Das aktuelle Forschungsprojekt widmet sich der Erhebung des Persönlichkeitskonstrukts Ambiguitätstoleranz bei Lehrenden an Pädagogischen Hochschulen.  In einem ersten Projekt wurde Ambiguitätstoleranz in der Lehramtsausbildung bei der Zielgruppe der Studierenden erforscht. Aufbauend auf den Ergebnissen der Studierenden wurde im Studienjahr 2024/25 ein Folgeprojekt mit dem Fokus auf Hochschullehrende an drei Pädagogischen Hochschulen (HAUP, PH Wien, KPH Wien/Niederösterreich) entwickelt und durchgeführt.

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Ambi3: Ambiguitätstoleranz in der Lehramtsausbildung

Projektleitung

Angela Forstner-Ebhart

Forschungseinrichtung

Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik

Projektnummer

102089

Projektlaufzeit

-

Finanzierungspartner

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft 

Allgemeine Projektinformationen

Abstract (deutsch)

Das vorangegangene Forschungsprojekt an drei Pädagogischen Hochschulen (Zeitraum 2020-2023) zielte auf die Entwicklung eines validen Messinstrumentes zur Erhebung des Persönlichkeitskonstrukts Ambiguitätstoleranz bei Lehramtsstudierenden. Die Erhebung des Persönlichkeitskonstrukts wird als dispositionale Basisdimension für Lehrpersonen der Nachhaltigkeitsbildung gesehen. Im Zentrum standen Fragestellungen, inwieweit Lehramtsstudierende Mehrdeutigkeit zulassen, Offenheit akzeptieren, divergentes Denken anwenden, kreative Lösungsansätze entwickeln und bereit sind, diese Aspekte in ihre Unterrichtsplanungen einzubeziehen. Ambiguitätstoleranz wird dabei als Tendenz verstanden, Widersprüchlichkeiten, Inkonsistenzen oder mehrdeutige Informationslagen in ihrer Vielschichtigkeit wahrzunehmen und positiv zu bewerten (z. B. Reis, 1996; Müller-Christ & Weßling, 2007; Radant & Dalbert, 2006). Die Ambiguitätsbereiche wurden quantitativ aus bestehenden Konzepten extrahiert und zudem in einem qualitativen Verfahren auf Basis einer Cross-Case-Analyse nach Cresswell (2007) vertiefend erhoben. Weiterführend wird das Messinstrument bei Lehrenden an den Pädagogischen Hochschulen angewandt. Die Ergebnisse dienen dem Vergleich mit der Stichprobe der Lehramtsstudierenden.

Schlagwörter (deutsch)

Ambiguitätstoleranz, Grüne Pädagogik, Transformative Literacy

Titel, Abstract, Schlagwörter (englisch)

Titel (englisch)

Ambiguity tolerance in teacher training education

Abstract (englisch)

The previous research project at three teacher training colleges (period 2020-2023) aimed at developing a valid measurement instrument to survey the personality construct ambiguity tolerance among student teachers. The survey of the personality construct is seen as a dispositional basic dimension for teachers of sustainability education. The focus was on questions about the extent to which student teachers allow ambiguity, accept openness, apply divergent thinking, develop creative approaches to problem solving, and are willing to incorporate these aspects into their lesson planning. Tolerance of ambiguity is understood here as a tendency to perceive contradictions, inconsistencies, or ambiguous information situations in their complexity and to evaluate them positively (e.g., Reis, 1996; Müller-Christ & Weßling, 2007; Radant & Dalbert, 2006). The ambiguity domains were extracted quantitatively from existing concepts and also surveyed in more depth in a qualitative procedure based on a cross-case analysis according to Cresswell (2007). Further, the measurement instrument is applied to teachers in colleges of education. The results will be used for comparison with the sample of student teachers.

Schlagwörter (englisch)

Ambiguity tolerance, Green Pedagogy, transformative literacy

Projektziele

Die bisherigen Untersuchungsergebnisse bieten eine Grundlage zur kritischen Bewusstseinsbildung von Lehrpersonen, regen zu Überlegungen hinsichtlich weiterführender methodisch-didaktischer Vorgangsweisen in der Lehramtsbildung und realisierbarer Interventionen in Bezug auf Ambiguitätstoleranz an.

Die Auseinandersetzung mit Ambiguität stellt für die Lehrer*innenbildung eine Möglichkeit dar, persönliche Weiterentwicklung und Professionalisierung im Umgang mit Kontingenz auszubilden. Über die selbstreflexive Auseinandersetzung mit Konzepten aus divergierenden Blickwinkeln und Provokation von Reibeflächen, um Dilemmata und Aporien sichtbar zu machen, können Lernende und Lehrende angeregt werden, Einstellungen und Verhaltensweisen zu hinterfragen, Schlussfolgerungen für veränderte Handlungsmuster zu antizipieren.

