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Wissensvermittlung für qualifiziertes Personal auf Almen mit kleinen Wiederkäuern und gelenkter Weideführung: Aufbau einer modularen Basisausbildung für Schaf- und Ziegenhirt*innen in Österreich
Extensive Beweidung alpiner Flächen ist Teil unserer Kultur und wichtig für die Lebensmittelproduktion in Bergregionen. Die Almwirtschaft erfüllt vielseitige ökonomische, ökologische und soziokulturelle Funktionen: sie generiert zusätzliches Einkommen, fördert Biodiversität, schützt Landschaften, schafft Arbeitsplätze und erbringt weitere wichtige Leistungen für das Ökosystem. Auch Schafe und Ziegen leisten einen wichtigen Beitrag, vor allem auf Standorten, die für Rinder schwer zugänglich sind. Allerdings steht die Almwirtschaft vor Herausforderungen wie Klimawandel, Rückkehr großer Beutegreifer oder zunehmende Verbuschung, die sich negativ auf die Almwirtschaft und ihre Funktionen auswirken.
Eine mögliche Antwort auf die Herausforderungen in der Alpung von Kleinwiederkäuern ist die gelenkte Weideführung. Im Gegensatz zum freien Weidegang, wo Tiere sich den ganzen Sommer über frei über die gesamte Almfläche bewegen können, wird die Herde bei der gelenkten Weideführung durch aktive Behirtung gezielt geführt. Diese Form der Behirtung hat viele Vorteile für Tier, Weide und Biodiversität. Sie wird in Zukunft mehr an Bedeutung gewinnen und erfordert qualifiziertes Personal. Führen Hirt:innen ihre Herden in einer gelenkten Weideführung, sind ihre Aufgaben sehr vielseitig: genaue Tierbeobachtung, das Steuern der Herde in Zusammenarbeit mit Hütehunden, Tiergesundheit, Einschätzung von Geländegegebenheiten und Gefahren, Zaunbau, Herdenschutz, Weidemanagement, u.v.m.
Um diesen Anforderungen zu begegnen, wurde erstmals ein umfassender Zertifikatslehrgang für Schaf- und Ziegenhirt:innen an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein entwickelt. Der erste Durchgang wurde bereits erfolgreich abgeschlossen, ein weiterer startet im Februar 2026.