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ToBRFV in der österreichischen Tomatenproduktion — Untersuchungen zum Befallsverlauf, Verbreitung und Bekämpfung
Drei österreichische Tomatenproduktionsbetriebe, die 2022 als ToBRFV Befallsbetriebe galten, wurden über zwei Vegetationsperioden (2023 und 2024) analytisch, das ToBRFV betreffend, begleitet. In den Betrieben wurden alte, nicht ToBRFV resistente Tomatensorten produziert, aber auch schon neue Sorten, die als resistent gegen ToBRFV beschrieben waren. Die Projektergebnisse zeigen, viele der neuen Tomatensorten sind nicht resistent gegen das ToBRFV, sondern tolerant. Es hat sich gezeigt, dass die Produktion von toleranten Sorten ausreichend ist, um in einer ToBRFV kontaminierten Umgebung die Virenlast während einer Produktionsperiode deutlich zu verringern, wenn keine hoch infizierten nicht resistenten Pflanzen in unmittelbarer Umgebung vorhanden sind, und die Hygienemaßnahmen hoch sind.
Die von den Betrieben zur Verfügung gestellten Produktionszahlen und Betriebsdaten zeigen, Produktionsbetrieben entstehen beim Ausbruch eines Virus, nicht nur Ertragsausfälle, sondern auch zahlreiche und hohe Mehrkosten. Die zusätzlichen Kosten betreffen vielfältige Bereiche (Entsorgung infizierter Pflanzen, Reinigung, Hygiene, Personalaufwand, Saatgut/Jungpflanzen, etc.) und fallen nicht nur im Ausbruchsjahr, sondern auch in den Folgejahren nach dem Ausbruch in namhafter Höhe an.
Es wurden Abwasserproben (SARS-CoV-2 Abwasser Monitoring der TU-Wien), aus österreichischen Kläranlagen, die zwischen Vorarlberg und dem Burgenland verteilt waren, im Zeitraum zwischen April 2020 und Dezember 2024 auf das ToBRFV untersucht. In ausnahmslos allen Proben konnte das ToBRFV eindeutig nachgewiesen werden. Das ToBRFV wurde somit bereits in Abwasserproben, die noch vor dem ersten offiziell bestätigten Ausbruch in Österreich gezogen worden waren, nachgewiesen.
In Kompost aus einer Heißrotte-Miete, bestückt ausschließlich mit Pflanzenabfällen aus einem ToBRFV Befallsbetrieb, konnte mittels realtime RT-PCR das ToBRFV eindeutig nachgewiesen werden. Es wurden Versuche mit dem Kompost, in Mischung mit Substraterde durchgeführt. Eine Übertragung des Virus vom Kompost auf Tomatenpflanzen konnte nicht bestätigt werden, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden.