Weingarten - Begrünungspflege unter den Reben mittels Stromanwendung

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Versuche zur Verbesserung der Strategien zur Bekämpfung von Phytoplasma im Weinbau

Relativ neu am Markt befindliche Geräte zur Unterstockpflege, basierend auf Hochspannungs-Stromanwendung (Zasso) und Hochdruckwasserstrahl (Grasskiller) wurden mit mechanischen Methoden und einer glyphosatfreien chemischen Unterstockbehandlung verglichen. Betreffend den Gesamtdeckungsgrad ergaben die mechanischen Geräte Flachschar und Tournesol (Pellenc) die besten Ergebnisse, gefolgt von Stromanwendung, im Hinblick auf die Begrünungshöhe waren alle Behandlungen vergleichbar effektiv. Ebenso erfasste die Studie die Wirkung der Maßnahmen gegen die Ackerwinde (Convolvulus arvensis), ein schwer bekämpfbares Weingartenunkraut, zusätzlich aber Zwischenwirt für das Stolbur Phytoplasma. Im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle wirkten sich alle Maßnahmen ungünstig auf die Ackerwindendichte im Unterstockbereich aus, am schlechtesten schnitt die Behandlung mittels Hochdruck-Wasserstrahl ab. Die vorliegende Studie umfasste zudem Versuche, in den Fahrgassen mittels eingesäter Begrünung und Stroheinbringung, rund um Weingärten bzw. am Straßenrand auch durch weitgehende Reduktion der Bearbeitung (Langlassen der Begrünung) die Ackerwinde einzudämmen. Zusammenfassend zeigten die Versuche, dass Konkurrenz und Beschattung durch andere Pflanzenarten die Ackerwindendichte am effektivsten reduzierte. Um den Stolbur-Infektionsdruck für die Reben möglichst gering zu halten, ist daher ein Begrünungsmanagement, das eine möglichst weitgehende Beschattung der Ackerwinde ermöglicht, anzuraten. Gleichzeitig müssen aber Konkurrenzsituationen zwischen der Rebe und der Begrünung, z.B. in Trockenphasen, im Blick behalten werden.

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