GRACE: Stärkung von Klimaresilienz in abgelegenen ländlichen Regionen durch Empowerment von Gemeinden (Beitrag der BAB im Horizon Mission Adaptation Projekt GRACE)

Projektleitung

Heidelinde Grüneis

Forschungseinrichtung

Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen

Projektnummer

102194

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft| EU Horizon Mission Adaptation

Allgemeine Projektinformationen

Abstract (deutsch)

Europa erwärmt sich schneller als jeder andere Kontinent, wobei 2023 das bisher wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen ist. Dieser rasche Klimawandel erhöht die Häufigkeit von extremen Wetterereignissen wie Überschwemmungen, Waldbränden und Dürren und gefährdet Menschen, Infrastruktur, Ökosysteme und die Wirtschaft. Von 1980 bis 2020 verursachten Klimakatastrophen in der EU jährliche Kosten in der Höhe von 12 Milliarden Euro, und künftige Gefahren könnten diese Zahl auf 170 Milliarden Euro pro Jahr ansteigen lassen. Als Reaktion darauf hat die Europäische Kommission politische Maßnahmen wie den EU Green Deal, die Anpassungsstrategie und die Horizon Europe Mission zur Klimaanpassung eingeführt, die alle darauf abzielen, die Widerstandsfähigkeit zu stärken, insbesondere in ländlichen Gebieten, die aufgrund ihrer Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen und ihrer Exposition gegenüber verschiedenen Klimarisiken unverhältnismäßig stark gefährdet sind. Ländliche Gebiete sind mit noch größeren Hindernissen konfrontiert, wie z. B. einer geringeren institutionellen Kapazität, unzureichenden Investitionen und Entvölkerung, was ihre Fähigkeit einschränkt, Klimaanpassungsmaßnahmen zu ergreifen. Abgelegene ländliche Regionen, die 50 % der ländlichen Gebiete in der EU ausmachen, müssen dringend gestärkt werden, um den Klimawandel wirksam bekämpfen zu können. Das GRACE-Projekt konzentriert sich auf die Bedürfnisse von kleinen/mittleren Gemeinden in den ländlichen Gebieten der EU, um sich an den Klimawandel anzupassen und ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken. Dafür sollen deren Kapazitäten gestärkt und sie in die Lage versetzt werden, Akteure des Wandels zu werden und transformative Maßnahmen zu ergreifen. Ein Konsortium von 26 Organisationen aus 16 Ländern leitet das Projekt, wobei fünf „Demonstrator Regions“ (DR) in Portugal, Italien, Österreich, Dänemark und Schweden das Projekt in Bezug auf naturbasierte Lösungen für Klimawandelanpassung mitentwickeln. Diese Lösungen sollen einen umfassenden sozialen und wirtschaftlichen Nutzen bringen. Anschließend werden fünf „Replicator Regions“ (RR) in Griechenland, der Slowakei, Irland, Lettland und der Ukraine die Übernahme der von den DR entwickelten Innovationen vorbereiten. Schließlich wird GRACE auch Beobachterregionen (ORs) einbeziehen, die diese Lösungen verfolgen und möglicherweise nachahmen werden, um eine weit verbreitete Klimawandelanpassung in den ländlichen Gebieten Europas zu fördern.

Schlagwörter (deutsch)

Klimawandelanpassung, Ländlicher Raum, Abgelegene Regionen, Naturbasierte Lösungen

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

Growing Climate Resilience in Remote rural Areas through Community Empowerment (BAB contribution to HORIZON Mission Adaptation Project GRACE)

Abstract (englisch)

Europe is warming faster than any other continent, with 2023 being the hottest year on record. This rapid Climate Change (CC) increases the frequency of extreme weather events such as floods, wildfires, and droughts, endangering people, infrastructure, ecosystems, and the economy. From 1980 to 2020, climate disasters cost the EU €12 billion annually, and future hazards could raise this figure to €170 billion per year. In response, the European Commission has enacted policies like the EU Green Deal, the Adaptation Strategy, and the Horizon Europe Mission on Climate Adaptation, all aiming to boost resilience, particularly in rural areas that are disproportionately vulnerable due to their dependence on natural resources and exposure to diverse climate risks. Rural areas, especially Remote Rural Areas (RRAs), face even greater obstacles like lower institutional capacity, underinvestment, and depopulation, limiting their ability to adopt climate adaptation measures. Covering 50% of the EU's rural territories, RRAs urgently need empowerment to tackle CC effectively. GRACE project focuses on addressing the needs of rural and small/medium communities localised in EU RRAs to adapt and build resilience against CC by strengthening their capacities and empowering them to become actors of change and take transformative action. A consortium of 26 organizations from 16 countries leads the project, with five demonstrator regions (DRs) in Portugal, Italy, Austria, Denmark, and Sweden co-developing innovative climate adaptation solutions centered on nature-based approaches. These solutions aim to deliver broad social and economic benefits. Then, five replicator regions (RRs) in Greece, Slovakia, Ireland, Latvia, and Ukraine will prepare for adopting the innovations developed by the DRs. Finally, GRACE will also engage observer regions (ORs) to follow and potentially replicate these solutions, fostering widespread CC adaptation across Europe’s rural areas.

