DigiSeil

Allgemeine Projektinformationen

Titel (deutsch)

Digitale Planung im Seilgelände

Titel (englisch)

Digital planning of cable yarding operations

Schlagwörter (deutsch)

Forsttechnik, Digitalisierung, Waldbewirtschaftung, Rückung, Seilgelände, Forstwirtschaft 4.0

Projektleitung

Christian Kanzian

Forschungseinrichtung

Institut für Forsttechnik, Department für Wald- und Bodenwissenschaften, BOKUUniversität für Bodenkultur Wien

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, Kooperationsplattform Forst Holz Papier

Projektnummer

101600

Projektlaufzeit

-

Projektziele

Seit Pestal (1961) gibt es im Bereich der Seillinienplanung- und Trassenberechnungen keine wesentlichen Neuerungen im Ablauf. Der Projektvorschlag zielt auf die Etablierung der digitalen Steiltrassierung sowohl in der Ausbildung als auch in der forstlichen Praxis ab. Die zu erstellenden Schulungsunterlagen dienen der Ergänzung bestehender Literatur für die Planung der Holzernte im Seilgelände bzw. sollen einer breiten Anwendergruppe zugänglich gemacht werden. Die Messungen aus den Praxiseinsätzen stehen den wissenschaftlichen Partnern (BOKU, WSL) zur freien Verfügung, dienen der wissenschaftlichen Weiterentwicklung von Algorithmen und werden interessierten Maschinen- und Seilherstellern zur Verfügung gestellt. Neben Einführung digitaler Planung wird ein Konzept zur Überwachung im laufenden Betrieb erstellt.

Die Ziele lassen sich wie folgt zusammenfassen:
(1) Reduktion des zeitlichen Planungsaufwandes durch digitale Planung und Trassenfindung im Seilgelände um 80%
(2) Leitfaden zur digitalen Seiltrassierung und Trassenberechnung
(3) Praxistests und Parameterevaluierung für die Durchhangberechnungen und Algorithmenenwicklung mit einem Schwerpunkt auf dynamische Messungen
(4) Konzeptentwicklung eines Sensorik-Systems um kritische System-Komponenten (Stützen, Endmast, Ankerbäume) im laufenden Betrieb zu Überwachen
(5) Aufbau einer Datenbasis aus Referenzdatensätzen für wissenschaftliche und praktische Zwecke

Praxisrelevanz

Das Projekt leistet einen direkten Beitrag zu den Forschungsschwerpunkten „Zukunftsfitte Natur- und Lebensräume“ und „Digitalisierung“ definiert im Programm für Forschung und Entwicklung im BMNT, 2020-2025.

Alleine in Österreich werden jährlich 3,5 Mio. Festmeter mittels Seilgerät gerückt, was in etwa 20% des jährlichen Einschlages entspricht. Aufgrund der Tatsache das Österreichische Seilgerätehersteller ihre Produkte weltweit exportieren, ist davon auszugehen, dass dieses Projekt nicht nur nationale, sondern auch internationale Bedeutung hat. Österreich gilt als Technologieführer bei der Waldbewirtschaftung in Gebirgslagen. Im internationalen Vergleich erfolgen die Nutzungen kleinräumig und ressourcenschonend. Vor allem die Seilrückung zeichnet sich durch eine hohe Ökoeffizienz und Bodenschonung aus. Alleine die Anzahl der österreichischen Seilgeräte Produzenten und die Exportzahlen der hergestellten Maschinen zeigen wie bedeutend diese Technologie und deren Weiterentwicklung ist. Seilrückung wird aber auch mit höheren Kosten im Vergleich zu anderen bodengebundenen Systemen verbunden. Gute angepasste und robuste Planung und Abstimmung entscheiden über den erfolgreichen Einsatz dieser Technologie. Die Ergebnisse des Projektes tragen dazu bei die Technologieführerschaft in der Bewirtschaftung von Gebirgswäldern zu unterstützen.
In schwierigen Bringungslagen wo sich häufig Schutzwald befindet stellt die Seilrückung ohnehin die nahezu einzige Alternative dar. Dieses Projekt soll den Planungsaufwand reduzieren und gleichzeitig die Planungsqualität erhöhen durch den Einsatz digitaler Werkzeuge. Vor allem im Schutzwald und nach Katastrophen sind die Waldflächen oft schwer begehbar. Befliegung mit günstigen Drohnen und ein Variantenstudium am PC sollte die Findung günstiger Seiltrassen und Aufstellungsorte erleichtern. Seilgerätehersteller erlaubt die digitale und genauere Berechnung das Austesten verschiedener Konfigurationen (Seildimensionen, Sicherheitsfaktoren).

Die geplanten Projektinhalte tangieren daher eine Vielzahl der im Forschungsprogramm des BMNT genannten Fragen und Schwerpunkte wie:
• Schutzwaldbewirtschaftung und Bodenschutz
• Nachhaltige, multifunktionale Waldbewirtschaftung
• Öffentlich nutzbare Daten- und Lernplattformen
• Erweiterung und Unterstützung der menschlichen Fähigkeiten durch Digitalisierung
• Entwicklung und Nutzung neuer Sensortechnologien