Grünroggen bei der Mahd (links) und Verteilen des Strohs auf der Roggen-Wicke-Mischung (rechts).

© Dr. Gregor Terler

Verbesserung der Resilienz der heimischen Grundfutterproduktion in der Rinderfütterung durch die Aufwertung dürregeschädigter Grundfutterpflanzen und Optimierung regionaler Futterressourcen

Das übergeordnete Ziel dieses Projektes war die Erforschung von Methoden zur Herstellung von alternativen Futtermitteln für die Rinderfütterung. Zu diesem Zweck wurde im ersten Teil des Projekts eine große Anzahl verschiedener Silagen hergestellt und untersucht. Dazu gehörten Mischsilagen aus trockenheitsgeschädigtem Gras und industriellen Nebenprodukten wie melassebehandelte Trockenschnitzel, Biertreber und Weizenkleberfutter. Drei Siliermittel wurden getestet: der Kulturüberstand von anaeroben Pilzen, frischer Pansensaft und ein handelsübliches Siliermittel auf Basis von Milchsäurebakterien. Neben gemischten Grassilagen wurden auch gemischte Maissilagen getestet, bei denen trockenheitsgeschädigter Mais mit Weizenkleberfutter oder melassierten Trockenschnitzeln siliert wurde. Die Ergebnisse zeigten, dass der niedrige Rohproteingehalt des trockenheitsgeschädigten Grases durch den Zusatz von Weizenkleberfutter und Biertreber verbessert wurde. Darüber hinaus förderten alle Siliermittel die Milchsäuregärung. Andererseits wurden in den Maismischsilagen durch den Einsatz von frischem Pilzkulturüberstand ein geringerer Ammoniak-N-Gehalt und niedrigere Silage-pH-Werte erreicht. Der zweite Teil des Projekts war eine Langzeit-In-vitro-Studie im Rusitec-System. Hier wurden Mischsilagen aus trockenheitsgeschädigtem Gras und melassierten Trockenschnitzeln mit verschiedenen Siliermitteln bebrütet. Insgesamt wurden bei der Bebrütung von Rationen mit 50 % Mischsilage in der Trockenmasse hohe Werte für die Verdaulichkeit und die fermentative Aktivität erzielt. Der dritte Teil des Projekts war ein In-vivo-Versuch und wurde als Fütterungsversuch mit Milchkühen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten, dass die Ration mit der gemischten Strohsilage tendenziell zu einer Verringerung der Trockenmasseaufnahme führte, wobei jedoch keine negativen Auswirkungen auf die Milchleistung oder das Körpergewicht zu beobachten waren. Darüber hinaus zeigte die Gruppe mit der Strohmischsilage eine Tendenz zu einer verbesserten Futtereffizienz bei der Milchproduktion (kg energiekorrigierte Milch/kg Trockenmasseaufnahme), was wahrscheinlich auf die höhere Verdaulichkeit der Ration mit der Strohmischsilage im Vergleich zur konventionellen Grünroggensilage zurückzuführen war. Außerdem verbrachten die Kühe in der Stroh-Mischsilage-Gruppe deutlich mehr Zeit mit Wiederkäuen pro kg aufgenommener physikalisch wirksamer Faser. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die gemischte Roggen-, Wicken- und Strohsilage in der Teilmischration eine reine Grünroggensilage ohne Leistungseinbußen ersetzen kann.

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