© Gaier, L.
Sanierung von Bodenverdichtungen im Dauergrünland
Im österreichischen Berggebiet stellen Bodenverdichtungen im Dauergrünland eine zunehmende Herausforderung dar, da sowohl der Einsatz schwerer Maschinen als auch intensive Weidenutzung die Bodenstruktur beeinträchtigen können. Im Rahmen des vorliegenden Projekts wurde daher geprüft, ob Aerifizierungsmaßnahmen, wie sie aus dem Sport- und Golfrasenbereich bekannt sind, zur Minderung oberflächennaher Verdichtungen im Grünland beitragen können. Dazu wurden an zwei Standorten die Varianten Referenz, Referenz mit Nachsaat, Aerifizierung sowie Aerifizierung mit Nachsaat miteinander verglichen.
Zur Unterscheidung zwischen einem vor Beweidung geschützten Innenbereich und dem beweideten Außenbereich wurde in der Mitte jeder Versuchsparzelle ein Weidekorb mit einer Fläche von 1 m² aufgestellt. Diese Weidekörbe dienten der Ertragsmessung und ermöglichten zugleich, den Einfluss des Weidedrucks auf Boden und Pflanzenbestand differenziert zu erfassen. Der Eindringwiderstand wurde sowohl innerhalb der Weidekörbe als auch außerhalb in mehrfacher Wiederholung gemessen; die Auswertung erfolgte getrennt für Innen- und Außenbereich.
Die Ergebnisse zeigten standortübergreifend ein einheitliches Bild: Der Eindringwiderstand nahm mit zunehmender Bodentiefe deutlich zu und lag im beweideten Außenbereich regelmäßig über jenem des geschützten Innenbereichs. Zwischen den aerifizierten Varianten und den Referenzvarianten konnten jedoch keine statistisch abgesicherten Unterschiede hinsichtlich der Bodenstruktur festgestellt werden. Auch bei den Trockenmasseerträgen ergaben sich keine signifikanten Effekte, wenngleich vereinzelt tendenziell höhere Erträge nach Aerifizierung beobachtet wurden.
Deutlichere Veränderungen zeigten sich in der botanischen Zusammensetzung. Insbesondere am Standort Neuper war in den aerifizierten Varianten ein geringerer Kräuteranteil festzustellen, während Gräser tendenziell gefördert wurden. Eine nachhaltige Sanierung von Bodenverdichtungen konnte damit nicht nachgewiesen werden. Hinweise ergaben sich jedoch darauf, dass Aerifizierungsmaßnahmen für die pflanzenbauliche Bestandeslenkung, insbesondere zur Förderung konkurrenzstarker Gräser, von Interesse sein könnten.