identifikation der Branche mit dem Projekt und steigerte die Bereitschaft, Ergebnisse in der Praxis umzusetzen. Künftig sollten Praxisvertreter:innen systematisch in die Steuerungsstrukturen von Forschungsprojekten integriert werden, um praxisnahe und akzeptierte Ergebnisse zu gewährleisten. Wissensaustausch fördern: Regelmäßige, moderierte Austauschformate (z. B. Online-Stammtische, WhatsApp-Gruppe) sind essenziell für Vertrauen, Motivation und Lernprozesse in der Praxis. Sie erwiesen sich als wirksame Kommunikationskanäle, ermöglichten niederschwelligen Austausch, schnelle Problemlösung und kontinuierliches Lernen zwischen Landwirt:innen, Berater:innen und Wissenschafter:innen. Diese Art von partizipativer Kommunikation stärkte nicht nur den Zusammenhalt, sondern beschleunigte auch den Wissenstransfer zwischen Praxis und Wissenschaft. Zukünftige Projekte sollten solche Austauschplattformen als festen Bestandteil einplanen. Praxisfeedback systematisch erfassen: Instrumente wie Erfahrungskataloge sichern wertvolles Wissen über betriebliche Umsetzungen und sollten standardmäßig in Forschungsprojekten verankert werden. Dieses Wissen, das aus kontextspezifischen Erfahrungen und Reflexionen der Landwirt:innen entsteht, ist eine wertvolle Ergänzung zu quantitativen Forschungsdaten. Eine strukturierte Erfassung und Aufbereitung solcher Praxisberichte sollte in zukünftigen Projekten vorgesehen werden, um den langfristigen Wissenstransfer sicherzustellen und praxisnahe Umsetzungsmöglichkeiten zu gewährleisten. Fazit: Das AP Praxis war ein zentrales Bindeglied zwischen Forschung und landwirtschaftlicher Praxis. Es zeigte, dass die direkte Einbindung der Praxis in Entscheidungsprozesse entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung und nachhaltige Wirkung von Forschungsprojekten in der Nutztierhaltung sind. Die Berücksichtigung des „Faktors Mensch“ wird aufgrund des positiven Feedbacks von Projektteilnehmer:innen auch für weitere Forschungsprojekte empfohlen. Arbeitspaket „Tier“ Dieses Arbeitspaket hatte zum Ziel, die Auswirkungen des Maßnahmenpakets auf Aspekte des Tierwohls anhand valider, tierbezogener Indikatoren (Verhalten, klinische Indikatoren, antibiotische Behandlungen, Organveränderungen) zu evaluieren. Anhand wiederholter Besuche je Durchgang erhoben trainierte Beobachterinnen diese Daten, die einzelbetrieblich (Ferkelaufzucht) bzw. anhand eines Gesamtmodells (Mast) statistisch ausgewertet wurden, was betriebsübergreifende, quantifizierbare Erkenntnisse hinsichtlich Tierwohl lieferte. Das Maßnahmenpaket hatte hinsichtlich Tierwohl meist geringe, aber wesentliche positive Effekte, kaum negative bzw. hinsichtlich einiger Indikatoren (betriebsindividuell, vor allem Aufzucht) keine Auswirkungen. Etwas mehr Platz je Tier in Kombination mit größeren Buchten bzw. Tiergruppen führte zu einer erhöhten Prävalenz von Hautverletzungen am Körper (Sozialverhalten), diese war aber an der Hinterhand (Verdrängungen) am Mastende reduziert. Das Maßnahmenpaket hatte hier keine in eine Richtung weisenden Auswirkungen. Die Prävalenz von Kümmerern (Ferkelaufzucht) sowie Lahmheit unterschied sich nicht, was darauf hinweist, dass die Übersichtlichkeit (in Kombination mit Bodengestaltung) als Risikofaktoren keine negativen Auswirkungen hatte. In den IBeSt-Buchten wurde ein erhöhter Anteil von Tieren, die auf Materialien gerichtetes Erkundungsverhalten zeigten, beobachtet. Zudem wurde das zusätzliche organische Material in den IBeSt-Buchten bevorzugt. Ebenso wies das geringere Auftreten von Tieren, die beim Schwanzbeißen beobachtet wurden, sowie die reduzierte Prävalenz an Schwanzverletzungen in der Mast auf positive Effekte des Maßnahmenpakets hin. Der Anteil verschmutzter Tiere wurde durch das Maßnahmenpaket (Schlitzreduktion kombiniert mit Kleinklimazone bzw. Kühlung) nicht verändert. Bei Betrieben mit Gummimatten wurde jedoch in der Mitte der Mast mit zunehmendem THI-Index (Temperatur-Luftfeuchtigkeits-Index) vermehrte Verschmutzung dokumentiert, hier funktionierte die Schlitzreduktion (keine Perforation) möglicherweise unzureichend. Das Liegeverhalten (mehr Tiere in Seitenlage, weniger sitzende Tiere) wies