GeBeMA+ (UFG): UFG_Entwicklung einer Gesamtmethode zur Bestimmung von Mikroplastik in Abwässern – Ergänzungsprojekt (GeBeMA+)
Forschungseinrichtung
Technische Universität Wien
Projektnummer
102344Projektlaufzeit
-
Finanzierungspartner
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Allgemeine Projektinformationen
Abstract (deutsch)
Beim gegenständlichen Projekt GeBeMA+ handelt es sich im Wesentlichen um ein Ergänzungsprojekt zum Projekt „Entwicklung einer Gesamtmethode zur Bestimmung von Mikroplastik in Abwässern (GeBeMA)“, das vom BMLUK gefördert wurde und von Jänner 2023 bis August 2025 lief. GeBeMA hatte zum Ziel, eine Gesamtmethode zur Bestimmung von Mikroplastik (MP) in Abwässern von Kläranlagen zu entwickeln. Unter einer Gesamtmethode wird eine durchgehende Methodik verstanden, die von der Gewinnung repräsentativer Feststoffproben aus dem Abwasser über die Probenaufbereitung bis zur Analytik entwickelt und validiert werden sollte. Die Gesamtmethode sollte praktikabel, kostengünstig und dazu geeignet sein, MP routinemäßig in Abwässern auf Kläranlagen bestimmen zu können. Unterziele des Projektes waren der Vergleich zweier MP-Analysemethoden (EA-OEM, TED-GC-MS), die Anwendung der Gesamtmethode im Zu- und Ablauf einer Kläranlage eines Mischwassersystems sowie Messungen über längere Zeiträume, um die zeitliche Varianz von Mikroplastik im Abwasser auf Kläranlagen zu untersuchen.
In GeBeMA ergaben sich einzelne Frage- bzw. Problemstellungen, für die noch keine befriedigenden Antworten bzw. Lösungen erarbeitet werden konnten. Diese werden in GeBeMA+ in mehreren Arbeitspaketen gezielt weiterbearbeitet.
Schlagwörter (deutsch)
Abwasserreinigung, Mikroplastik, Kläranlagen, Abwasser
Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)
Titel (englisch)
UFG_Development of a comprehensive method for determining microplastics in wastewater – supplementary project (GeBeMA+)
Abstract (englisch)
The GeBeMA+ project is essentially a supplementary project to the project “Development of a comprehensive method for determining microplastics in wastewater (GeBeMA)”, which was funded by the BMLUK and ran from January 2023 to August 2025. GeBeMA aimed to develop a comprehensive method for determining microplastics (MP) in wastewater from sewage treatment plants. A comprehensive method means that a continuous method was to be developed and validated, from the extraction of representative solid samples from the wastewater to sample preparation and analysis. The comprehensive method was to be practical, cost-effective, and suitable for the routine determination of MP in wastewater at sewage treatment plants. The sub-goals of the project were to compare two MP analysis methods (EA-OEM, TED-GC/MS), to apply the comprehensive method to the inflow and outflow of a wastewater treatment plant in a combined sewer system, and to carry out measurements over longer periods of time in order to investigate the temporal variance of MP in wastewater at wastewater treatment plants.
In GeBeMA, individual questions and problems arose for which no satisfactory answers or solutions could yet be found. These will be further addressed in GeBeMA+ in several working packages.
Schlagwörter (englisch)
microplastics, waste water treatment plant, wastewater, sewage treatment, sewage treatment plants, wastewater treatment
Projektziele
Die Untersuchungen von Mikroplastik-Gehalten in Kläranlagenabläufen werden in diesem Ergänzungsprojekt gezielt ausgeweitet. Durch mehrtägige Messkampagnen an insgesamt vier kommunalen Kläranlagen in Österreich sowie durch methodische Untersuchungen zur Probenaufbereitung und Analytik sollen die bisher gewonnenen Erkenntnisse auf eine breitere Datenbasis gestellt werden.
Weiters werden gezielt MP-Fraktionen < 10 µm in den 4 ausgewählten Kläranlagenabläufen untersucht, um auch den feinpartikulären Anteil der MP-Partikel systematisch erfassen, charakterisieren und dessen Beitrag zur Gesamtfracht besser bewerten zu können.
Aufbauend auf den Ergebnissen von GeBeMA, wonach Reifenabrieb einen wesentlichen Beitrag zur MP-Fracht leistet, werden in GeBeMA+ zwei zusätzliche Fragestellungen adressiert: Zum einen werden gezielte Beprobungen von Mischwasserentlastungsereignissen an relevanten Einleitungspunkten in die Oberflächengewässer untersucht sowie auch die MP-Rückhalteleistung von Mischwasserüberlaufbecken abgeschätzt werden, um deren Relevanz als potenzielle Eintragspfade in die Gewässer beurteilen zu können. Zum anderen werden bei Regenwetterbedingungen die MP-Gehalte in Niederschlagswasser- und Straßenabwasserkanälen untersucht werden, um auch den Einfluss verkehrsbedingter Quellen und unterschiedlicher Einleitungsarten auf die MP-Belastung von Gewässern näher abschätzen und charakterisieren zu können.
Praxisrelevanz
Kläranlagen spielen eine zentrale Rolle als punktuelle Eintragspfade für die stofflichen Belastungen in Fließ- und Grundgewässer. Mit der Richtlinie (EU) 2024/3019 sind die Mitgliedstaaten erstmals verpflichtet, auch Mikroplastik in den Zu- und Abläufen kommunaler Abwasserbehandlungsanlagen und auch in anderen punktuellen Eintragspfaden in unsere Gewässer zu untersuchen. Derzeit fehlen hierfür jedoch harmonisierte Bestimmungsmethoden sowie eine belastbare Datengrundlage aus systematischen Untersuchungen. Gleichzeitig wird im österreichischen Aktionsplan Mikroplastik 2022–2025 die Entwicklung vergleichbarer Messmethoden und der Aufbau einer soliden Datenbasis im Bereich Abwasser ausdrücklich als prioritäres Ziel genannt. Die Projektergebnisse aus dem gegenständlichen Ergänzungsprojekt sollen einen praktischen Beitrag zur gezielteren Umsetzung regulatorischer Maßnahmen leisten.
Neben Kläranlagenabläufen sind auch weitere Eintragspfade aus der Siedlungsentwässerung, wie Mischwasserentlastungen sowie Einleitungen aus Trennkanalisationen und Straßenabwässern, für die Mikroplastik-Belastung von Gewässern relevant. Gleichzeitig zeigen nationale und internationale Studien, dass für diese Eintragspfade bislang nur begrenzte und methodisch schwer vergleichbare Daten vorliegen. Im Ergänzungsprojekt wird die Datenlage zu MP-Einträgen in die Gewässer durch die gezielte Auswahl von Probenahmestellen an relevanten Einleitungsstellen erweitert.