Erstabkalbealter: Einfluss des Erstabkalbealters auf Milchleistung und Nutzungsdauer von Milchkühen
Projektleitung
Leonhard Gruber
Forschungseinrichtung
LFZ Raumberg-Gumpenstein
Projektnummer
100590Projektlaufzeit
-
Finanzierungspartner
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft| Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus| Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus
Allgemeine Projektinformationen
Abstract (deutsch)
Schlagwörter (deutsch)
Erstabkalbealter – Aufzuchtintensität – Wachstumsverlauf – Milchleistung – Nutzungsdauer – Tiergesundheit – Wirtschaftlichkeit
Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)
Titel (englisch)
Influence of age of first calving on milk yield and productive life of dairy cows
Abstract (englisch)
Two rearing intensities are tested (770 and 640 g/d), leading to an age of first calving of 24 and 27 months, respectively. The mean age at first calving in Austria is 29.5 months leading to very high rearing costs which are of great economic importance for the dairy farms. The rearing intensities are governed by different concentrate supply in the life phase of 4 months up to breeding, i.e. 15 or 18 months, aiming an equal live weight of 400 kg. The mean concentrate level in the rearing period is 1.25 kg/d (2.0 - 0.5 kg/d) and 0.30 kg/d (1.0 - 0.0 kg/d). Additionally early weaning (milk for 8 weeks) and conventional weaning (milk for 12 weeks) are compared.
Live weight and body condition score is measured every month. The main objective is the influence of age of first calving on milk yield, both per lactation and the total productive life of dairy cows. Because of possible interactions between intensity of rearing and lactation two concentrate levels in lactation are applied, namely 0.3 and 0.5 kg concentrate per kg milk above milk from forage. Therefore milk yield and composition is determined every month for 3 lactations and for the whole lifetime of the cows. Parameters of health, fertility and metabolism are of special interest. Results will be evaluated economically.
Projektziele
Das Ø Erstabkalbealter in Österreich beträgt 29,5 Monate (=2,46 Jahre) und das Ø Alter der Kühe ist 5,1 Jahre. Daraus errechnet sich eine Ø Laktationszahl von 2,64. Jährlich werden 33 % der Kühe ergänzt und der Anteil der Erstlingskühe beträgt 28 % (Bundesauswertung Arbeitskreise Milchproduktion 2008). Alle diese Kennzahlen besagen, dass die Bestandesergänzung von enormer wirtschaftlicher Bedeutung ist, da die Aufzuchtdauer der Rinder etwa gleich der Nutzungsdauer der Kühe ist!
Der Versuch hat die Frage der optimalen Aufzuchtintensität (d.h. Erstabkalbealter) zum Inhalt. Aus ökonomischer Sicht macht also die Rinderaufzucht im Rahmen der Milcherzeugung einen wesentlichen Kostenfaktor aus. Diesen rein ökonomischen Aspekten stehen allerdings biologisch verankerte Gesetzmäßigkeiten gegenüber, die einer zu extremen Vorverlegung des Erstabkalbealters entgegenstehen. Es ist vorauszuschicken, dass für den Zeitpunkt der Erstbesamung nicht sosehr das Alter entscheidet, sondern die physiologische Reife (d.h. die Lebendmasse). Ein niedriges Erstabkalbealter kann also nur mit hohen Wachstumsraten (=Tageszunahmen) erreicht werden, die eine hohe Fütterungsintensität voraussetzen.
Im vorliegenden Versuch wird der Einfluss einer intensiveren Aufzucht von 24 Monaten gegenüber einer Aufzucht von 27 Monaten auf die Gewichtsentwicklung der Kalbinnen sowie deren späteren Milchleistung und Nutzungsdauer bei den wichtigsten in Österreich vertretenen Rassen untersucht. Besonderes Augenmerk wird auch auf Körperentwicklung, Tiergesundheit und Fruchtbarkeit sowie Wirtschaftlichkeit gelegt.
Mit dem vorliegenden Projekt soll also die optimale Aufzuchtintensität für Kälber und Kalbinnen für die in Österreich gehaltenen Rinderrassen ermittelt werden. Dies bedeutet, dass einerseits gegenüber bisherigen Gepflogenheiten ein niedrigeres Erstabkalbealter angestrebt wird, um die sehr hohen Aufzuchtkosten zu reduzieren und damit die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung zu verbessern. Andererseits sollen die Nachteile einer zu intensiven Aufzucht vermieden werden und auf diesem Weg die Milchleistungskapazität der Kühe in den Betrieben voll ausgeschöpft werden. Dabei kommt es vor allem darauf auf, die Intensität in der kritischen Phase der Euterentwicklung nicht zu übertreiben (Nachteile auf spätere Milchleistung!) und in den übrigen Phasen eine höhere Tierentwicklung zu erreichen, was zu einer früheren Abkalbung und daher zu niedrigeren Kosten führt. Damit soll die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung auf den landwirtschaftlichen Betrieben direkt verbessert werden.