Zwischenfrüchte am Standort Piber

© Herbert Buchgraber

Zwischenfruchtanbau bei Silomais in inneralpinen Lagen

Dieser Abschlussbericht präsentiert die Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojekts (2022–2026) der HBLFA Raumberg-Gumpenstein zum Anbau verfütterbarer Zwischenfrüchte in Silomais-Systemen. Ziel der Untersuchung war es, das Potenzial von Zwischenfrüchten zur Erhöhung des Jahresfutterertrags und zur Stabilisierung der Futterbasis unter den anspruchsvollen Bedingungen inneralpiner Lagen (kurze Vegetationsperiode, schwierige Frühjahrsbedingungen) zu bewerten.

Die Feldversuche wurden an zwei Standorten durchgeführt: Gumpenstein (inneralpin, 710 m Seehöhe) und Piber (Alpenrand, 490 m Seehöhe). Geprüft wurden die Getreidearten Roggen und Triticale, jeweils als Reinsaat sowie im Gemenge mit Wicken. Ein zentraler Versuchsaspekt war der Vergleich zweier Nutzungsstrategien: eine frühe Zwischenfruchternte mit traditionellem Maisanbauzeitpunkt versus eine um drei Wochen verzögerte Ernte mit entsprechend spätem Maisanbau. Die statistische Auswertung erfolgte mittels linearer gemischter Modelle (LMM).

Während Roggen und Wickroggen – insbesondere bei später Nutzung – die höchsten Trockenmasse- und Energieerträge erzielten, wiesen Triticale-Varianten über beide Erntetermine hinweg Vorteile bei den Energie- und Rohproteingehalten auf.

Für den nachfolgenden Silomais konnten keine signifikanten Vorfruchteffekte hinsichtlich Ertrag oder Qualität nachgewiesen werden. Der maßgebliche Vorteil des Systems liegt jedoch im gesteigerten Gesamtjahresertrag (Zwischenfrucht + Mais), der in den meisten Varianten deutlich über der Brache-Kontrolle lag.

Fazit: Der Zwischenfruchtanbau bietet auch in alpinen Lagen ein hohes Potenzial zur Risikostreuung und Ergänzung der Futterproduktion. Entscheidend für den Erfolg sind eine standortangepasste Artenwahl sowie ein Management, das die wetterabhängige Befahrbarkeit der Flächen im Frühjahr einkalkuliert.

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