Grundlagenbericht Fischabstieg: UFG_Grundlagenbericht für Fischschutz und Fischabstieg in Österreich

Forschungseinrichtung

Universität für Bodenkultur Wien

Projektnummer

102231

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft

Allgemeine Projektinformationen

Abstract (deutsch)

Fischschutz und flussabwärts gerichtete Fischwanderungen sind international bedeutende Forschungsfelder, die zunehmend an Aufmerksamkeit gewinnen. In Österreich gibt es laut Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) rund 27.000 Querbauwerke, die für Fische unpassierbar sind. Diese Studie erstellt einen Grundlagenbericht, der als Basis für einen zukünftigen Leitfaden zu Fischschutz- und Fischabstiegsmaßnahmen dient. Ziel ist es, technische Lösungen sowie biologische und ökologische Aspekte der flussabwärts gerichteten Wanderung heimischer Fischarten zu analysieren. Der Bericht soll als Nachschlagewerk und Entscheidungshilfe für Planer und Fachleute bei der Sanierung bestehender und der Planung neuer Wasserkraftanlagen dienen.

Es werden drei Ansätze zum Fischschutz verfolgt: Durchleiten, Abschirmen und Umleiten. Fische sollen schonend durch das Kraftwerk, insbesondere die Turbinen, geführt werden. Für weniger fischfreundliche Anlagen sind Abschirmungen und alternative Migrationskorridore wie Bypässe erforderlich. Eine Kombination dieser Maßnahmen sorgt für effektiven Fischschutz.

Die Studie identifiziert Wissenslücken in biologischen und technischen Bereichen und benennt Themen für zukünftige Forschung. In Österreich fehlen derzeit konkrete Vorgaben und Standards für Fischschutz. Der Grundlagenbericht baut auf bestehenden Erkenntnissen, wie den Empfehlungen des „Forum Fischschutz & Fischabstieg“ (2012–2018), auf und soll die Basis für einen umfassenden Leitfaden zur nachhaltigen Umsetzung von Fischschutzmaßnahmen schaffen.

Schlagwörter (deutsch)

Fischschutz, Fischabstieg

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

UFG_Basic report for fish protection and fish downstream passage in Austria

Abstract (englisch)

Fish protection and downstream fish migration are internationally significant research fields that are gaining increasing attention. In Austria, according to the Water Framework Directive (WFD), there are approximately 27,000 barriers that are impassable for fish. This study creates a foundational report that will serve as the basis for a future guide on fish protection and fish passage measures. The goal is to analyse technical solutions, as well as the biological and ecological aspects of the downstream migration of native fish species. The report is intended to serve as a reference and decision-making tool for planners and experts in the renovation of existing and the design of new hydropower plants.

Three approaches to fish protection are pursued: guiding, shielding, and redirecting. Fish should be safely guided through the power plant, particularly through the turbines. For less fish-friendly plants, shielding and alternative migration corridors, such as bypasses, are necessary. A combination of these measures ensures effective fish protection.

The study identifies knowledge gaps in biological and technical areas and highlights topics for future research. Currently, Austria lacks specific guidelines and standards for fish protection. This foundational report builds on existing findings, such as the recommendations of the "Forum Fish Protection & Fish Passage" (2012–2018), and aims to lay the groundwork for a comprehensive guide to the sustainable implementation of fish protection measures.

Schlagwörter (englisch)

fish protection, fish migration

Projektziele

Ziel des Projektes ist ein Grundlagenbericht über den aktuellen Stand von Wissenschaft und Praxis zum Thema Fischschutz und Fischabstieg– ähnlich der Vorgangsweise bei der Erarbeitung der Grundlagen für den Leitfaden zum Bau von Fischaufstiegshilfen. Der Bericht wird den aktuellen Stand des Wissens (national und international) zusammenfassen, die gängige Bewilligungspraxis analysieren und von diesen Informationen für Österreich sinnvolle und wissenschaftlich fundierte Vorschläge für Vorgaben ableiten. Der gesamte Prozess wird durch intensive Abstimmung mit Stakeholdern begleitet, welche im Rahmen von Einzeldiskussionen und Veranstaltungen stattfinden wird. Zu diesem Zweck wird es, ähnlich wie bei der Diskussion zum FAH-Leitfaden, eine beratende Expertenrunde (ASV der Bundesländer und andere Experten) und eine große Expertenrunde (Personen aus Planung, Verwaltung, Wissenschaft und Energiewirtschaft) geben.

Zum Thema Fischschutz und flussabgerichtete Fischwanderungen hat sich der Wissenstand in den letzten Jahren stark erweitert (national und international) und erfordert somit eine umfangreiche Aktualisierung und Aufbereitung der Literatur. Hierfür sollen in erster Linie die wesentlichen Grundlagen sämtlicher Forschungsprojekte und der Stand des Wissens zusammentragen werden. Hinsichtlich der fischbiologischen und ökologischen Hintergründe und das Wissen zu flussabgerichteten Wanderungen der heimischen Fischfauna wurden in der jüngsten Vergangenheit bereits wesentliche Erkenntnisse erarbeitet und dokumentiert, jedoch wurden und werden stetig neue technische Lösungsmöglichkeiten zum Fischschutz und zur Errichtung von Fischabstiegsmöglichkeiten (weiter-)entwickelt.

Praxisrelevanz

Fischschutz und flussabwärts gerichtete Fischwanderungen sind zentrale Themen für den Erhalt der Biodiversität in Fließgewässern. Viele Fischarten benötigen im Laufe ihres Lebenszyklus unterschiedliche Habitate, wie Laichplätze, Aufwuchs- und Überwinterungshabitate, die oft durch Querbauwerke voneinander getrennt sind. Die Sicherstellung der Durchgängigkeit von Flüssen ist daher essenziell, um die natürlichen Wanderbewegungen der Fische zu ermöglichen und ihre Populationen langfristig zu erhalten. Besonders die flussabwärts gerichtete Wanderung, der sogenannte Fischabstieg, ist ein kritischer Punkt, da Fische auf ihrem Weg durch Turbinen oder andere technische Anlagen erheblichen Gefahren ausgesetzt sind.

Die Bedeutung dieser Studie geht über den technischen Aspekt hinaus: sie trägt dazu bei, die ökologischen Funktionen von Fließgewässern zu erhalten, die Lebensräume für zahlreiche Arten bieten. Der Grundlagenbericht sowie der darauf aufbauende, geplante Leitfaden werden wichtige Werkzeug sein, um Fischschutz und Fischabstieg in Österreich nachhaltig zu gestalten und die Anforderungen der WRRL zu erfüllen. Indem er die Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis bündelt, soll er Planern und Sachverständigen eine wertvolle Orientierungshilfe bieten und die Grundlage für eine nachhaltige Gewässerbewirtschaftung schaffen.