Kontrolllbuchten (links) und IBeStBucht (rechts)

© IBeSt Projektteam

Innovationen für bestehende Aufzucht- und Mastställe für Schweine in Österreich (IBeSt) – zum Wohl von Tier und Mensch

Das Projekt IBeSt („Innovationen für bestehende Aufzucht- und Mastställe für Schweine in Österreich – zum Wohl von Tier und Mensch“) verfolgte das Ziel, praktische, wissenschaftlich fundierte und breit evaluierte Antworten auf die zentrale Frage zu bieten, wie bestehende Haltungssysteme in der Ferkelaufzucht und Schweinemast verbessert werden können und welche Auswirkungen dies auf Tier, Mensch und Umwelt hat.

Das Projekt basierte auf einer engen Zusammenarbeit zahlreicher Institutionen mit vielfältigen wissenschaftlichen und praxisorientierten Expertisen. Um der Komplexität des Themas gerecht zu werden, erfolgte die Bearbeitung in sechs Arbeitspaketen, welche die Themen Praxis, Tier, Mensch, Ökonomie und Arbeitswirtschaft, Stallklima und Umweltwirkung sowie Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit abdeckten.

Eine Besonderheit des Projekts war die Durchführung als Multi-Farm-Studie, in die sieben Ferkelaufzucht- und acht Mastbetriebe sowie der Forschungsstall der HBLFA Raumberg-Gumpenstein eingebunden waren. Für die Untersuchungen wurden in den teilnehmenden Aufzucht- und Mastschweinebetrieben jeweils ein bis zwei Buchten mit einfach umzusetzenden Maßnahmen umgebaut und die Auswirkungen anhand von Erhebungen über vier Durchgänge (über alle Jahreszeiten hinweg) im Vergleich zu Kontrollbuchten evaluiert.

Die Umbaumaßnahmen in den bestehenden Aufzucht- und Mastabteilen der Projektbetriebe erfolgten anhand betriebsindividueller „Maßnahmenpakete“. Die Bereiche umfassten: mehr Platz je Tier (+0,1 m²/Tier), größere Buchten (z.B. durch Buchtenzusammenlegung, mindestens 10 m² in Ferkelaufzucht, 20 m² in Mast), damit auch größere Gruppen und die Ausgestaltung eines Liegebereichs auf zumindest 1/3 der Buchtenfläche (z.B. durch reduzierten Perforationsanteil); weiters eine Kühlmöglichkeit (Mast) bzw. Temperaturzonenbildung (Ferkelaufzucht) und die Bereitstellung von zusätzlichem, organischem Erkundungsmaterial. Dieser paketbasierte Ansatz in einer Multi-Farm-Studie war wesentlich, um die externe Validität und somit auch die Relevanz der Ergebnisse für die Praxis zu erhöhen. Unsere Ergebnisse sind als ein wichtiger Beitrag zur raschen und möglichst einfachen Umsetzung von Adaptionsmaßnahmen in bestehenden Stallungen zu sehen, die als Kombination das Potenzial haben, für viele Tiere Verbesserungen zu bringen und insgesamt dazu beitragen können, auf bestehenden, schweinehaltenden Betrieben Tierwohl kontinuierlich weiterzuentwickeln.

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