Jugendliche bei der Stallarbeit an der LFS Kleßheim, Salzburg

© LFS Kleßheim

Lebenswelten 2025: Werthaltungen junger Menschen in Österreich

Der Forschungsverbund der 14 österreichischen Pädagogischen Hochschulen untersuchte in einer umfassenden Erhebung im Jahr 2025 die Werthaltungen und Lebenswelten junger Menschen, wobei die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik das land- und forstwirtschaftliche Schulwesen analysierte. Die Studie, die auf einer Gesamtstichprobe von 15.742 Schülerinnen und Schülern aller Schultypen sowie 9.421 Jugendlichen aus agrarischen Schulen basiert, ermöglicht einen differenzierten Vergleich sozioökonomischer Merkmale und zeitlicher Entwicklungen seit 2020. Innerhalb der agrarischen Teilstichprobe stammen 72 % der Jugendlichen aus Fachschulen, während 28 % eine höhere Bundeslehranstalt besuchen; rund die Hälfte weist einen bäuerlichen  Hintergrund.

Die Ergebnisse bestätigen eine hohe Stabilität zentraler Werte wie soziale Nahbeziehungen, Bildung und gegenseitige Unterstützung. Während digitale Freizeitaktivitäten schultypübergreifend dominieren, zeichnen sich Jugendliche im agrarischen Bereich durch eine höhere Affinität zu Natur und Tieren aus. Geschlechtsspezifische Unterschiede manifestieren sich in einer stärkeren Orientierung junger Frauen an Umwelt- und Beziehungsaspekten, wohingegen junge Männer vermehrt Tradition sowie Macht und Einfluss priorisieren. Trotz multipler globaler Krisen bleibt der individuelle Zukunftsoptimismus stabil, wobei berufliche Sicherheit und Sinnhaftigkeit sowie traditionelle Partnerschaftswerte wie Treue und Verlässlichkeit im Vordergrund stehen.

Ein markanter Befund ist der massive Rückgang der Demokratiezufriedenheit quer durch alle Schultypen, begleitet von einem gestiegenen Wunsch nach politischer Partizipation. Hinsichtlich gesellschaftlicher Ängste ist eine Verschiebung von ökologischen Themen hin zu Migration und kriegerischen Konflikten feststellbar.

Im spezifisch agrarischen Kontext wird die Lebensmittelversorgung als wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft definiert. Während junge Frauen ökologische Aspekte betonen, fokussieren männliche Hofnachfolger auf Effizienz, Digitalisierung und technologische Automatisierung. Die Mehrheit blickt optimistisch auf die betriebliche Zukunft. In der Ernährung dominieren Mischkost sowie die Kriterien Regionalität und Geschmack. Die Erkenntnisse bilden eine wesentliche empirische Basis für die künftige Ausrichtung der agrarischen Bildung in Österreich.

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