auf positive Auswirkungen des Maßnahmenpakets hin. Auch die Behandlungsinzidenz war als Indikator für die Atemwegsgesundheit (Ferkelaufzucht) betriebsindividuell numerisch in den IBeSt-Buchten niedriger, in der Mast war kein Unterschied ersichtlich. Das Maßnahmenpaket wurde betriebsindividuell angepasst, was (zusammen mit betriebsindividuellen Faktoren) auch die unterschiedlichen Auswirkungen des Pakets erklärt. Insgesamt ist bei der Interpretation auf weitere (betriebs-)individuelle Faktoren (z.B. Mensch-Tierbeziehung, Genetik) zu verweisen. Auch die niedrige Prävalenz einiger Indikatoren kann die fehlenden Unterschiede erklären, da dadurch keine zusätzlichen Verbesserungen möglich waren. Arbeitspaket „Mensch“ In diesem Arbeitspaket wurden sieben Workshops mit den IBeSt-Betriebsleiter:innen abgehalten. Auch wurden zwei Interviews mit ihnen geführt, einmal vor Beginn des Stallumbaus und ein zweites Mal nach 1,5 Jahren Erfahrung mit den umgebauten Buchten. Die wesentlichen Schlussfolgerungen aus dem AP Mensch sind: Auf Mehrgenerationenbetrieben führt die enge Verflechtung von Familien- und Arbeitssystem zu hohen Anforderungen an die Betriebsleiter:innen. Eine klare Aufgabenverteilung und eine offene Gesprächskultur sind entscheidend, um Spannungen und Konflikte zu vermeiden. Wo (schwelende) Konflikte bestehen, kann dies die Bereitschaft verringern, sich mit dem Thema Tierwohl und einer Stalladaptierung auseinanderzusetzen. Der gesellschaftliche Tierwohl-Diskurs bietet die Chance, auch das Wohlbefinden der Landwirt:innen stärker in den Fokus zu rücken. Eine Umgestaltung des Stalls wird dann nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Verbesserung des Tierwohls diskutiert, es wird auch mitbedacht wie der Stall gestaltet sein soll, damit der:die Landwirt:in gerne darin arbeitet und stolz auf darauf ist. Dies erfordert eine persönliche Auseinandersetzung der Betriebsleiter:innen mit den eigenen Werten und mit dem, was Sinn und Freude an der Arbeit vermittelt. Es wäre zielführend, wenn diese Auseinandersetzung von der Branche angeregt und von Berater:innen unterstützt wird. Bei der Umgestaltung des Stalls hat es Vorteile, zunächst nur eine (oder wenige) Bucht(en) anzupassen. Wie im IBeSt-Projekt können Landwirt:innen so Unterschiede im Verhalten der Tiere beobachten und in der eigenen Arbeitszufriedenheit wahrnehmen. Auch können Erfahrungen u.a. mit den Funktionsbereichen gesammelt und allfällige Anpassungen vorgenommen werden. So können Landwirt:innen in einem iterativen Prozess ermitteln , welche Lösungen am eigenen Betrieb praktikabel sind, ein gutes Arbeitsumfeld bieten und die eigenen Werte zum Ausdruck bringen. Die gesellschaftliche Kritik an der Schweinehaltung auf Vollspaltenböden erfordert Identitätsarbeit auf zwei Ebenen: einerseits hat die gesellschaftliche Kritik eine klare moralische Komponente („Was bin ich für ein Mensch, wenn ich meine Tiere nicht ‚gut‘ behandelt habe?“). Sie erfordert daher die Auseinandersetzung der Landwirt:innen mit der Frage was ein „gutes Leben“ für Schweine bedeutet und in welchem Ausmaß es am Betrieb ermöglicht wird. Andererseits werden die Grundpfeiler der modernen Schweinehaltung (ökonomische Optimierung durch möglichst schnelle Gewichtszunahme, minimale Ausfälle und minimaler Arbeitseinsatz) in Frage gestellt und müssen neu gedacht bzw. erweitert werden. Argumentationen zur Wahl des Stallsystems, die sich ausschließlich auf produktionstechnische oder ökonomische Zwänge stützen, sind gesellschaftlich wenig anschlussfähig. Zielführender wäre, wenn Landwirt:innen ihre Entscheidungen auch mit tierethischen Überlegungen – etwa im Hinblick auf die „Fünf Freiheiten“ – begründen können und erläutern können, welche Kompromisse sie machen und warum. Damit könnten sie aktiv in den gesellschaftlichen Diskurs eintreten und zur gemeinsamen Aushandlung dessen beitragen, was ein „gutes Leben“ für Schweine bedeutet. Angesichts ihres Erfahrungswissens und der zentralen Bedeutung der Mensch-Tier-Beziehung für das Tierwohl haben Landwirt:innen in diesem Aushandlungsprozess eine besonders wichtige Stimme. Arbeitspaket „Ökonomie und Arbeitswirtschaft“ Dieses