Drosophila & Topologie: Ein Vergleich der Drosophilidae-Fauna (Taufliegen) von Weingärten in Hanglage mit jenen der angrenzenden pannonischen Ebene unter besonderer Berücksichtigung der Weinbeeren- und Lesegutschädlinge
Projektleitung
Wolfgang Tiefenbrunner
Forschungseinrichtung
Bundesamt für Weinbau
Projektnummer
102125Projektlaufzeit
-
Finanzierungspartner
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft
Allgemeine Projektinformationen
Abstract (deutsch)
Die Drosophilidae-Fauna der Weingärten und Waldränder bzw. Hecken an den Hängen des Leithagebirges und der pannonischen Ebene im Umland von Eisenstadt soll unter besonderer Berücksichtigung der die Beeren und das Lesegut schädigenden Arten (Drososphila suzukii, D. melanogaster, D. simulans) erhoben werden. Unterschiede im Artenspektrum und der Häufigkeit einzelner Spezies zwischen Reblaubwand und Waldrand einerseits und Hang und Ebene andererseits sollen mit statistischen Verfahren sichtbar gemacht werden, um Rückschlüsse über den lageabhängigen Schädlingsdruck und die Art der zu erwartenden Schädigung treffen zu können. Teilweise können Daten verwendet werden, deren Auswertung durch die Pandemie 2020 verzögert wurde.
Schlagwörter (deutsch)
Drosophilidae, Rebschädlinge, Lesegutschädlinge, Reblaubwand, Biotop, Drosophila melanogaster, Drosophila simulans, Drosophila suzukii
Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)
Titel (englisch)
A comparison of the Drosophilidae fauna of the Leithagebirge slopes with that of the neighbouring Pannonian plain with special consideration of the vineyards and forest edges
Abstract (englisch)
The Drosophilidae fauna of vineyards and forest edges or hedges on the slopes of the Leithagebirge and the Pannonian Plain in the area of Eisenstadt will be surveyed with special emphasis on berry and grape pests (Drososphila suzukii, D. melanogaster, D. simulans). Differences in the species spectrum and the frequency of individual species between the vineyard and the edge of the forest on the one hand, and the slope and the plain on the other hand, will be visualised using statistical methods in order to draw conclusions about the location-dependent pest pressure and the type of damage to be expected. In some cases, it will be possible to use data whose evaluation has been delayed by the 2020 pandemic.
Schlagwörter (englisch)
Drosophilids, Grapevine pests, Vineyards, Drosophila melanogaster, Drosophila simulans, Drosophila suzukii
Projektziele
Rückschlüsse über den lageabhängigen Schädlingsdruck in den Weingärten und die Art der zu erwartenden Schädigung sollen möglich werden.
Praxisrelevanz
Die untersuchten Schädlinge haben für die Lesegutqualität eine nicht unerhebliche Bedeutung.
Berichte
Kurzfassung
Berichtsdateien
Abstract (deutsch)
Die Drosophilidae-Fauna der Weingärten und Waldränder bzw. Hecken an den Hängen des Leithagebirges und der pannonischen Ebene im Umland von Eisenstadt wurde erhoben. Dazu wurden Fallen verwendet, die eine Lockflüssigkeit aus Wein und vergärendem Traubensaft enthielten.
Innerhalb von zwei Jahren wurden 60.024 Individuen gefangen. Die anschließende Determination ergab die Zuordnung zu sieben Gattungen und 36 Arten. Das Artenspektrum unterschied sich zwischen Reblaubwand und Waldrand deutlich. Am Hang, sowohl im Weingarten als auch am Waldrand, sowie in den Hecken der Ebene dominierte D. suzukii, ein kommerziell relevanter Schädling an dünnschaligen Früchten und Beeren, in den Rebanlagen des Flachlandes hingegen D. melanogaster und D. simulans, zwei nahe verwandte Arten, die durch die Verbreitung von Essigbakterien im Weinbau schädlich werden können. Besonders in den Fallen der Hangstandorte wurde weiters D. subobscura häufig festgestellt. Weitere Arten waren in Rebanlagen vergleichsweise seltener als am Waldrand.
Die statistische Analyse ergab, dass signifikant mehr Individuen von D. suzukii in den Hang- und Waldrandfallen registriert wurden als in jenen der Ebene bzw. der Weingärten. D. melanogaster und D. simulans bevorzugen zwar ebenfalls des Waldrand, sind aber in der Ebene häufiger als am Hang. Die für den Weinbau nicht relevante D. subobscura wurde so wie D. suzukii am Waldrand und am Hang häufiger gefangen. Gleiches gilt für D. testacea, wobei aber der Unterschied zwischen Hang und Ebene weniger ausgeprägt war. D. phalerata wurde in Weingärten nur vereinzelt nachgewiesen, zwischen Hang und Ebene ergab sich kein signifikanter Unterschied. D. immigrans bevorzugt sehr deutlich den Waldrand gegenüber der Reblaubwand und – ähnlich wie D. melanogaster und D. simulans – die Probenorte in der Ebene vor jenen am Hang.
Abstract (englisch)
The Drosophilidae fauna of vineyards and forest edges or hedges on the slopes of the Leithagebirge and the Pannonian Plain around Eisenstadt was surveyed. Traps containing an attractant liquid made of wine and fermenting grape juice were used for this purpose.
Over the course of two years, 60,024 individuals were captured. The subsequent identification revealed seven genera and 36 species. The species composition differed significantly between vineyard leaves and forest edges. On the slopes, both in the vineyards and at the forest edges, as well as in the hedges of the plain, D. suzukii, a commercially relevant pest of thin-skinned fruits and berries, dominated. In the flatland vineyards, however, D. melanogaster and D. simulans, two closely related species that can be harmful due to the spread of acetic acid bacteria in viticulture, were more prevalent than on the slopes. Particularly in traps from the slope locations, D. subobscura was frequently recorded. Other species were relatively rarer in vineyards than at the forest edges.
The statistical analysis revealed that significantly more individuals of D. suzukii were recorded in the slope and forest edge traps than in those from the plain or vineyards. While D. melanogaster and D. simulans also prefer the forest edge, they were more frequent in the plain than on the slope. D. subobscura, which is not relevant for viticulture, was captured more frequently at the forest edge and on the slope, just like D. suzukii. The same applies to D. testacea, though the difference between slope and plain was less pronounced. D. phalerata was only occasionally found in vineyards, with no significant difference between slope and plain. D. immigrans clearly prefers the forest edge over the vineyard leaves and, similar to D. melanogaster and D. simulans, the sample sites in the plain over those on the slope.
Autor/innen
Tiefenbrunner, W.