Detailaufnahme eines befüllten Behälters mit teilweise geschlossener Schwimmdecke

© HBLFA Raumberg-Gumpenstein / Roland Gutwenger

EmiSlAdd: Güllezusätze und deren Emissionsminderungspotential

Projektleitung

Alfred Pöllinger-Zierler

Forschungseinrichtung

HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Projektnummer

101444

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus| Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Allgemeine Projektinformationen

Schlagwörter (deutsch)

Klimaschutz, Güllezusätze, Emissionen, Ammoniak, Geruch Slurry additives, emmisions, ammonia, olfactics

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

Slurry additives and their emission reduction potential

Abstract (englisch)

- Evaluation of the emission reduction potential of various slurry additives
- Evaluation of the smelling reduction potential of various slurry additives
- Preparation of a list of manure additives which have emission or other reducing properties
• Measuring with 4 slurry tanks
• Each of them have an agitator and a separate ventilation
• pH, redox, conductivity, ammonia and smelling is being measured

Projektziele

Die Ziele des Forschungsprojektes sind wie folgt definiert:
• Mit dem praxisnahen Ansatz des Forschungsprojektes sollen sich bei den Ergebnissen praktikable Lösungen zur Emissionsminderung ableiten lassen. Die Lösungsvorschläge sollen in Arbeitsgruppen diskutiert werden.
• Reduktionspotenzial von (klima- und) ökosystemrelevanten Emissionen der unterschiedlichen Güllezusatzmittel genauer abschätzen können
• Die tatsächliche Emissionsminderungswirkung der verschiedenen Güllezusatzmittel genauer beurteilen können
• Die Forschungsergebnisse über geeignete Beratungspublikationen zu veröffentlichen und an die Landwirte herantragen
• Ammoniakemissionen ohne und mit verschiedenen Güllezusatzmitteln beurteilen können und deren Wirkung darstellen
• Das Emissionsreduktionspotenzial für Österreich abschätzen
• Praktische Empfehlungen, wie Güllezusatzmitteln auf den landwirtschaftlichen Betrieben angewendet werden können

Praxisrelevanz

Gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Bedeutung:
- Wirkung und Potenzial zur Geruchsreduktion der flüssigen Wirtschaftsdünger wird berechenbar
- Strafzahlungen an die EU können verhindert werden (Maßnahmenbündel)
- Beitrag zur Reduktion der durch Feinstaub begründeten Todesfälle
- Grundlage für Herstellerfirmen für künftige Entwicklungen
Betriebswirtschaftliche Bedeutung
- Investitionen in der Landwirtschaft stehen klaren Ergebnissen gegenüber
- 1 Mio. €/a Einsparungspotenzial in diesem Bereich durch N- Effizienzsteigerung möglich.
Umweltpolitische Bedeutung
- Verringerung der Ammoniakemissionen (auch anderer Emissionen möglich)
- Verringerung der Feinstaubbelastung
- Verringerung der Eutrophierung und Versauerung

Berichte

Abschlussbericht

Kurzfassung

Das Projekt EmiSladd untersuchte das Emissionsminderungspotential ausgewählter Güllezusätze während der Lagerung unter praxisnahen Bedingungen. In einer eigens entwickelten und validierten Versuchsanlage an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wurden gasförmige Emissionen aus Rinder- und Schweinegülle kontinuierlich erfasst. Im Mittelpunkt standen Ammoniak, Methan, Lachgas, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff. Ergänzend wurden olfaktometrische Messungen sowie die Ausbildung von Schwimmdecken beurteilt. Beim Additiv Mooseck Sohle 6-7 führte die Zugabe von Calciumsulfat über einen dreiwöchigen Lagerzeitraum zu einer signifikanten Verringerung der Ammoniakemissionen um etwa ein Fünftel. Parallel dazu wurde ein geringfügig niedrigerer pH-Wert der behandelten Gülle gemessen. Für Methan, Lachgas und Kohlendioxid ergaben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen behandelter und unbehandelter Gülle. Auch die Schwefelwasserstoffemissionen blieben unverändert, wobei aufgrund der Sulfatform des Schwefels kein erhöhtes Gefährdungspotential festgestellt wurde. Olfaktometrisch konnten keine Unterschiede nachgewiesen werden; die Schwimmdecke war bei der behandelten Variante etwas schwächer ausgeprägt. Die Untersuchung des Additivs Eminex über eine dreimonatige Lagerdauer zeigte eine ausgeprägte Reduktion der klimarelevanten Emissionen. Die Methanfreisetzung wurde hochsignifikant um nahezu 90 % vermindert. Zusätzlich gingen die Emissionen von Kohlendioxid und Lachgas zurück, was in einer deutlichen Reduktion der Treibhausgasäquivalente resultierte. Gleichzeitig wurde jedoch eine leichte Zunahme der Ammoniakemissionen beobachtet. Die olfaktometrischen Ergebnisse zeigten keine konsistenten Unterschiede, während die Bildung einer stabilen Schwimmdecke weitgehend verhindert wurde. Im Projekt Ammosafe wurden technisch behandelte Güllen untersucht. Gestrippte Varianten zeigten deutlich höhere Ammoniakemissionen als Rohgülle, was mit erhöhten pH-Werten in Zusammenhang stand. Aufgrund fehlender Wiederholungen sind diese Ergebnisse als explorativ zu bewerten.