Arbeitspaket analysierte die Leistungen und Kosten von höheren Tierwohlstandards und verglich diese mit dem momentanen gesetzlichen Mindeststandards. Die möglichen Mehrkosten oder Änderungen des Einkommensbeitrags aus der Schweinehaltung sollen erste Größenordnungen für die finanziellen Auswirkungen von Anpassungen bestehender Schweineställe in Richtung höherem Tierwohl darstellen. Die Berechnungsgrundlagen wurden im Rahmen von Betriebsbesuchen erhoben und durch vorhandene Datenquellen wie Schlachtdaten ergänzt. Die Berechnungen wurden stufenweise vorgenommen: Ausgehend vom Deckungsbeitrag je Tier und je Mastplatz wurden die jährlichen Kapitalkosten der Umbauten sowie die Mehrarbeit hinzugezählt. Schließlich wurden die Kosten der Minderbelegung bei höherem Platzangebot eingerechnet. Abschließend erfolgt der Vergleich zwischen Versuch und Kontrolle auf der Ebene des Vergleichs-Deckungsbeitrags. Auf der Basis dieser stufenweisen Berechnungen ist es möglich, die einzelnen Positionen der Mehrkosten detailliert aufzulisten. Ein zentrales Ergebnis ist, dass die Mehrkosten und die Änderung des Einkommensbeitrags beträchtlich unter den Betrieben variieren. Der Vergleichsdeckungsbeitrag pro Mastplatz sinkt unter Einrechnungen aller relevanten Leistungen und Kosten je nach Mastbetrieb von 1,5 € bis knapp 62 € pro Mastplatz. Im Schnitt errechneten sich rund 32 € pro Mastplatz. Davon nehmen die Mehrkosten pro Schwein laut Deckungsbeitrag pro Mastplatz 28 %, die jährlichen Kapitalkosten für die Investitionen inklusive der Mehrkosten für die Arbeit rund 48 % und die Kosten der Minderbelegung knapp 24 % ein. Auch die Mehrkosten in der Ferkelaufzucht streuen markant unter den Betrieben, wobei bei einem Betrieb im Versuch ein höherer Vergleichs-Deckungsbeitrag resultierte als in der Kontrolle. Im Durschnitt werden 71 € pro Aufzuchtplatz ausgewiesen, wobei der überwiegende Anteil dieser Mehrkosten aus der Minderbelegung resultierte. Ohne diese Kosten der Minderbelegung und der jährlichen Kosten für die Umbaumaßnahmen resultierte ein höherer Vergleichs-Deckungsbeitrag im Versuch als in der Kontrolle. Die große Streuung in den Mehrkosten verweist auf die Vielfalt der Projektbetriebe und zeigt das jeweilige Potenzial, die Umstellung auf Haltungssysteme mit höheren Tierwohlstandards in Hinblick auf die wirtschaftlichen Konsequenzen zu optimieren. Jede Maßnahme der Buchtengestaltung hat Auswirkungen auf Investitionskosten, laufende Kosten und Arbeitszeit. Generell verweisen die Berechnungen im AP Ökonomie jedoch auf die Tatsache, dass eine Umstellung auf tierfreundliche Stallsysteme in der Regel mit zusätzlichen Kosten verbunden ist, was zu Einkommensrückgängen führt. Bei einigen Betrieben waren diese erheblich, wenn man die Mehrkosten pro Platz mit der Anzahl an Mast- bzw. Aufzuchtplätzen in den Betrieben multipliziert, ergeben sich zum Teil beträchtliche Beträge. Arbeitspaket „AP Stallklima und Umweltwirkung / Versuch in Raumberg-Gumpenstein“ Dieses Arbeitspaket befasste sich mit der Erhebung, Bewertung und Optimierung der klimatischen Bedingungen in den Mast- und Aufzuchtbetrieben. Vor Versuchsbeginn wurden in allen Praxisbetrieben „Stallklima-Checks“ durchgeführt, um die jeweilige Lüftungs- und Klimasituation zu erfassen, Mängel zu identifizieren und zu beheben. Versuchsbegleitend erfolgte eine kontinuierliche Messung von Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit, ergänzt durch die Berechnung des Temperature-Humidity-Index (THI) zur Einschätzung von Hitzestress. Hervorzuheben ist der Temperaturminderungseffekt der im Forschungsstall eingerichteten Kühlmaßnahme (Cool Pads) im Vergleich zum ungekühlten Kontrollabteil (mit bis zu -5,8 Kelvin), was im Hinblick auf die Reduktion von Hitzestress in der Nutztierhaltung von besonderer Bedeutung ist. Wichtige Erkenntnisse mit hoher Praxisrelevanz wurden aus den emissionstechnischen Untersuchungen im österreichweit einzigartigen Schweineforschungsstall der HBLFA Raumberg-Gumpenstein gewonnen. Von zentraler Bedeutung für stallbauliche Genehmigungs- und Beschwerdeverfahren sind die emissionstechnischen Auswirkungen der umgebauten Versuchsabteile in Relation zur