Schlagwörter (englisch)

Climate change adaptation, Rural Space, Remote Areas, Nature-based solutions

Projektziele

GRACE zielt darauf ab, die spezifischen Bedürfnisse von ländlichen und kleinen und mittleren Gemeinden in abgelegenen ländlichen Gebieten Europas zu berücksichtigen, um deren Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel zu stärken und sie zu befähigen, zu Akteuren des Wandels zu werden und transformative Maßnahmen zu ergreifen.

GRACE wird ein mehrdimensionales Portfolio von innovativen multifunktionalen Lösungen zu Klimawandelanpassung entwickeln und umsetzen, welche speziell auf die Bedürfnisse von RRAs zugeschnitten sind. Diese Lösungen, die in fünf Demonstrator-Regionen (DRs) – darunter die Bucklige Welt in Österreich – gemeinsam entwickelt werden, basieren auf naturbasierten Ansätzen und sollen sowohl breite soziale als auch wirtschaftliche Vorteile bringen. Parallel dazu werden fünf Replikator-Regionen (RRs) die Übernahme dieser Innovationen vorbereiten. Das Projekt zielt darauf ab, die institutionelle Anpassungsfähigkeit zu stärken, Klimarisiken gezielt anzugehen, lokale soziale und wirtschaftliche Aktivitäten zu fördern, neue Geschäftsmöglichkeiten zu schaffen, die nachhaltige Nutzung von Naturkapital voranzutreiben und der Entvölkerung sowie Überalterung in ländlichen Gebieten entgegenzuwirken. Durch diese Initiative werden ländliche Gebiete und kleine und mittlere Gemeinden widerstandsfähiger werden und besser auf die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels vorbereitet sein.

Praxisrelevanz

Der ländliche Raum in Europa steht aktuell vor großen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen. So erwärmt sich z.B. Europa schneller als jeder andere Kontinent und die Auswirkungen des Klimawandels (steigende Durchschnittstemperaturen, Zunahme von Hitzetagen, Starkniederschläge, Veränderungen von Niederschlagsmustern) werden die Wahrscheinlichkeit und Intensität von Klimagefahren weiter erhöhen. Die Europäische Kommission hat mit mehreren politischen Instrumenten und Zielen zur Bewältigung des Klimawandels reagiert, darunter der EU Green Deal, die EU-Anpassungsstrategie oder die Horizon Europe Mission zur Klimaanpassung. Andere Leitstrategien, wie die langfristige Vision für die ländlichen Gebiete der EU, zielen ebenfalls auf die Stärkung der Resilienz gegenüber dem Klimawandel ab. Ländliche Gebiete und ihre Gemeinden sind besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels, weil sie sich über große Gebiete und Landschaften erstrecken und daher eine größere Vielfalt an Klimarisiken aufweisen, und die lokalen gefährdeten Bevölkerungsgruppen, wie z. B. ältere Menschen, überproportional betroffen sind. Darüber hinaus bieten ländliche Gebiete Raum für wichtige wirtschaftliche Aktivitäten wie Land- und Forstwirtschaft oder Tourismus, die direkt von den natürlichen Ressourcen und dem Wetter abhängen. Die Kluft zwischen Stadt und Land, die durch einen ökonomischen Rückgang in ländlichen Gebieten, die schrumpfende Bevölkerung und Überalterung gekennzeichnet ist, wird weiter verschärft durch fehlende Basisinfrastrukturen oder eine geringere Digitalisierung, da öffentliche Mittel und Ressourcen in erster Linie für bevölkerungsreiche städtische Gebiete bereitgestellt werden.

GRACE wird sich auf abgelegene ländliche Räume (Remote Rural Areas - RRAs) konzentrieren, welche 50 % aller ländlichen Gebiete in der EU ausmachen. Besonders RRAs verfügen über geringe Kapazitäten, um transformative Maßnahmen zur Stärkung ihrer Klimaresilienz umzusetzen und müssen dementsprechend die größten Anstrengungen unternehmen, um den Auswirkungen des Klimawandels wirksam zu begegnen. Im Rahmen des Projekts sollen dazu wirksame Beiträge erarbeitet und in die Praxis umgesetzt werden.