GhgDairyFarm

Allgemeine Projektinformationen

Titel (deutsch)

Treibhausgaseffiziente Bio-Milchproduktion

Titel (englisch)

Climate efficient organic dairy farming

Abstract (deutsch)

Die Diskussion über den Klimawandel und dessen Verursachung durch anthropogene Treibhausgase wird gesellschaftlich, medial und politisch seit Jahren geführt. Die Landwirtschaft und hier speziell die Milchviehhaltung werden häufig als wesentliche Verursacher genannt, obwohl gemäß Klimaschutzbericht des Umweltbundesamtes nur ca. 10 % der Treibhausgase der Landwirtschaft zugerechnet werden. Die Diskussion darüber, welcher Beitrag der grünlandbasierten Lebensmittelproduktion zukommt, und darüber, welche realistischen Reduktionspotenziale bestehen, wird relativ undifferenziert geführt. In fachlicher und in praktischer Hinsicht besteht auch bei Landwirtinnen und Landwirten häufig eine große Unklarheit darüber, welche betrieblichen Tätigkeiten, Prozesse und Änderungsoptionen klimapositiv oder klimanegativ wirken können.

Im Projekt sollen Optionen zur Treibhausgasminderung in der Milchproduktion auf Bio-Milchviehbetrieben in Österreich erarbeitet und potenzielle Emissionsminderungen festgestellt werden. Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein soll dabei mit landwirtschaftlichen Betrieben in der Übergangsregion Ostalpen-Alpenvorland zusammenarbeiten und die Datenerhebung und Modellierung der Treibhausgasemissionen begleiten. Um Klimaschutzoptionen für verschiedene betriebliche Voraussetzungen darzustellen, soll die Analyse auf Basis mehrerer statistisch definierter Musterbetriebe erfolgen, die unterschiedliche Standortvoraussetzungen und Produktionsintensitäten widerspiegeln.

Das zentrale Ergebnis soll darin bestehen, die Treibhausgasemissionen der biologischen Milchproduktion von der Wiege bis zum Hoftor und relevante Minderungsoptionen im mehrjährigen Vergleich zu einem modellierten Basisjahr (2018) zu erfassen und zu bewerten. Als weiteres Ergebnis wird erwartet, dass Aussagen zu den Möglichkeiten für Treibhausgas-Einsparungen auf Bio-Milchviehbetrieben unter alpenländischen Produktionsbedingungen getroffen werden können. Mit Blick auf die ökonomische Säule der Nachhaltigkeit sollen auch die wirtschaftlichen Auswirkungen von Treibhausgas-Minderungsoptionen berücksichtigt werden.

Abstract (englisch)

In society and politics, climate change and anthropogenic greenhouse gases are being discussed for years. Agriculture and especially dairy farming are often seen as the main polluters. According to the climate protection report of the Federal Environment Agency, only about 10% of greenhouse gases stem from agriculture. In general, the discussion about the contribution made by grassland-based food production and about the realistic potential for reduction is relatively undifferentiated. From farmers practical point of view, it is often unclear which processes and options have a positive or a negative effect on the climate.

The project aims to develop options for reducing greenhouse gases in milk production based on a sample of organic dairy farms in Austria. AREC Raumberg-Gumpenstein will work with farmers in the region between the Eastern Alps and the Alpine foothills. We will support data collection, the modelling of greenhouse gas emissions, and the interpretation of results. Various farm operations differ in their climate protection options. Accordingly, we analyze different model farms that reflect varying site conditions and production intensities.

Our goal is to evaluate the greenhouse gas emissions of organic milk production from the cradle to the farm gate and analyze reduction options in a multi-year comparison with a modelled base year (2018). As a further result, we want to derive conclusions about the chances and limitations for greenhouse gas savings on organic dairy farms under mountainous production conditions. With a view to the economic pillar of sustainability, we also consider the economic effects of mitigation options.

Schlagwörter (deutsch)

Klimaschutz,Nutztierhaltung,Milchproduktion,Treibhausgase,Ökoeffizienz,Biologische Landwirtschaft

Schlagwörter (englisch)

Climate protection,livestock husbandry,milk production,greenhouse gases,eco-efficiency,organic farming

Projektleitung

Christian Fritz

Forschungseinrichtung

Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Projektnummer

101729

Projektlaufzeit

-

Projektziele

Im Projekt sollen praktische Optionen zur Treibhausgasminderung in der Milchproduktion auf Bio-Milchviehbetrieben in Österreich erarbeitet und potenzielle Emissionsminderungen festgestellt werden. Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein soll dabei mit landwirtschaftlichen Betrieben in der Übergangsregion Ostalpen-Alpenvorland zusammenarbeiten und die Datenerhebung und Modellierung der Treibhausgasemissionen begleiten. Parallel dazu soll das Projekt zu einem besseren Verständnis über die Aufteilung von Treibhausgasemissionen und -minderungsmaßnahmen entlang der Wertschöpfungskette für Milchprodukte beitragen. Ein Ziel ist daher auch der Wissenstransfer von der Landwirtschaft an Stakeholder in anderen Sektoren betreffend Chancen und Limitationen im Klimaschutz, die bei der landwirtschaftlichen Produktion von Lebensmitteln bestehen.


Das fachliche Ziel im engeren Sinne besteht darin, die Treibhausgasemissionen der Milchproduktion von der Wiege bis zum Hoftor und relevante Minderungsoptionen im mehrjährigen Vergleich zu einem modellierten Basisjahr (2018) zu erfassen. Um Klimaschutzoptionen für verschiedene betriebliche Voraussetzungen darzustellen, soll die Analyse auf Basis mehrerer statistisch definierter Betriebstypen erfolgen, die unterschiedliche Standortvoraussetzungen und Produktionsintensitäten widerspiegeln. Mit Blick auf die ökonomische Säule der Nachhaltigkeit sollen auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Treibhausgas-Minderungsoptionen auf unterschiedlichen Betriebstypen betrachtet werden. Potenzielle Verbesserungsmöglichkeiten sollen fachlich in Bezug auf verschiedene Bereiche des Betriebsmanagements (z.B. Bestandsführung, Tierfütterung usw.) geprüft werden.

Praxisrelevanz

Die Diskussion über den Klimawandel und dessen Verursachung durch anthropogene Treibhausgase wird gesellschaftlich, medial und politisch seit Jahren geführt. Die Landwirtschaft und speziell die Milchwirtschaft werden häufig als wesentliche Verursacher genannt, obwohl nur maximal 10 % des Treibhausgasaufkommens der Landwirtschaft zugerechnet werden können. Bis dato wird die Diskussion darüber, welche Anteile der grünlandbasierten Lebensmittelproduktion und den einzelnen Treibhausgasen (CO2, CH4 und N2O) zukommen, wie auch die Diskussion darüber, welche realistischen Reduktionspotenziale bestehen, relativ undifferenziert geführt. Auf Basis der Zusammenarbeit mit biologischen Milchviehbetrieben und mehreren Verarbeitungsbetrieben soll das Projekt einen Beitrag dazu leisten, fachlich fundierte Aussagen zur Treibhausgaseffizienz einer grünlandbasierten Produktionsweise zu liefern. Parallel dazu soll das Projekt auch zu einem besseren Verständnis für Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette für Milchprodukte beitragen. Ein Ziel ist daher auch der Wissenstransfer von der Landwirtschaft an Stakeholder in anderen Sektoren betreffend Chancen und Limitationen im Klimaschutz bei der landwirtschaftlichen Produktion von Lebensmitteln.