DIGI-KLAS: Praxistauglichkeit von digitalen Schnellsystemen und etablierten Methoden im Winzeralltag auf dem Prüfstand der kommenden Winzergeneration
Projektleitung
Direktion Klosterneuburg
Forschungseinrichtung
HBLA und BA für Wein- und Obstbau Klosterneuburg
Projektnummer
102165Projektlaufzeit
-
Finanzierungspartner
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft
Allgemeine Projektinformationen
Abstract (deutsch)
Obwohl die stetige fortschreitende Digitalisierung im Bereich der Weinanalytik immer benutzerfreundliche Analysensysteme und somit einfachere Analysen auf Knopfdruck ermöglicht, wie das CDR WineLabTouch oder den 2021 erschienenen Sentia Wine Analyzer, sind nasschemische Klassiker wie Titrationen und Destillationen weiterhin unverzichtbar und etablierter Ausstattungsbestandteil des genutzten Kontrollequipments in den meisten größeren Betriebslabors von Winzerinnen und Winzern. Zur Ergebnis-Absicherung beziehungsweise bei kaum oder nicht vorhandener Laborausstattung bieten Fachlabore rasche FTIR-Analysen der Grundparameter an. FTIR-Systeme bedürfen aufgrund der Bedienung und Wartung entsprechend geschultes und erfahrenes Personal. Solche Systeme ergeben aufgrund der sehr hohen Anschaffungskosten erst bei entsprechend hohen Probendurchsätzen Sinn. Damit sich Winzerinnen und Winzer nicht nur auf das FTIR verlassen, sondern sich zeitunabhängig und eigenständig um die begleitende Kontrolle ihrer Weine kümmern, müssen Gründe für deren zurückhaltende Haltung bezüglich der selbstständigen Analysen ihrer Produkte erhoben werden. Generell hört man sehr oft von Betriebsleitern und Betriebsleiterinnen als Begründung, warum sie die Analysen nicht selbst in die Hand nehmen – dass sich diese nach möglichst schnellen zuverlässigen und benutzerfreundliche Analysensysteme sehnen. Ein passender Leitspruch vieler könnte lauten „Keep it simple – but fast and reliable“. Dies war einer der Beweggründe und Motivation für diese Arbeit: Wie teuer und komplex muss zuverlässige „Keller-Analytik“ bezüglich der klassischen Routineanalysen für Wein sein.
Schlagwörter (deutsch)
Schnellmethoden, Weinanalytik, Grundanalysen, Wein, benutzerfreundliche Analysensysteme
Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)
Titel (englisch)
Practical suitability of digital quick systems and established methods in everyday winemaking on the test bench of the next generation of winemakers
Abstract (englisch)
rapid methods, wine analysis, basic analyses, wine, user-friendly analysis systems
Schlagwörter (englisch)
rapid methods, wine analysis, basic analyses, wine, user-friendly analysis systems
Projektziele
Es sollen im Rahmen dieser Arbeit die Vorzüge aber auch die Nachteile des CDR Wine LabTouch bzw. des Sentia Wine Analyzers aus Konsumentensicht kommender Winzergeneration dargestellt werden. Die Frage soll geklärt werden, ob der unumkehrbare und stetig fortschreitende Trend hin zu smarten digitalen Wein Analyse Schnellsystemen ein Vorteil oder ein Nachteil ist. Lohnt es sich für die zukünftige Winzergeneration noch auf bewährte und etablierte Klassiker in der betriebseigene Weinanalyse zu setzen oder soll man sich dem generellen und kontinuierlichen Wandel der Zeit unterwerfen. Ebenso soll mithilfe eines Fragebogens an die Besitzer des cdR WineLab Touch bzw. des Sentia Wine Analyzers in Österreich herausgefunden werden, ob die Wahl der verwendeten Analyseverfahren eine Generationsfrage ist.
Es werden im Rahmen dieser Arbeit am Markt erhältliche Systeme wie der Sentia Wine Analyzer evaluiert und mit ausgewählten recherchierte Analysenmethoden mit Schwerpunkt auf simple Low-Cost Verfahren für die klassischen Grundparameter im Wein verglichen. Der Fokus liegt dabei auf Anwenderfreundlichkeit. Ergänzend werden diese mit etablierten Klassikern wie zum Beispiel Rebelein oder Destillation verglichen. Auch das FTIR wird als externes Verfahren in diesen Vergleich innvolviert.
Eine Evaluierung der notwenigen Mindestausstattung für (Hobby)Winzer und Betriebe ist das Ziel. Haben die Benutzerfreundlichkeit solcher digitalen Systeme und die erwartete Zuverlässigkeit und Präzision der verwendeten Analyseverfahren ihren Mindestpreis – Gibt es für jede Betriebsgröße beziehungsweise Parameter das ideale Analysen-System?
Für den Methoden-Vergleich werden mind. 20 österreichische Handelsproben herangezogen. Die Übereinstimmung Korrelation zwischen den Messwerten der Methoden werden mittels statistischer Verfahren wie das Bland-Altman-diagramm geprüft. Bei der Bewertung wird die Zuverlässigkeit bzw. Handhabung beurteilt und anschließend eine Methode empfohlen.
Praxisrelevanz
Klein-, Mittel- und Großbetriebe sind ständig auf der Suche nach geeigneten Geräten/Systemen zur autonomen Analyse von wichtigen Weinparametern wie Alkohol, flüchtige Säure, Zucker und Säuren bzw. von Most (hefeverfügbarer Stickstoff). Im Rahmen dieser wissenschaftlichen Tätigkeit sollen verschiedene kleinere Analysenautomaten wie jenes der Firma CDR s.r.l. (CDRWineLab®Touch), oder von der Firma Universal Biosensors der Sentia Wine Analyzer getestet /evaluiert werden. Die Ergebnisse bzgl. Handhabung, Analysendauer und Analysenkosten werden in Fachmagazinen veröffentlicht und bilden eine Entscheidungshilfe bzgl der Einsatz für Winzerinnen und Winzer, die sich ein digitales und benutzerfreundliches Analysengerät zum schnellen Screening der wichtigsten Weingrundparameter zulegen wollen.