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Maßnahmen zur Reduktion von Ascaris suum (Schweinespulwurm) in der biologischen Schweinemast
In der biologischen Schweinemast herrscht durch planbefestigte Böden und Ausläufe ein höherer Spulwurmdruck (Ascaris suum) als in konventionellen Haltungssystemen, in denen Tiere vorrangig im Innenbereich auf perforierten Böden gehalten werden. Das zeigt sich letztlich durch Leberbeanstandungen aufgrund von sogenannten Milk Spots am Schlachthof. Die zu Grunde liegende Problematik der biologischen Schweinehaltung kann in zwei Punkten beschrieben werden: Zum einen besteht die Gefahr der Reinfektion durch Kontakt zu parasitenbelastetem Kot. Durch die in biologischen Haltungsformen zumeist eingestreuten planbefestigten Böden im Kotbereich, steigt das Risiko einer Infektion mit Spulwurmeiern, die von Buchtengenossen oder einer vorherigen Gruppe ausgeschieden wurden. Zum anderen besteht eine geringere Bereitschaft vieler Bio-Betriebsleiter:innen zum Einsatz chemisch-synthetischer Arzneimittel als bei konventionellen Betrieben. Für das Projekt AscarMin wurden auf 20 österreichischen Bio-Betrieben, in 3 Folgejahren, Mastschweine auf Spulwurmbefall untersucht; am Schlachthof wurden Lebern, Spulwürmer im Darm und Spulwurmeier im Kot erhoben. Es wurde eine stark positive Korrelation zwischen dem Zustand der Lebern und der Wurmlast im Darm festgestellt (Korrelationskoeffizient 77 %). Demnach kann von den Leberbeanstandungen (Milk Spots) des Schlachthofs, auf die Situation im Bestand geschlossen werden. Im Lebendbestand auf den Betrieben wurden Kotproben genommen und auf Spulwurmeier untersucht. Nach einer Ersterhebung 2022 wurden 3 Maßnahmenvarianten unterschiedlicher Intensität und Arbeitsumfang (Variante1 > Variante2 > Variante3) ausgearbeitet und von den jeweiligen Betriebsleiter:innen umgesetzt. In den Untersuchungen der Folgejahre 2023 und 2024 zeigte sich eine Zunahme der Milk Spot-Lebern nach Umsetzen der weniger intensiven Maßnahmen V2 und keiner Maßnahmen V3. Nach Umsetzten von V1 sank die Anzahl der Würmer im Darm der Schlachtschweine signifikant. Es kann geschlussfolgert werden, dass sich die Umsetzung der intensivsten Variante 1 positiv auf den Parasitenduck im Bestand auswirkt.