Pararendzina

© Bohner Andreas

C-SEQUEST - CASAS: CASAS: Kohlenstoff-Sequestrierung in österreichischen Grünlandböden - ACRP-Projekt

Projektleitung

Andreas Bohner

Forschungseinrichtung

HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Projektnummer

101527

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Allgemeine Projektinformationen

Schlagwörter (deutsch)

Kohlenstoff-Konzentration, Kohlenstoff-Vorrat, Kohlenstoff-Sequestrierung, Wurzelmasse, Lagerungsdichte, Grünlandbewirtschaftung

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

Carbon sequestration in grassland soils of Austria

Abstract (englisch)

- Acquire, compile and evaluate data (SOC, soil quality, management) from grasslands through long-term experiments, monitoring and literature to scrutinize the evidence for realistic annual increases of the soil organic carbon pool
- Develop a long-term 4-per-mille scenario until 2050 for Austria, including stakeholder involvement
- Evaluate impacts of the 4-per-mille initiative on selected Sustainable Development Goals (SDGs) including the assessment of trade-offs for different ecosystem services
- Estimate SOC accumulation/sequestration in abandoned grassland soils compared to regularly managed soils.

Projektziele

Zur Reduzierung der atmosphärischen CO2-Konzentration wird die Erhöhung des organischen Kohlenstoffpools im Boden als vielversprechende Maßnahme angesehen. Auf der COP 21 (Paris 2015) wurde die 4-Promille-Initiative gestartet, bei der eine optimale Bewirtschaftung von Ackerland, Grünland und Wäldern den organischen Kohlenstoff im Boden jährlich um 0,4% erhöhen soll. Im Rahmen des Projektes soll evaluiert werden, ob durch Grünlandbewirtschaftung der organische Kohlenstoffpool des Bodens entsprechend erhöht werden kann.

Praxisrelevanz

Mit dem Forschungsprojekt soll die Frage beantwortet werden, ob Grünlandböden einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.

Berichte

Abschlussbericht

Kurzfassung

Dauergrünlandböden sind in Österreich aufgrund ihrer hohen Humusvorräte und beträchtlichen Flächengröße wichtige Speicher von organischem Kohlenstoff (C). Humusgehalt und Humusvorrat sind auf vergleichbaren Standorten deutlich höher als in Ackerböden. Im Dauergrünland werden ca. 90 % vom gesamten organischen Kohlenstoffvorrat im Boden gespeichert. In österreichischen Dauergrünlandböden beträgt der Vorrat an organischem Bodenkohlenstoff in 0-30 cm Bodentiefe im Durchschnitt 93 t C pro Hektar. Beträchtliche Mengen an organischem Kohlenstoff (> 40 %) werden im Unterboden (10-50 cm) gespeichert. Unterböden haben ein großes Potenzial zur langfristigen Bodenkohlenstoffsequestrierung. Klima, Bodeneigenschaften (insbesondere Bodenwasserhaushalt) und Bewirtschaftungsintensität (Düngung, Nutzungshäufigkeit) prägen den Humusgehalt und Humusvorrat von Dauergrünlandböden. Pflanzenwurzeln und kohlenstoffreiche organische Dünger (Mist, Stallmistkompost) sind die wichtigsten Humusbildner. Im Dauergrünland ist die Bodenkohlenstoffspeicherung bei mittlerer Bewirtschaftungsintensität (2-4 Nutzungen pro Jahr, jährliche entzugsorientierte Düngung mit Mist oder Stallmistkompost) am höchsten. Eine Humusanreicherung erfolgt in Dauergrünlandböden sehr langsam und ist nur bis zur Erreichung des höchstmöglichen lokalen Ertragspotenzials sinnvoll. Humuserhaltende Maßnahmen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Humusqualität und zur Beschleunigung des jährlichen Humusumsatzes im Boden sind wichtiger als Maßnahmen zur Erhöhung des Humusvorrats im Boden. Bei der Umsetzung von humussteigernden Maßnahmen müssen Nebenwirkungen und zusätzliche positive Umweltwirkungen berücksichtigt werden. Eine Bodenkohlenstoffsequestrierung kann im Dauergrünland Zielkonflikte zwischen Klima- und Naturschutz auslösen.

