Bio-REST: Reste aus der Kräuterseitling-Produktion für die Bio-Schweinefütterung
Projektleitung
Lisa Baldinger
Forschungseinrichtung
Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein
Projektnummer
102225Projektlaufzeit
-
Finanzierungspartner
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Allgemeine Projektinformationen
Abstract (deutsch)
Kräuterseitlinge (Pleurotus eryngii) sind Edelpilze deren Konsum sowie Produktion nach biologischen Richtlinien in Österreich stetig wächst. Als Nebenprodukt zu den vermarktungsfähigen Pilzen fallen unter anderem Reste der Pilz-Fruchtkörper an, die zum Ende der Ernteperiode noch auf dem Substrat vorhanden sind. Werden diese Pilzreste abgeerntet, haften Reste des Substrats an, wodurch sie sich nicht als Verarbeitungsware für Lebensmittel eignen. Aktuell die einzige Verwertungsmöglichkeit für die Pilzreste ist daher die Kompostierung, also die Verwendung als Dünger. Im Sinne der kaskadischen Nutzung von Ressourcen wird daher in diesem Projekt geprüft, ob Pilzreste gemeinsam mit Ko-Substraten als Silage konserviert werden können, und ob die Silage von Schweinen als (Rau)Futter akzeptiert wird. Ziel ist einerseits, einen Zusatznutzen aus den Pilzresten noch vor der Verwendung als Dünger zu ziehen, andererseits, Bio-Schweinen ein attraktives Raufutter zur Beschäftigung anzubieten und möglicherweise eine zusätzliche Nährstoffquelle zu erschließen.
Schlagwörter (deutsch)
Biologische Schweinefütterung, Pilzreste, Pleurotus eryngii, Silage
Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)
Titel (englisch)
Residues from the production of king oyster mushrooms in organic feeding of pigs
Abstract (englisch)
King oyster mushrooms (Pleurotus eryngii) are mushrooms whose consumption and production according to organic guidelines is constantly growing in Austria. By-products of marketable mushrooms include the residues of mushrooms that are still present on the substrate at the end of the harvest period. If these mushroom residues are harvested, parts of the substrate stick to them, making them unsuitable for processing into food. Currently, the only possible use for the mushroom residues is therefore composting, i.e. use as fertilizer. In terms of the cascading use of resources, this project therefore investigates whether mushroom residues can be ensiled together with co-substrates and whether the resulting silage is accepted by pigs as feed. The aim is, on the one hand, to derive an additional benefit from the mushroom residues before they are used as fertilizer and, on the other hand, to offer organic pigs an attractive roughage to keep them occupied and possibly also deliver additional nutrients.
Schlagwörter (englisch)
Organic pig feeding, mushrooms, Pleurotus eryngii, silage
Projektziele
Das Ziel des Projekts ist es, Reste aus der Produktion von Bio-Kräuterseitlingen in Mischung mit verschiedenen Ko-Substraten in Form von Laborsilagen zu silieren um in der Mischung eine ausreichende Gärsaftbindung zu erreichen, und anschließend die drei anhand von Rohnährstoffgehalten, Gärqualität und Gärsaftbindung vielversprechendsten Silagen in einem Akzeptanzversuch mit Bio-Schweinen zu testen.
Der Silierversuch wird im Labor der HBLFA Raumberg-Gumpenstein am Standort Gumpenstein durchgeführt, und der Akzeptanzversuch an der Außenstelle Thalheim/Wels. Folgende Fragestellungen werden untersucht:
- Können die Pilzreste gemeinsam mit den Ko-Substraten erfolgreich siliert werden, und wie unterscheiden sich die Silagen hinsichtlich Rohnährstoffgehalten, Gärqualität und Gärsaftbindung?
- Unterscheiden sich die Silagen, wenn frische oder gefrorene Pilzreste verwendet werden?
- Welche drei Silage-Varianten sind hinsichtlich Rohnährstoffgehalten, Gärqualität und Gärsaftbindung am vielversprechendsten hinsichtlich der Verfütterung an Schweine?
- Werden die ausgewählten drei Silage-Varianten von Schweinen im Rahmen eines Akzeptanzversuchs gefressen, und verändert sich die Silage-Aufnahme über einen Zeitraum von einigen Wochen?
Praxisrelevanz
Der Selbstversorgungsgrad mit Speisepilzen ist in Österreich mit nur 17 % vergleichweise niedrig, sowohl die Nachfrage als auch die Produktion wachsen aber dynamisch. An Nebenprodukten entstehen u.a. die bei der finalen Abernte anfallenden Pilzreste die mit etwas Substrat versetzt sind und deshalb nicht für die Humanernährung geeignet sind. Für diese Pilzreste besteht momentan nur die Option der Verwertung als Dünger, im geplanten Projekt soll daher geprüft werden ob die Pilzreste gemeinsam mit einem trockenen Ko-Substrat siliert werden können und die enstehende Silage als futetr für Bio-Schweine verwertet werden kann. Dadurch sollen die Pilzreste einen Zusatznutzen liefern.