Kontrollvariante (bisheriger stallbaulicher Mindeststandard). Die insbesondere in der Steiermark zur Anwendung gelangenden Basisemissionsfaktoren für Mastschweine betreffend Geruch, Ammoniak und Feinstaub (PM10) wurden in den gegenständlichen Untersuchungen unterschritten. Es lagen keine genehmigungsrechtlich relevanten Unterschiede zwischen den Abteilen (Versuch versus Kontrolle) vor. Auf Grundlage dieser neuen Erkenntnisse wird auch eine Evaluierung der Basisemissionsfaktoren im Bericht Nr. ABT15-Lu-04-2023 angeregt. In diesem Umfang erstmals wissenschaftlich untersucht wurde der Unterschied in den Emissionen von Geruch, Ammoniak, Methan und Lachgas in Abhängigkeit der Fütterungsvariante (trocken versus flüssig): Hier zeigte sich ein diametrales Emissionsverhalten für Geruch bzw. Schad-/Fremdgase in Abhängigkeit der Fütterungsvariante – mit höheren Geruchsemissionen und niedrigeren Schad-/Fremdgasemissionen bei Flüssigfütterung und vice versa bei Trockenfütterung. Ergänzend wurden moderate bis hohe Korrelationen zwischen den Geruchsemissionen und stallklimatischen Parametern sowie Schad-/Fremdgasen ermittelt. Insbesondere sei auf das interessante Resultat verwiesen, dass zwischen den Abteiltemperaturen und den Geruchsemissionen eine mittlere negative Korrelation bestand. Von besonderem Interesse für schweinehaltende Betriebe werden auch die praktischen Erfahrungen zum Umbau bzw. den erfolgten Adaptionen (z.B. Bodenmaterial und -übergänge, Verschmutzung der geschlossenen Liegefläche) und Einrichtungen (z.B. Raufen, Scheuermöglichkeiten) in den Versuchsbuchten sein, welche auch in einen eigenen Erfahrungskatalog als Informations- und Beratungstool für schweinehaltende Betriebe einfließen sollen. Die systematische Untersuchung von drei unterschiedlichen Tränkesystemen in der Schweinemast lieferte wichtige Erkenntnisse zur Präferenz der Tiere für bestimmte Modelle sowie zu deren Verschmutzung und Funktion. Arbeitspaket „Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“ In diesem Arbeitspaket wurde intensiv daran gearbeitet, das Projekt und seine Inhalte einem breiteren Publikum – neben landwirtschaftlichem Fachpublikum insbesondere auch landwirtschaftsfernen Gesellschaftsschichten/Bürger:innen – näher zu bringen. Ein zentrales Ziel war die Verbesserung der Akzeptanz und des Verständnisses für die Schweinehaltung und Herausforderungen in diesem Kontext. Hierfür wurde der Ansatz gewählt, das Projekt sowohl über eine eigens eingerichtete Homepage, als auch über Social Media zu präsentieren. Diese projektbegleitenden Medientätigkeiten erwiesen sich als durchaus zeitintensiv und fordernd für die ausführenden Projektpartner:innen, welche keine Kommunikationsexpert:innen waren. Diese Tätigkeiten waren aber durchaus erfolgreich (Reichweite, Außenwirkung) und ausgehend von den Erfahrungen wird für kommende Projekte angeraten, ein Budget vorzusehen, um professionelle Unterstützung gewährleisten zu können. Diese Multi-Farm-Studie war wesentlich, um die externe Validität und somit auch die Relevanz der Ergebnisse für die Praxis (im Vergleich zu einer rein experimentellen Studie) zu erhöhen. Auch wenn beispielsweise die positiven Effekte einzelner Maßnahmen auf das Tierwohl aus der Literatur bekannt sind, gibt es bisher kaum Studien, die die Umsetzung als „Paket“ in einer Multi-Farm-Interventionsstudie evaluierten. Daher sind unsere Ergebnisse als ein wichtiger Beitrag zur raschen und möglichst einfachen Umsetzung von Adaptionsmaßnahmen in bestehenden Stallungen zu sehen, die als Kombination das Potenzial haben, für viele Tiere Verbesserungen zu bringen und insgesamt dazu beitragen können, auf bestehenden, schweinehaltenden Betrieben Tierwohl kontinuierlich weiterzuentwickeln. Im Hinblick darauf, dass Betriebe ihre Stallungen bis spätestens 2034 an den neuen Mindeststandard anpassen müssen, rückt auch die Rolle der Beratung in den Fokus: Es wird in Zukunft nicht mehr das „One-Size-Fits-All-System“ geben. Berater:innen sollten daher verstärkt dahingehend geschult werden, die Landwirt:innen in einem persönlichen Reflexionsprozess zu unterstützen, um daraus betriebsindividuelle Innovationen generieren zu können.