Im Zentrum stehen nun Fragestellungen, inwieweit Lehrende an Pädagogischen Hochschulen (HAUP, PH WIEN, KPH Wien/Krems) Mehrdeutigkeit zulassen, Offenheit akzeptieren, divergentes Denken anwenden, kreative Lösungsansätze entwickeln, Resilienz aufweisen und bereit sind, Kontingenz und adäquate Reflexion in ihre Lehrveranstaltungen einzubeziehen.

Praxisrelevanz

Durch die quantitative Exploration der Wahrnehmungen bzw. qualitative Explikation der Einschätzungen der Lehrenden hinsichtlich ihrer Ambiguitätstoleranz kann ein elaboriertes Verständnis für die Professionalisierung zukünftiger Lehrer*innen für eine zukunftsfähige Agrar- und Umweltbildung entwickelt werden.

Berichte

Abschlussbericht

Kurzfassung

Das aktuelle Forschungsprojekt widmet sich der Erhebung des Persönlichkeitskonstrukts Ambiguitätstoleranz bei Lehrenden an Pädagogischen Hochschulen. In einem ersten Projekt wurde Ambiguitätstoleranz in der Lehramtsausbildung bei der Zielgruppe der Studierenden erforscht. Aufbauend auf den Ergebnissen der Studierenden wurde im Studienjahr 2024/25 ein Folgeprojekt mit dem Fokus auf Hochschullehrende an drei Pädagogischen Hochschulen (HAUP, PH Wien, KPH Wien/Niederösterreich) entwickelt und durchgeführt. Lehrpersonen sind oft mit Mehrdeutigkeiten und Spannungsfeldern im schulischen Kontext konfrontiert. Eine hohe Ambiguitätstoleranz ermöglicht es ihnen, konstruktiv mit diesen Herausforderungen umzugehen und flexibel zu reagieren. Lehrkräfte, die Ambiguitätstoleranz aufweisen, können kreative Lösungsansätze entwickeln und divergentes Denken fördern, was in der heutigen Bildungslandschaft mit ihren schnellen Veränderungen und komplexen Problemen besonders wichtig ist. Ambiguitätstoleranz trägt zur Reflexionskompetenz und Autonomie der Lehrpersonen bei, was für die Emanzipation im Lehr- und Lernprozess von Bedeutung ist. Dies ist besonders relevant im Kontext der Grünen Pädagogik, die auf nachhaltige Bildung abzielt.

Berichtsdateien

Ambiguitätstoleranz in der Lehramtsausbildung

Abstract (deutsch)

Das aktuelle Forschungsprojekt widmet sich der Erhebung des Persönlichkeitskonstrukts Ambiguitätstoleranz bei Lehrenden an Pädagogischen Hochschulen. In einem ersten Schritt wurde Ambiguitätstoleranz in der Lehramtsausbildung bei der Zielgruppe der Studierenden erforscht. Aufbauend auf den Ergebnissen der Studierenden wurde im Studienjahr 2024/25 ein Folgeprojekt mit dem Fokus auf Hochschullehrende an drei Pädagogischen Hochschulen (HAUP, PH Wien, KPH Wien/Niederösterreich) entwickelt und durchgeführt.

Lehrpersonen sind oft mit Mehrdeutigkeiten und Spannungsfeldern im schulischen Kontext konfrontiert. Eine hohe Ambiguitätstoleranz ermöglicht es ihnen, konstruktiv mit diesen Herausforderungen umzugehen und flexibel zu reagieren. Lehrkräfte, die Ambiguitätstoleranz aufweisen, können kreative Lösungsansätze entwickeln und divergentes Denken fördern, was in der heutigen Bildungslandschaft mit ihren schnellen Veränderungen und komplexen Problemen besonders wichtig ist. Ambiguitätstoleranz trägt zur Reflexionskompetenz und Autonomie der Lehrpersonen bei, was für die Emanzipation im Lehr- und Lernprozess von Bedeutung ist. Dies ist besonders relevant im Kontext der Grünen Pädagogik, die auf nachhaltige Bildung abzielt.

Abstract (englisch)

The current research project is dedicated to investigating the personality construct of ambiguity tolerance among teachers at teacher training colleges. In a first project, ambiguity tolerance in teacher training was researched among the target group of students. Based on the results from the students, a follow-up project focusing on university lecturers at three teacher training colleges (HAUP, PH Vienna, KPH Vienna/Lower Austria) was developed and carried out in 2024/25.

Teachers are often confronted with ambiguities and areas of tension in the school context. A high tolerance for ambiguity enables them to deal with these challenges constructively and respond flexibly. Teachers who demonstrate tolerance for ambiguity can develop creative solutions and promote divergent thinking, which is particularly important in today's educational landscape with its rapid changes and complex problems. Ambiguity tolerance contributes to teachers' reflective skills and autonomy, which is important for emancipation in the teaching and learning process. This is particularly relevant in the context of green pedagogy, which aims at sustainable education.

Translated with DeepL.com (free version)

Autor/innen

Forstner-Ebhart, A., Schroll, C., Poterpin, E., Katschnig, T.