FlowerPower RG: Evaluierung und Optimierung von Blühstreifen zur Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft

Projektleitung

Wilhelm Graiss

Forschungseinrichtung

Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein

Projektnummer

102285

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft

Allgemeine Projektinformationen

Abstract (deutsch)

Der Rückgang der Insektenvielfalt stellt eine schleichende, aber gravierende Bedrohung für die Funktionsfähigkeit von Agrarökosystemen dar. Besonders betroffen sind dabei Bestäuber, die für den Ertrag und die Qualität zahlreicher Nutzpflanzen unverzichtbar sind, sowie räuberische Insekten, die Schädlinge fressen und damit einen natürlichen Ersatz für Insektizide bieten. Eine der am häufigsten eingesetzten Maßnahmen zur Förderung von Insekten im Agrarlandschaft ist die Anlage von Blühstreifen. Diese zeichnen sich in der Regel durch ein reiches Angebot an Blütenressourcen aus. Dennoch fehlt bislang ein standardisiertes Instrument, mit dem die Wirksamkeit solcher Maßnahmen verlässlich beurteilt werden kann – insbesondere im Hinblick auf ihre positiven Effekte auf die Biodiversität der Insekten. Um diese Lücke zu schließen, ist ein praxisnahes Werkzeug erforderlich, das nicht nur im Rahmen wissenschaftlich begleiteter Monitoringprogramme, sondern auch von Landwirtinnen und Landwirten selbst genutzt werden kann.

Im Rahmen des in fünf Bundesländern durchgeführten Projekts werden Landwirt:innen als Citizen Scientists eingebunden und ein Instrument zur Erfassung der Insektenvielfalt hinsichtlich seiner Leistungsfähigkeit und Anwenderfreundlichkeit erprobt. Dieses basiert auf einem Umwelt-DNA-(eDNA)-Ansatz. Die Implementierung des Biomonitorings auf landwirtschaftlichen Betrieben erfolgt unter Begleitung eines Forschungsteams der Universität Innsbruck, das über Expertise im Bereich molekularer Analysemethoden verfügt. 

Ein zweites zentrales Ziel des Projekts besteht in der Entwicklung optimierter Blühmischungen, die gezielt funktionelle Insektengruppen fördern und zugleich die Anforderungen an eine praxisgerechte Umsetzung erfüllen. Dieses Vorhaben wird im Rahmen mehrerer Workshops mit relevanten Stakeholdern verfolgt. Die Umsetzung erfolgt über die HBLFA Raumberg-Gumpenstein, die langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Optimierung von regionalen, zertifizierten Blühmischungen in Österreich aufweist.

Durch die direkte Beteiligung der Landwirt:innen am Biodiversitätsmonitoring sollen sowohl das Bewusstsein für die Flächen und der vorkommenden Nützlinge gestärkt als auch die Zusammenhänge zwischen ökologischen und ökonomischen Interessen verdeutlicht werden. Damit soll die Bereitschaft zur Anlage und Pflege biodiversitätsfördernder Strukturen gefördert werden.

Schlagwörter (deutsch)

Bestäuber, Blühflächen, Umweltbildung, Biodiversität

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

Evaluation and optimisation of flower strips to promote biodiversity in the agricultural landscape

Abstract (englisch)

The decline in insect diversity poses a creeping but serious threat to the functioning of agricultural ecosystems. Particularly affected are pollinators, which are indispensable for the yield and quality of numerous crops, and predatory insects, which eat pests and thus offer a natural substitute for insecticides. One of the most commonly used measures to promote insects in agricultural landscapes is the creation of flower strips. These are usually characterised by a rich supply of flowering resources. However, there is still no standardised instrument with which the effectiveness of such measures can be reliably assessed – especially with regard to their positive effects on insect biodiversity. To close this gap, a practical tool is needed that can be used not only in scientifically supported monitoring programmes, but also by farmers themselves.

As part of the project, which is being carried out in five federal states, farmers are involved as citizen scientists and a tool for recording insect diversity is being tested in terms of its performance and user-friendliness. This is based on an environmental DNA (eDNA) approach. The implementation of biomonitoring on farms is being carried out with the support of a research team from the University of Innsbruck, which has expertise in the field of molecular analysis methods. 
A second central objective of the project is to develop optimised flower mixtures that specifically promote functional insect groups while also meeting the requirements for practical implementation. This project is being pursued in a series of workshops with relevant stakeholders. Implementation is being carried out by HBLFA Raumberg-Gumpenstein, which has many years of experience in the development and optimisation of regional, certified flower mixtures in Austria. The direct involvement of farmers in biodiversity monitoring is intended to raise awareness of the areas and beneficial organisms present, as well as to highlight the links between ecological and economic interests. The aim is to encourage willingness to establish and maintain structures that promote biodiversity.

Schlagwörter (englisch)

Biodiversity, Pollinators, Flowering areas, Environmental education

Projektziele

Das Projekt hat hat drei wesentliche Zielsetzungen:

1. Messung der funktionellen Biodiversität von Pflanzen und Insekten in etablierten Blühstreifen mittels eDNA

durch Landwirt:innen als Grundlage für optimiertes Blühstreifen-Management.

2. Evaluierung von biodiversen Blühstreifen und Entwicklung optimierter Saatmischungen, welche eine möglichst

große Insektendiversität fördern und Ökosystemdienstleistungen für die Landwirtschaft sicherstellen.

3. Bewusstmachung der Bedeutung von Blühstreifen zur Förderung der Insektenbiodiversität für eine

standortangepasste und resiliente Landwirtschaft und Vernetzung von Akteur:innen innerhalb und außerhalb

der Landwirtschaft.

Praxisrelevanz

Durch die unmittelbare Einbindung von Landwirt:innen und wesentlichen Stakeholdern aus den Bereichen Landwirtschaft,

Wissenschaft, Naturschutz, Imkerei, Bildung und Behörden soll die Sichtbarmachung als auch das Bewusstsein um die

Wertigkeit von Blühstreifen als biodiversitätsfördernde Maßnahme verankert und die österreichische Landwirtschaft resilienter

gegenüber Klimawandeleffekten gemacht werden.