Berichtsdateien

Abschlussbericht_C-SEQUEST-CASAS.pdf

Abstract (deutsch)

Dauergrünlandböden sind in Österreich aufgrund ihrer hohen Humusvorräte und beträchtlichen Flächengröße wichtige Speicher von organischem Kohlenstoff (C). Humusgehalt und Humusvorrat sind auf vergleichbaren Standorten deutlich höher als in Ackerböden. Im Dauergrünland werden ca. 90 % vom gesamten organischen Kohlenstoffvorrat im Boden gespeichert. In österreichischen Dauergrünlandböden beträgt der Vorrat an organischem Bodenkohlenstoff in 0-30 cm Bodentiefe im Durchschnitt 93 t C pro Hektar. Beträchtliche Mengen an organischem Kohlenstoff (> 40 %) werden im Unterboden (10-50 cm) gespeichert. Unterböden haben ein großes Potenzial zur langfristigen Bodenkohlenstoffsequestrierung. Klima, Bodeneigenschaften (insbesondere Bodenwasserhaushalt) und Bewirtschaftungsintensität (Düngung, Nutzungshäufigkeit) prägen den Humusgehalt und Humusvorrat von Dauergrünlandböden. Pflanzenwurzeln und kohlenstoffreiche organische Dünger (Mist, Stallmistkompost) sind die wichtigsten Humusbildner. Im Dauergrünland ist die Bodenkohlenstoffspeicherung bei mittlerer Bewirtschaftungsintensität (2-4 Nutzungen pro Jahr, jährliche entzugsorientierte Düngung mit Mist oder Stallmistkompost) am höchsten. Eine Humusanreicherung erfolgt in Dauergrünlandböden sehr langsam und ist nur bis zur Erreichung des höchstmöglichen lokalen Ertragspotenzials sinnvoll. Humuserhaltende Maßnahmen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Humusqualität und zur Beschleunigung des jährlichen Humusumsatzes im Boden sind wichtiger als Maßnahmen zur Erhöhung des Humusvorrats im Boden. Bei der Umsetzung von humussteigernden Maßnahmen müssen Nebenwirkungen und zusätzliche positive Umweltwirkungen berücksichtigt werden. Eine Bodenkohlenstoffsequestrierung kann im Dauergrünland Zielkonflikte zwischen Klima- und Naturschutz auslösen.

Abstract (englisch)

In Austria, soils of permanent grassland are important for storage of organic carbon (C) due to their high soil organic matter (humus) stocks and large area. On comparable sites, soil organic matter content and stock are considerably higher than in arable soils. In permanent grassland, approximately 90 % of the total organic carbon stock are stored in the soil. In Austrian permanent grassland soils, organic carbon stock in the soil layer 0-30 cm is on average 93 t C ha-1. A considerable quantity of soil organic carbon (> 40 %) is stored in the subsoil (10-50 cm). Subsoils have a high potential for long-term soil carbon sequestration. In permanent grassland, soil organic matter content and stock are controlled by climate, soil properties (particularly soil moisture status) and management intensity (farmyard manure application, intensity of utilisation). Plant roots and carbon-rich organic fertiliser (cattle manure, composted cattle manure) are of utmost importance for soil organic matter build-up, which is generelly a slow process. In permanent grassland, soil organic carbon storage is highest at an intermediate management intensity (2-4 utilisations per year, annual removal-dependent fertilisation with cattle manure or composted cattle manure). Management practices designed to increase the annual soil organic matter turnover are more important than management practices designed to enhance the soil organic matter stocks. In permanent grassland, soil carbon sequestration can trigger a trade-off between climate change mitigation and nature protection.

Autor/innen

Andreas Bohner