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Strategien zur Vermeidung einer Kontamination von landwirtschaftlichen Kulturen mit Stechapfel (Datura stramonium) und seinen Alkaloiden

Der Gewöhnliche Stechapfel (Datura stramonium) ist ein landwirtschaftliches Unkraut, das giftige Tropanalkaloide enthält. Eine Kontamination des Ernteguts erfolgt in der Regel durch das Auftreten des Stechapfels auf den Feldern zum Zeitpunkt der Ernte. Dabei werden Samen und Pflanzenteile mitgeerntet und gelangen in die Verarbeitung. Es besteht daher dringender Handlungsbedarf. Es wurde daher das Projekt StopDatura initiiert, um Maßnahmen zur Minimierung unerwünschter Kontaminationen in landwirtschaftlichen Kulturen (Modelkultur: Sojabohne) zu entwickeln.

In dem Projekt lag der Fokus auf (1) der Darstellung und der Analyse des Vorkommens und der Ausbreitungsdynamik des Stechapfels in der Landwirtschaft in Österreich, (2) der Vorstellung und der Anwendung einer Methode zur Detektion des Stechapfels in Sojabohnenfeldern mit Hilfe hochauflösender Drohnenbilder und einer automatischen Bilderkennung und (3) der Entwicklung eines Schnelltests zum Nachweis einer Kontamination des Ernteguts mit Tropanalkaloiden. Darüber hinaus wurde (4) ein Code of Practice (Leitfaden) entwickelt.

Die Analyse der Verbreitungsdaten zeigt, dass sich die Hauptverbreitungsgebiete des Stechapfels aktuell in den warmen Tieflagen des Burgenlands und Niederösterreichs befinden. Eine weitere Ausbreitung in anderen Bundesländern (u.a. Kärnten, Oberösterreich und die Steiermark) ist wahrscheinlich. Die Auswertung der Drohnenbilder zeigt, dass eine Spätverunkrautung mit Stechapfel in Sojabohnen (n = 159 Felder in Niederösterreich und dem Burgenland) ein erhebliches Problem darstellt und mit Verunreinigungen des Ernteguts zu rechnen ist. Mithilfe der Bildauswertung können Befallskarten erstellt werden, die zur Durchführung gezielter Maßnahmen genutzt werden können.

Der ELISA-basierte Schnelltest wurde erfolgreich an die Sojabohne und den Buchweizen angepasst und ermöglicht eine Abschätzung einer Verunreinigung des Erntegutes. Der Schnelltest kann im Rahmen der Wareneingangskontrolle eingesetzt werden. Verdächtige und positive Proben müssen zur Bestätigung weiterhin einer instrumentellen Analyse unterzogen werden.

Die Bewusstseinsbildung zum Thema Stechapfel erfolgte bei verschiedenen Zielgruppen (landwirtschaftliche Betriebe, Lebens- und Futtermittelproduzenten, Behörden, [Fach-]Öffentlichkeit) und umfasste die Kommunikation der Ergebnisse auf Tagungen, in Arbeitskreisen, in wissenschaftlichen Medien, über Informationskampagnen, Social Media und Pressearbeit und in organisierten Stechapfelgesprächen. Anhand der Projektergebnisse, der Literatur und der Gespräche mit Fachleuten wurde ein Code of Practice („Leitfaden für eine sichere und qualitativ hochwertige Produktion von Lebens- und Futtermitteln“) erarbeitet.

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