Berichtsdateien

Abschlussbericht Projekt IBeSt 2025

Abstract (deutsch)

Das Projekt IBeSt („Innovationen für bestehende Aufzucht- und Mastställe für Schweine in Österreich – zum Wohl von Tier und Mensch“) verfolgte das Ziel, praktische, wissenschaftlich fundierte und breit evaluierte Antworten auf die zentrale Frage zu bieten, wie bestehende Haltungssysteme in der Ferkelaufzucht und Schweinemast verbessert werden können und welche Auswirkungen dies auf Tier, Mensch und Umwelt hat.

Das Projekt basierte auf einer engen Zusammenarbeit zahlreicher Institutionen mit vielfältigen wissenschaftlichen und praxisorientierten Expertisen. Um der Komplexität des Themas gerecht zu werden, erfolgte die Bearbeitung in sechs Arbeitspaketen, welche die Themen Praxis, Tier, Mensch, Ökonomie und Arbeitswirtschaft, Stallklima und Umweltwirkung sowie Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit abdeckten.

Eine Besonderheit des Projekts war die Durchführung als Multi-Farm-Studie, in die sieben Ferkelaufzucht- und acht Mastbetriebe sowie der Forschungsstall der HBLFA Raumberg-Gumpenstein eingebunden waren. Für die Untersuchungen wurden in den teilnehmenden Aufzucht- und Mastschweinebetrieben jeweils ein bis zwei Buchten mit einfach umzusetzenden Maßnahmen in Richtung mehr Tierwohl umgebaut und die Auswirkungen anhand von Erhebungen über vier Durchgänge (über alle Jahreszeiten hinweg) im Vergleich zu Kontrollbuchten evaluiert.

