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Obst-Monitoring Österreich- Unsere Streuobstsorten
Der aktuelle Bestand an Streuobstbäumen in Österreich beruht vor allem auf Schätzungen. Daher sollte in diesem Projekt einerseits eine Methode zur flächenhaften Abgrenzung bzw. Ausweisung von Streuobstflächen entwickelt werden. Die in je zwei Landschaftsausschnitten der 23 für Streuobst repräsentativen Testgebieten (je ≥ 120 km²) erhobenen Felddaten der Streuobstbestände, konnten mit Hilfe von verschiedensten Geodaten, multisaisonalen Satellitenbildzeitreihen und einem Klassifikationsverfahren aus dem Bereich des maschinellen Lernens zur Methodenentwicklung der automatisierten Erkennung von Streuobstflächen herangezogen werden. Erstmals wurde österreichweit Streuobstbestände mit einer einheitlichen Methode kartiert. Regional herrschen auf Grund des verschiedenen Engagements unterschiedliche Verhältnisse im Pflegezustand und Strukturvielfalt der Streuobstwiesen. Das finale Modell erreichte zufriedenstellende Genauigkeit bei der Streuobstbaumdetektion. Die Verifizierung mit unabhängigen Kartierungsdaten weist auf das enorme Potenzial einer derartigen Methode hin.
Andererseits konnten in Anlehnung an die bestehenden Biodiversitätsmonitorings Österreichs (ÖBM, BINATS, MOWI) zur Ergänzung des Biodiversitätsberichtes Indikatortiergruppen in einem definierten Teilbereich der Testgebiete anhand des Artenreichtums, der Bestände und/oder der Aktivität erhoben werden. Zur zukünftigen semi-automatisierten Erfassung ausgewählter Vogelarten wurde eine Erhebung mit Hilfe von Audiogeräten getestet. In nur einem Erhebungsjahr wurden insgesamt 458 Tierarten (321 Insekten-, 23 Fledermaus- und 114 Vogelarten) und 230 entomophile, blühende Pflanzenarten nachgewiesen. Die erhobenen Daten entsprechen 24 % der österreichischen Heuschreckenarten, 30 % der Tagfalterarten, 32 % der Bienenarten, 50 % der regelmäßig in Österreich brütenden Vogelarten sowie 74 % der in Österreich nachgewiesenen Fledermausarten und zeigen somit den hohen Stellenwert von Streuobstwiesen auf. Die Erhebungen der Tiergruppen bewiesen die immense Wichtigkeit von Streuobstwiesen als hochwertige Lebensräume, die nicht nur als Heimat von „geschützten“ bzw. vom „Aussterben bedrohten“ Arten durchwegs schützens- und unterstützenswert sind.