Berichtsdateien

EmiSlAdd: Güllezusätze und deren Emissionsminderungspotential

Abstract (deutsch)

Das Projekt EmiSladd untersucht das Emissionsminderungspotential ausgewählter Güllezusätze während der Lagerung unter praxisnahen Bedingungen. In einer eigens entwickelten und validierten Versuchsanlage an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wurden gasförmige Emissionen aus Rinder- und Schweinegülle kontinuierlich erfasst. Im Mittelpunkt standen Ammoniak, Methan, Lachgas, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff. Ergänzend wurden olfaktometrische Messungen sowie die Ausbildung von Schwimmdecken beurteilt.

Beim Additiv Mooseck Sohle 6-7 führte die Zugabe von Calciumsulfat über einen dreiwöchigen Lagerzeitraum zu einer signifikanten Verringerung der Ammoniakemissionen um etwa ein Fünftel. Parallel dazu wurde ein geringfügig niedrigerer pH-Wert der behandelten Gülle gemessen. Für Methan, Lachgas und Kohlendioxid ergaben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen behandelter und unbehandelter Gülle. Auch die Schwefelwasserstoffemissionen blieben unverändert, wobei aufgrund der Sulfatform des Schwefels kein erhöhtes Gefährdungspotential festgestellt wurde. Olfaktometrisch konnten keine Unterschiede nachgewiesen werden; die Schwimmdecke war bei der behandelten Variante etwas schwächer ausgeprägt.

Die Untersuchung des Additivs Eminex über eine dreimonatige Lagerdauer zeigte eine ausgeprägte Reduktion der klimarelevanten Emissionen. Die Methanfreisetzung wurde hochsignifikant um nahezu 90 % vermindert. Zusätzlich gingen die Emissionen von Kohlendioxid und Lachgas zurück, was in einer deutlichen Reduktion der Treibhausgasäquivalente resultierte. Gleichzeitig wurde jedoch eine leichte Zunahme der Ammoniakemissionen beobachtet. Die olfaktometrischen Ergebnisse zeigten keine konsistenten Unterschiede, während die Bildung einer stabilen Schwimmdecke weitgehend verhindert wurde.

Im Projekt Ammosafe wurden technisch behandelte Güllen untersucht. Gestrippte Varianten zeigten deutlich höhere Ammoniakemissionen als Rohgülle, was mit erhöhten pH-Werten in Zusammenhang stand. Aufgrund fehlender Wiederholungen sind diese Ergebnisse als explorativ zu bewerten.

Abstract (englisch)

The report evaluates the emission reduction potential of selected slurry additives during storage under practice-oriented conditions. A validated experimental facility was used to continuously measure gaseous emissions, focusing on ammonia, methane, nitrous oxide, carbon dioxide, and hydrogen sulfide, complemented by olfactometric analyses and observations of surface crust formation.

Application of Mooseck Sohle 6-7 resulted in a statistically significant reduction of ammonia emissions by approximately 20 % over three weeks of storage, associated with a slightly lower slurry pH. No significant effects were observed for methane, nitrous oxide, or carbon dioxide. Hydrogen sulfide emissions remained unchanged, and no increased risk was identified. Odour measurements showed no differences, while surface crust formation was slightly reduced.

Eminex showed pronounced effects over a three-month storage period, with methane emissions reduced by nearly 90 %. Carbon dioxide and nitrous oxide emissions were also reduced, leading to a substantial decrease in CO₂ equivalents. Ammonia emissions increased slightly. Odour measurements did not reveal clear differences, and surface crust formation was largely prevented.

In the Ammosafe project, stripped slurries exhibited higher ammonia emissions than raw slurry due to elevated pH values. These results are exploratory because of limited replication.

Autor/innen

Pöllinger-Zierler A., Gutwenger R. und Zentner A.