Die Umbaumaßnahmen in den bestehenden Aufzucht- und Mastabteilen der Projektbetriebe erfolgten anhand betriebsindividueller „Maßnahmenpakete“. Die Bereiche umfassten: mehr Platz je Tier (+0,1 m²/Tier), größere Buchten (z.B. durch Buchtenzusammenlegung, mindestens 10 m² in Ferkelaufzucht, 20 m² in Mast), damit auch größere Gruppen und die Ausgestaltung eines Liegebereichs auf zumindest 1/3 der Buchtenfläche (z.B. durch reduzierten Perforationsanteil); weiters eine Kühlmöglichkeit (Mast) bzw. Temperaturzonenbildung (Ferkelaufzucht) und die Bereitstellung von zusätzlichem, organischem Erkundungsmaterial. Dieser paketbasierte Ansatz in einer Multi-Farm-Studie war wesentlich, um die externe Validität und somit auch die Relevanz der Ergebnisse für die Praxis zu erhöhen. Unsere Ergebnisse sind als ein wichtiger Beitrag zur raschen und möglichst einfachen Umsetzung von Adaptionsmaßnahmen in bestehenden Stallungen zu sehen, die als Kombination das Potenzial haben, für viele Tiere Verbesserungen zu bringen und insgesamt dazu beitragen können, auf bestehenden, schweinehaltenden Betrieben Tierwohl kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Abstract (englisch)

The IBeSt project (“Innovations for existing pig rearing and pig fattening housing systems in Austria – for the benefit of animals and humans”) aimed to provide practical, scientifically sound, and broadly evaluated answers to the central question of how existing husbandry systems in piglet rearing and pig fattening can be improved and what effects this has on animals, humans and the environment.

The project was based on close cooperation between numerous institutions with diverse scientific and practical expertise. In order to do justice to the complexity of the topic, the work was divided into six work packages covering the topics of agricultural practice, animals, humans, economics and labour economics, stable climate and environmental impact, as well as communication and public relations.

A special feature of the project was its implementation as a multi-farm study involving seven piglet rearing and eight fattening farms as well as the research barn of the HBLFA Raumberg-Gumpenstein. For the investigations, one to two pens in each of the participating piglet rearing and fattening farms were adapted using simple measures, and the effects were evaluated on the basis of on-farm assessments over four batches (across all seasons) in comparison with control pens.

The conversion measures in the existing rearing and fattening sections of the project farms focused on several areas, which were implemented as individual “packages of measures” for each farm. The areas included: more space per animal (+0.1 m²/animal), larger pens (e.g., by combining pens, at least 10 m² in piglet rearing, 20 m² in fattening) to accommodate larger groups, and the creation of a lying area covering at least 1/3 of the pen area (by reducing the proportion of perforations); furthermore, a cooling option (fattening) or temperature zone formation (piglet rearing) and provision of additional organic exploration material. This package-based approach in a multi-farm study was essential to increase the external validity and thus also the relevance of the results for practical application. Our results should be seen as an important contribution to the rapid and simplest possible implementation of adaptation measures in existing housing, which, when combined, have the potential to bring improvements for many animals and can contribute overall to the continuous development of animal welfare on existing pig farms.

Autor/innen

Heidinger, B., Darnhofer, I., Kirner, L., Stürmer, B., Slama, J., Leeb, C., Palmetzhofer, A.L., Größbacher, V., Reisecker, T., Klaffenböck, M., Zentner, E., Kropsch, M., Mösenbacher-Molterer, I.

Abschlussbericht Projekt IBeSt 2025 - Teil AP Tier

Abstract (deutsch)

siehe Hauptdokument

Abstract (englisch)

siehe Hauptdokument

Autor/innen

Heidinger, B., Darnhofer, I., Kirner, L., Stürmer, B., Slama, J., Leeb, C., Palmetzhofer, A.L., Größbacher, V., Reisecker, T., Klaffenböck, M., Zentner, E., Kropsch, M., Mösenbacher-Molterer, I.