Erstabkalbealter: Einfluss des Erstabkalbealters auf Milchleistung und Nutzungsdauer von Milchkühen

Projektleitung

Leonhard Gruber

Forschungseinrichtung

LFZ Raumberg-Gumpenstein

Projektnummer

100590

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft| Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus| Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Allgemeine Projektinformationen

Abstract (deutsch)

Mit dem vorliegenden Projekt soll also die optimale Aufzuchtintensität für Kälber und Kalbinnen für die in Österreich gehaltenen Rinderrassen ermittelt werden. Dies bedeutet, dass einerseits gegenüber bisherigen Gepflogenheiten ein niedrigeres Erstabkalbealter angestrebt wird, um die sehr hohen Aufzuchtkosten zu reduzieren und damit die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung zu verbessern. Andererseits sollen die Nachteile einer zu intensiven Aufzucht vermieden werden und auf diesem Weg die Milchleistungskapazität der Kühe in den Betrieben voll ausgeschöpft werden. Dabei kommt es vor allem darauf auf, die Intensität in der kritischen Phase der Euterentwicklung nicht zu übertreiben (Nachteile auf spätere Milchleistung!) und in den übrigen Phasen eine höhere Tierentwicklung zu erreichen, was zu einer früheren Abkalbung und daher zu niedrigeren Kosten führt. Damit soll die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung auf den landwirtschaftlichen Betrieben direkt verbessert werden.

Schlagwörter (deutsch)

Erstabkalbealter – Aufzuchtintensität – Wachstumsverlauf – Milchleistung – Nutzungsdauer – Tiergesundheit – Wirtschaftlichkeit

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

Influence of age of first calving on milk yield and productive life of dairy cows

Abstract (englisch)

The objective of the present research project is to determine the optimal rearing intensity of calves and heifers of the main breeds kept in Austria. The experiment is carried out at about 20 Agricultural schools all around Austria, using 500 dairy cows of the Simmental, Brown Swiss, HF and Pinzgauer breed, kept on the educational farms of the schools.
Two rearing intensities are tested (770 and 640 g/d), leading to an age of first calving of 24 and 27 months, respectively. The mean age at first calving in Austria is 29.5 months leading to very high rearing costs which are of great economic importance for the dairy farms. The rearing intensities are governed by different concentrate supply in the life phase of 4 months up to breeding, i.e. 15 or 18 months, aiming an equal live weight of 400 kg. The mean concentrate level in the rearing period is 1.25 kg/d (2.0 - 0.5 kg/d) and 0.30 kg/d (1.0 - 0.0 kg/d). Additionally early weaning (milk for 8 weeks) and conventional weaning (milk for 12 weeks) are compared.
Live weight and body condition score is measured every month. The main objective is the influence of age of first calving on milk yield, both per lactation and the total productive life of dairy cows. Because of possible interactions between intensity of rearing and lactation two concentrate levels in lactation are applied, namely 0.3 and 0.5 kg concentrate per kg milk above milk from forage. Therefore milk yield and composition is determined every month for 3 lactations and for the whole lifetime of the cows. Parameters of health, fertility and metabolism are of special interest. Results will be evaluated economically.

Projektziele

Der Aufwand für die Aufzucht der Kälber bzw. Kalbinnen stellt neben dem Futter den zweitgrößten Kostenfaktor der Milchproduktion dar (Bundesauswertung Arbeitskreise Milchproduktion 2008, Deckungsbeiträge und Daten für die Betriebsplanung 2008). Die Ø Kosten für die Bestandesergänzung werden mit € 494,- angegeben. Damit belasten diese Kosten je nach Milchleistungsniveau jeden Liter Milch mit ca. 7 Cent, d.h. mit mehr als 20 % des Rohertrages und 30 % der Gesamtkosten.
Das Ø Erstabkalbealter in Österreich beträgt 29,5 Monate (=2,46 Jahre) und das Ø Alter der Kühe ist 5,1 Jahre. Daraus errechnet sich eine Ø Laktationszahl von 2,64. Jährlich werden 33 % der Kühe ergänzt und der Anteil der Erstlingskühe beträgt 28 % (Bundesauswertung Arbeitskreise Milchproduktion 2008). Alle diese Kennzahlen besagen, dass die Bestandesergänzung von enormer wirtschaftlicher Bedeutung ist, da die Aufzuchtdauer der Rinder etwa gleich der Nutzungsdauer der Kühe ist!
Der Versuch hat die Frage der optimalen Aufzuchtintensität (d.h. Erstabkalbealter) zum Inhalt. Aus ökonomischer Sicht macht also die Rinderaufzucht im Rahmen der Milcherzeugung einen wesentlichen Kostenfaktor aus. Diesen rein ökonomischen Aspekten stehen allerdings biologisch verankerte Gesetzmäßigkeiten gegenüber, die einer zu extremen Vorverlegung des Erstabkalbealters entgegenstehen. Es ist vorauszuschicken, dass für den Zeitpunkt der Erstbesamung nicht sosehr das Alter entscheidet, sondern die physiologische Reife (d.h. die Lebendmasse). Ein niedriges Erstabkalbealter kann also nur mit hohen Wachstumsraten (=Tageszunahmen) erreicht werden, die eine hohe Fütterungsintensität voraussetzen.
Im vorliegenden Versuch wird der Einfluss einer intensiveren Aufzucht von 24 Monaten gegenüber einer Aufzucht von 27 Monaten auf die Gewichtsentwicklung der Kalbinnen sowie deren späteren Milchleistung und Nutzungsdauer bei den wichtigsten in Österreich vertretenen Rassen untersucht. Besonderes Augenmerk wird auch auf Körperentwicklung, Tiergesundheit und Fruchtbarkeit sowie Wirtschaftlichkeit gelegt.
Mit dem vorliegenden Projekt soll also die optimale Aufzuchtintensität für Kälber und Kalbinnen für die in Österreich gehaltenen Rinderrassen ermittelt werden. Dies bedeutet, dass einerseits gegenüber bisherigen Gepflogenheiten ein niedrigeres Erstabkalbealter angestrebt wird, um die sehr hohen Aufzuchtkosten zu reduzieren und damit die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung zu verbessern. Andererseits sollen die Nachteile einer zu intensiven Aufzucht vermieden werden und auf diesem Weg die Milchleistungskapazität der Kühe in den Betrieben voll ausgeschöpft werden. Dabei kommt es vor allem darauf auf, die Intensität in der kritischen Phase der Euterentwicklung nicht zu übertreiben (Nachteile auf spätere Milchleistung!) und in den übrigen Phasen eine höhere Tierentwicklung zu erreichen, was zu einer früheren Abkalbung und daher zu niedrigeren Kosten führt. Damit soll die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung auf den landwirtschaftlichen Betrieben direkt verbessert werden.

Praxisrelevanz

Siehe \"Ziele des Projekts (ausführlich)\": Die Rinderaufzucht im Rahmen der Milcherzeugung macht aus ökonomischer Sicht den zweitgrößten Kostenfaktor aus!

Publikationen

Alle Publikationen wurden vom Projektverantwortlichen eingetragen und liegen in dessen Verantwortung.

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